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documenta 12

Das Kunstjahr 2007 steht im Zeichen der documenta 12. Nach wie vor gilt sie als DIE Ausstellung zeitgenössischer Kunst, trotz aller Konkurrenz. Als diesjährige Leitmotive präsentiert uns der Künstlerische Leiter Roger M. Buergel drei Fragen – doch auch wir haben Fragen. Jede Woche bis zum Ende der documenta wird das artnet Magazin in diesem Dossier das künstlerische und theoretische Konzept der documenta 12 genauer unter die Lupe nehmen, einzelne Künstlerinnen und Künstler porträtieren und fragen: Was heißt heute Schönheit? Lassen sich die Menschen zur Kunst erziehen? Und: Steht die documenta wirklich jenseits des Kunstmarktes?

Ihre Pannen und Unfälle wird die Nachwelt den Machern der documenta 12 sicher verzeihen. Auch der Muff des Aue-Pavillons wird sich verflüchtigen und die farbigen Wände werden im Gedächtnis verblassen. Aber an was wird man sich überhaupt erinnern? Ludwig Seyfarth wagt einen Rückblick.

Am Ende der gesammelten documenta-Verisse setzten sich die Kuratoren zur Wehr. Roger Buergel hält die Presse für reaktionär und ihre Mäkeleien für überflüssig. Ludwig Seyfarth und Gerrit Gohlke fragen sich, ob diese Weltsicht der kommerzkritischen Ausstellungsmacher nicht eigentlich sehr marktkonform ist.

„Die große Ausstellung hat keine Form“ – mit diesem leicht abgewandelten Zitat des chinesischen Philosophen Laozi bezieht sich Roger M. Buergel auf den daoistischen Gedanken von einer universalen, alles durchdringenden Lebenskraft. Birgit Hopfener ist diesem Gedanken durch die documenta 12 gefolgt.

So viele chinesische Künstler wie noch nie nehmen an der diesjährigen documenta teil. Andreas Schmid stellt die Kunst aus China auf der documenta 12 vor und kommt dabei mit einem Blick hinter die Kulissen zu kritischen Einschätzungen – auch was das „Kasseler Sommermärchen“ von Ai Weiwei betrifft.

Die diesjährige documenta soll weniger über ein bestimmtes Konzept vermittelt werden als sich über die unmittelbare ästhetische Erfahrung erschließen. Das ist die Stärke und die Schwäche dieser Ausstellung zugleich. In seinem dreiteiligen Essay unterzieht Harry Lehmann die umstrittene Schau einer sehr genauen und anschaulichen Analyse.

Jan Hoet, heute Direktor des MARTa Herford, war 1992 künstlerischer Leiter der documenta IX. Im Marta Herford führt er eine Konfrontation alter und moderner Kunst vor, indem er „Die Kunst der Stille von Duchamp bis heute“ dem „Mysterium der Etrusker“ gegenüberstellt. Ludwig Seyfarth sprach mit ihm über die documenta 12.

Ai WeiWei’s dreams of individuality and conincidence.

Am Anfang waren die Leitfragen. Woher kamen sie? Standen sie auf drei steinernen Tafeln? Oder wurden sie dem documenta-Chef Roger M. Beurgel von den Kunstgöttern zugesandt? In die Praxis übersetzt werden sie jedenfalls von den Kassler Bürgerinnen und Bürger des documenta-Beirats – und zwar ohne göttliche Hilfe, wie Thea Herold herausgefunden hat.

Mit den vier zentralen Schauplätzen der diesjährigen documenta stellen Roger M. Buergel und Ruth Noack vier denkbar unterschiedlich gestaltete Raumhüllen vor, mittels derer sie einen weiten inszenatorischen Bogen spannen. Im Fall von Fridericianum und Neuer Galerie greifen sie zu auffälligen Inszenierungstechniken, die an klassische, historische Ausstellungshäuser denken lassen. Warum das dem Publikum nicht gefallen muss, sagt Daniel Kletke.

Über die documenta 12 wird vor allem als willkürliche Kombination der Werke geschimpft. Udo Kittelmann zeigt im Frankfurter Museum für Moderne Kunst mit documenta Künstlern, dass es auch anders geht und bringt Arbeiten aus der Sammlung Ricke durch geschickte Arrangements zum Sprechen. Daniel Kletke hatte an dieser Demonstration kuratorischen Handwerks seine wahre Freude.

