Wer als die junge Wilde unter Kölns Galerien gilt, hat einen Ruf zu verteidigen. Der Kunstbetrieb kennt keine Gnade, und auch keine Geduld. Das gilt besonders, wenn man ein schnelllebiges Marktsegment bedient, wenn man Künstler repräsentiert, die gerne Bürgerschreck wären oder ihre Anziehungskraft aus der Musik- und Modeszene beziehen. Die – vorsichtig formuliert – eher weniger intellektualisierte Position läuft eben Gefahr, genauso schnell „last season“ zu sein wie der Hype, an den sie sich angehängt hat.
Damit sind wir beim Problem der aktuellen Gruppenschau bei Teapot, wo gleich zwei Positionen Starvampirismus betreiben: Zhivago Duncan mit seinen Siebdrucken nach Porträts aus dem legendären „Interview Magazine“, und vor allem Robert Knoke, der die leibhaftigen Macher aus Mode, Musik und Kunst porträtiert und dann – mit zugegeben gekonntem Strich – in Zeichnung überträgt. Warum soll nicht wieder funktonieren, was seit Andy Warhol so prima klappt? Was Francesco Vezzoli bis zur Apotheose getrieben hat? Schließlich profitieren alle vom wechselseitigen Coolnesstransfer. Auch Piotr Dluzniewskis harmlose Fetisch-Fantasien stören da so wenig wie Thomas Palmes Spontanzeichnungen und Nietzsche-Beschwörungen. Alles passt, wenn man nur immer schön an der Oberfläche der Bilder bleibt. Immerhin gibt es zwei kleine Überraschungen in diesem Schaufenster der Posen: Die intimen, kruden und oftmals selbstbezüglichen Zeichnungen Rob Scholtes, denen Tina Schwarz drei Ölzeichnungen beigesellt, eigenartige Gruppenbilder, auf denen sie souverän zwischen sorgsam beschriebenen Bildpartien und grober Andeutung wechselt.
Am Ende ist es dann eher von galeriesoziologischem Interesse, wie man so eine gemischte Gesellschaft unter eine Haube zwingt. „brainspinebeat“ heißt das Potpourri und soll auf den Beat anspielen, mit dem eine Idee vom Gehirn über das Rückenmark in die zeichnende Hand wandert. Aber, wen soll das interessieren? „Beat“ ist nur eine Variable, mit der man den Zufall mit dem Zeitgeist kurzschließen will. Es geht um die Pose, nicht um Gehalt. Bei Teapot sucht man keinen Inhalt. Erst recht keine stringent kuratierte Schau. Also: Relax. It’s only Rock’n’Roll, Baby! Schade, dass er keinen Rhythmus hat.












