Bei einer Eröffnung im boomenden New Yorker Galerienstadtteil Chelsea

Die Kunstwelt befindet sich in einer schlimmen Lage

Die Schlacht um Babylon

Jerry Saltz
29. September 2005
Nie ging die Kunstszene so locker mit Geld um, wie es derzeit der Fall ist. Doch locker oder nicht, die Menschen sind frustriert. Im Vertrauen sagen die meisten, dass die Ausstellungen, die sie besuchen, unbedenklich und konservativ seien. Dennoch sind die meisten Kritiken enthusiastisch oder bestenfalls beschreibend. Zu viele Kritiker handeln wie Cheerleader, Reporter oder angesagte Metaphysiker. Inmitten der Kunstmessen-Ekstase, der Auktions-Tollheit, der Geldgier und des Marktrummels, zwischen Galerien, die sich in Verkaufsmaschinen verwandeln, wo Gequatsche als Kritik durchgeht und Kunst zu einem guten Job wird, fühlt sich das System gestört, ja sogar unecht, während es eigentlich gut funktioniert. Vielleicht war das immer so, aber heute scheint es mehr denn je so zu sein. Jetzt gleicht das System Gegebenheiten ab, mit denen es vertraut ist, es verhält sich nachlassend gegenüber bekannten Positionen, produziert Pathogene seiner selbst. Die gute Nachricht ist, dass viele Leute bereit zu sein scheinen, etwas gegen die Situation zu unternehmen, anstatt da bloß irgendwie durch zu kommen. Die Dinge brodeln.
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