Die documenta überrascht auch noch Wochen nach der Eröffnung. Nun bauten die Ausstellungsleiter ein Werk der Künstlerin Zoe Leonard ab, weil sich angeblich Besucher in ihrer Bewegungsfreiheit behindert fühlten. Eingeweihte beobachten freilich einen schon lange schwelenden Streit zwischen Kuratoren und Galerie. Wie ein Streit ums Geld als Demontage einer Arbeit endet, beschreiben Ludwig Seyfarth und Gerrit Gohlke.

Zwanghaft zusammengestopfte Werke, die Verweigerung begreiflicher Erklärungen – die Mehrheit der Rezensenten fühlt sich von der documenta 12 vor den Kopf gestoßen. Mit einem wohlwollenderen Blick lassen sich in dem Wechselbad der Kontraste jedoch ehrenwerte Prinzipien der Gegenwartskunst entdecken. Hans-Jürgen Hafner zeigt ein Beispiel auf.

Die documenta 12 ist in den Medien zu einer Ausstellung der Absichten und Proklamationen geworden. So hatten ihre Kuratoren ganz besondere Darstellungsanstrengungen versprochen. Daniel Kletke macht sich nun die Mühe einer Recherche vor Ort. Mit dem geübten Blick des Museologen und Kurators fragt er, was die Präsentationstechnik der documenta aus den gezeigten Kunstwerken macht.kletke/kletke

Ai Weiwei ist zum vielleicht öffentlichkeitswirksamsten Künstler der documenta 12 geworden. Zuweilen schien es sogar so, als fielen die Reaktionen auf seine Arbeit besonders ungnädig aus, weil ihn eine documentakritische Presse stellvertretend für die Kuratoren attackierte. Thea Herold schildert, wie sich ein künstlerisches Projekt verselbständigen und gerade deshalb zu einem Erfolg werden kann.

„Ist die Moderne unsere Antike?“, die erste der drei Kernfragen, die das theoretische Projekt der documenta 12 umreißen, bezieht sich eigentlich auf die Arbeit des englischen Kunsthistorikers Timothy J. Clark und erinnert zugleich an seine Methode, Form und Kontext eines Kunstwerks in engen interpretatorischen Zusammenhang zu bringen. Hans-Jürgen Hafner weiß mehr.

Während sich die schockierte Kritik noch um ein abschließendes Urteil zur documenta 12 bemüht, ist eines bereits klar geworden: Den Kuratoren Roger M. Buergel und Ruth Noack ist ein Regiekunstwerk der Presselenkung geglückt. Wie aus Theorie PR und kritischer Kunst mediale Häppchen werden konnten, hat Dominikus Müller untersucht.

Seltsames Lob des Dienstfahrzeugs, Selbstinszenierung im Dirndl: ist auf der documenta 12 denn alles ironisch gemeint? Und ist Ironie ohne Kontext überhaupt zu verstehen? In der Kunst geht das selbst dann, wenn sie aus China oder vom Polarkreis kommt. Nur die Kuratoren der documenta 12 bekommen das nicht hin, meint Ludwig Seyfarth.

Seit der Eröffnung der documenta 12 mehren sich Stimmen, die in den kommerziellen Kunstmessen die besseren Kunstausstellungen erkennen wollen und das Ende aller Kritik prophezeien. Gerrit Gohlke erklärt, warum der Markt auf Kritik angewiesen ist und was Kunst von einem Lamborghini unterscheidet.

Die documenta 12 macht Kassels Shoppingmall zum Opernhaus. Vom 2. bis 4. Juli bringen dort zehn Darsteller und ein Orchester Kunst und Kritik als Singspiel zur Aufführung, um zwischen Damenmoden und Juwelierauslagen die hermetische Einkaufswelt vom Kopf auf die Füße zu stellen. Christoph Bannat sprach mit Christian von Borries, der das Projekt gemeinsam mit Alice Creischer und Andreas Siekmann realisierte.

Die Schönheit als bloßes Spiel, die Stimmung als äußerliche Inszenierung und die Kunstwerke als ein Assoziationsreservoir werden in Kassel bitterernst zelebriert. Die Inszenierung der documenta 12 legt die subjektivistische Sinnsuche und den formalisierten Kulturanspruch der Leitung offen. Genug Beispiele dafür kann Petra Reichensperger anführen.

