Reuven Rubin
Selbstporträt mit Blume
1922
Öl auf Leinwand
97 x 60,5 cm
© Rubin Museum Foundation, Tel Aviv

„Die neuen Hebräer“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin

Unzeitgemäße Nation

Michael Mayer
24. Juni 2005
Derzeit präsentiert der Martin-Gropius-Bau Berlin Die Neuen Hebräer - 100 Jahre Kunst in Israel. Wie der Deep Impact eines Kometen aus einer fernen Galaxie mutet eine Ausstellung an, die den Besucher mit einer kulturellen Tradition bekannt machen soll, deren Datierung für ihn ein Mysterium darstellt. 100 Jahre Kunst in Israel, in einem Land also, das offiziell erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde, offeriert einen Parforce-Ritt durch eine ideelle Produktivität, die gleich mit der ersten Einwanderungswelle nach Palästina Ende des 19. Jahrhunderts einsetzte. Allein die Fülle und Vielfalt der Ausstellung, die Herkunft der in der Exposition gleich einem Gravitationszentrum gehandelten Tempelrolle indes zeitigen einen eigentümlichen Effekt: den einer abstandslosen Abständigkeit.
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