Fünfzig Künstlerinnen sind unter den 114 Teilnehmern der documenta 12 – so viele wie noch nie. Allerdings sind es weniger die aktuellen Protagonistinnen des Kunstbetriebs, denen Raum gegeben wird, sondern ihre geistigen Mütter und Großmütter. Wer sich für sie interessiert, bleibt bei dieser documenta zwar auf sich allein gestellt, kann aber Entdeckungen machen – so wie Julia Mummenhoff.

Bis zuletzt noch bestand die Erwartung, dass sich die Mosaiksteine nach und nach sinnvoll verbinden würden. Die ersten beiden „documenta 12 Magazine“ umkreisten ihre Themen in essayistischer, undogmatischer Lockerheit. Das dritte, mit direkter pädagogischer Zielsetzung verbundene Leitmotiv „Was tun?“ sollte nun doch klarere Konturen zeigen. Das Gegenteil ist der Fall, stellt Ludwig Seyfarth fest.

Steht die documenta 12 für eine Selbstermächtigung von Kuratoren, die nicht wahrhaben wollen, dass die von ihnen verachtete kommerzielle Sphäre längst intelligentere Kunstvermittlung betreibt als sie selbst? Und erinnert die proklamierte Radikalität des „bloßen Lebens“ nicht an die höfische Verklärung des harten bäuerlichen Daseins durch Marie Antoinette? Eine kritische Betrachtung von Bazon Brock.

Die will vieles sein, Temporärbaustoff für die Zivilgesellschaft und Kombinationslabor der Formen. So stellt sie viele richtige Fragen, meint Ludwig Seyfarth, delegiert aber die Antworten an ein überfordertes Publikum. Seine Rezension plädiert für einen gründlich abwägenden Blick.

Die documenta 12 war von ihren Kuratoren als ästhetische Bildungsstätte angekündigt worden. Statt das Ausstellungshandwerk neu zu erfinden, haben Roger-Martin Buergel und Ruth Noack die quicklebendige, widersprüchliche Gegenwartskunst zur Stummheit verdammt. Gerrit Gohlke hat in Kassel die Kunst im Sarkophag besucht.

Ist die religiöse Symbolik der heimliche Inhalt einer documenta, bei der die aktuelle Kunst nur in der Sekundärgalerie vorkommt? Ein kritischer Kommentar von Robert Fleck, dem künstlerischen Leiter der Deichtorhallen Hamburg und Kommissar des Österreichischen Pavillons der diesjährigen Biennale in Venedig.

Aufhören, um anzufangen! Die Vorberichterstattung hat ein Ende und die wird nun auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft. Ist sie ein Ort kontemplativer Spannung und subtil-politischer „Sinnlichkeit“ geworden, wie die Kuratoren sagen? Einen Ausblick gibt Ludwig Seyfarth.

Hito Steyerl sorgte bereits einige Wochen vor Eröffnung der documenta 12 für Aufsehen, als man statt auf die documenta-Website auf ihren Bondage-Film „Lovely Andrea“ stieß. Christoph Bannat sprach mit der engagierten Filmemacherin, die dadurch ins Kunstfeld geriet, dass ihre essayistische Form  dort stärkeren Anklang fand.

Eigentlich ging das Gerücht, dem spanischen Gastro-Star Ferran Adrià sei der Zirkus zu viel geworden und er habe seine künstlerische documenta-Teilnahme abgesagt. Quatsch, sagt Buergel, der das Restaurant Adriàs zum permanenten Ausstellungsort erklärte und nun ausgewählten Ausstellungsbesucherinnen und –besuchern die „authentische Erfahrung eines Abendessens“ ermöglichen wird. Ein Erklärungsversuch von Gerrit Gohlke.

Es ist nicht so einfach, die Verlautbarungen Roger M. Buergels zu verschiedenen Themen wie Schönheit, Romantik, politisches Engagement oder ästhetische Bildung  auf einen Nenner zu bringen. Dominikus Müller lässt verschiedene Aussagen des documenta-Leiters seit seiner Ernennung Ende 2003 Revue passieren und versucht, den Nebel zu lichten, den Buergels rhetorische Eloquenz bei Lesern und Zuhörern bisweilen hinterlässt.

Die Idee des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, 1001 Landsleute nach Kassel zu holen, gehört zu den schon im Vorfeld meistdiskutierten Projekten der documenta 12. Was steckt dahinter? Welche Erfahrungen verarbeitet Ai Weiwei in seiner Kunst? Jennifer Frilanz hat ihn in seinem Atelier in Peking besucht und mit ihm gesprochen.

In diesem Jahr wäre es ein Jubiläum gewesen, noch vor wenigen Wochen freute man sich seitens der Buchhandlung Walther König darüber, zum zehnten Mal vor Ort zu sein. Doch kurz vor der Eröffnung gibt die documenta bekannt, in diesem Jahr mit den Berliner Buchhandlungen b_books und Pro qm zusammen zu arbeiten. Anne Schreiber beleuchtet die Hintergründe.

Die Saat der documenta geht langsam auf: Neben Sanja Ivekovics Mohnfeld auf dem Friedrichsplatz wird auch das Reisfeld, das Sakarin Krue-On im Bergpark Wilhelmshöhe anlegen lässt, zu den zentralen Outdoor-Ereignissen gehören. Petra Reichensperger stellt die Arbeit des thailändischen Künstlers vor.

Unter dem Motto „Migration der Formen“ behauptet die documenta 12 eine intertemporale, interkulturelle Vernetzung, die sämtliche Grenzen aushebelt und dennoch einer verbindenden logischen Unterströmung folgt. Verbindend oder disparat – Belinda Grace Gardner begibt sich auf die Spur narrativer Formalismen, die als Vehikel für eine Fülle von Botschaften dienen.

Das „documenta Magazine No. 2“ versammelt unter dem Titel „Life!“ Artikel, bei denen es um die ästhetische Verbundenheit von Subjekt und Welt geht. Es spannt das zweite Leitmotiv der documenta 12 auf: „Was ist das bloße Leben?“. Paz Aburto Guevara ist dieser Frage gefolgt.

Die vierzig Kasseler Bürger des documenta-Beirats sind keine Experten für Kunst, aber verwurzelt im lokalen Geschehen der Stadt. Mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen haben sie schon die Vorbereitungen begleitet, Ausstellungsprojekte diskutiert und hart daran gearbeitet, die Großausstellung nicht wie ein fremdes Ufo im Kontext der Stadt landen zu lassen. Von der Arbeit des Beirats berichtet Thea Herold.

Was ist los in tschechischen Dörfern? Gar nichts? Die junge Kateřina Šedá weiß in der scheinbar größten Monotonie Interessantes zu entdecken - von depressiven Großmüttern bis hin zur Gleichschaltung der Dorfbewohner.  Anna Willkomm stellt die Künstlerin vor, die dem „bloßen Leben“, einem Leitmotiv der documenta 12, überraschende Aspekte abgewinnt – indem sie von Menschen berichtet, denen die documenta einfach nur egal ist.

Die Pioniertaten des dänischen Künstlers Poul Gernes wurden vor einigen Jahren von Cosima von Bonin wieder entdeckt. Beide Künstler sind auf der documenta 12 vertreten und beider Werk stellt direkt die Frage nach der unmittelbaren Verbindung von künstlerischer Form mit gelebter Lebenspraxis. Wie dies im Einzelnen aussieht, erläutert Hans-Jürgen Hafner.

Eine zentrale Rolle wird bei der documenta 12 die Kunstvermittlung spielen. Kassel war deshalb vor kurzem der Schauplatz einer Tagung zum Thema. Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine (ADKV) lud am 12. Mai zu einem Workshop, der mit dem Motto „Bildung – was tun?“ die dritte der drei Leitfragen des diesjährigen documenta-Programms zitierte. Petra Reichensperger war vor Ort und gibt einen Einblick in das Vermittlungskonzept der documenta 12.

Olga Neuwirth ist die bekannteste österreichische Komponistin der jüngeren Generation. Die Verbindung von Akustischem und Visuellem kennzeichnet ihr Werk, auch ihren Beitrag auf der documenta 12. Sabine B. Vogel sprach mit der Tonkünstlerin.

Mit ihren gezielt verlangsamten, vielschichtigen Videoinstallationen passt die in Tel-Aviv und Amsterdam lebende Yael Bartana in keine Schublade. Belinda Grace Gardner stellt die Arbeit der Künstlerin und documenta 12 - Teilnehmerin vor, in der sich Dokumentation und poetische Verdichtung auf eindringliche Weise verbinden.

Lotty Rosenfeld ist eine legendäre Figur der chilenischen Kunstszene. Ihre Werke repräsentieren den Widerstand gegen die Pinochet-Diktatur und den Beginn der Videokunst in dem südamerikanischen Land. Paz Aburto Guevara zeichnet ein Porträt der Künstlerin, deren einflussreiches Werk auf der documenta 12 erstmals einem breiten europäischen Publikum vorgestellt werden wird.

Noch ist es in Kassel relativ ruhig, doch um die documenta herum ist einiges in Planung. So weiß Ludwig Seyfarth zu berichten, dass der Aktionskünstler Hermann Josef Hack ganz eigene Pläne mit den Aue-Pavillons hat, die Webseite der documenta 12 eine ökologische Verschmutzung der besonderen Art erfährt und Ferran Adrià zwar nicht über seinen documenta-Beitrag spricht, jedoch über die Segnungen der Vakuum-Trocknung von Lebensmitteln.

Die Informationspolitik der documenta 12 und ihre Sprachregelungen stiften auch unter Insidern Verwirrung. Fast alle Zeitungen berichten über documenta-Projekte, doch das heißt noch lange nicht, dass die Teilnahme der genannten Künstler offiziell bestätigt wäre. Ludwig Seyfarth versucht, ein wenig Klarheit herzustellen und artnet stellt eine erste inoffizielle Liste von Künstlerinnen und Künstlern vor.

Das zweite „documenta 12 Magazine“zum Thema „life!“ wird einen Begriff ins Zentrum stellen, der eine eindeutige Herkunft aufzuweisen hat. Hinter der Leitfrage „Was ist das bloße Leben?“ steht die Theorie des italienischen Philosophen Giorgio Agamben. Grund genug, sich einmal mit diesem zunächst recht dunklen Begriff des „bloßen Lebens“ auseinanderzusetzen. Dominikus Müller hat das getan.

Das Filmprogramm der documenta 12 läuft nicht in schwarzen Videoboxen, sondern im Kino. Kuratorisch verantwortlich ist Alexander Horwath, der Direktor des Filmmuseums Wien. Im Gespräch mit Sabine B. Vogel erklärt er, was unter der leitenden Idee des „Normalfilms“ zu verstehen ist und gibt einen Ausblick darauf, welche Filme in Kassel zu sehen sein werden.

„Ich würde das europäische Publikum gern mit seiner kompletten Ignoranz konfrontieren, mit dem völlig falschen Bewusstsein, noch in irgendeiner Weise Zentrum zu sein“, sagt Roger M. Buergel, künstlerischer Leiter der kommenden documenta 12. Über Kommunikationspolitik und Sponsoren der documenta und seine Vorbilder sprach er in Kassel mit Ludwig Seyfarth und Anne Schreiber.


Das Internetportal „grandtour2007.com“ verschaltet die vier Kunst-Großereignisse dieses Sommers, um die Reiseplanung zu erleichtern. Die bis vor gut zweihundert Jahren übliche Grand Tour konnte sich nur Begüterte leisten, zur documenta 12 in Kassel erwartet man aber einen neuen Besucherrekord. Wenn es ums Marketing geht, wird die Grenze zwischen Kulturereignis und Erlebnispark immer unschärfer. Anlässlich der Eröffnung der virtuellen Grand Tour machte sich Ludwig Seyfarth Gedanken.

Artur Żmijewski war 2006 unter den ersten offiziell genannten documenta-Künstlern. Mittlerweile weiß man genauer, was er zeigen wird. Seine semi-dokumentarischen Filme kreisen um gesellschaftliche Ausnahmezustände und die Dimensionen des Andersseins. Belinda Grace Gardner stellt den polnischen Künstler vor.

Das erste „documenta 12 magazin“ ist erschienen. „Modernity?“ heißt es und steht im Zusammenhang mit einer der drei früh verkündeten Leitfragen der documenta: „Ist die Moderne unsere Antike?“. Die Gestaltung ist puritanisch: Viel Text, viel Schwarzweiß. Doch auch wenn das Heft langweilig aussieht, lohnt die Lektüre, meint Ludwig Seyfarth.

Von heute an wird das artnet Magazin das künstlerische und theoretische Konzept der genauer unter die Lupe nehmen und fragen: Was heißt heute Schönheit? Lassen sich die Menschen zur Kunst erziehen? Steht die documenta wirklich jenseits des Kunstmarktes? Und natürlich: Hält die Fahrzeugflotte, die Saab als einer der Hauptsponsoren der documenta-Crew zur Verfügung stellte, die wünschenswerten Abgaswerte ein? Erste Antworten hat Ludwig Seyfarth.