Auf den ersten Blick verbindet diese drei künstlerischen Positionen nichts. Das multinationale Künstlerduo Tolis Astali und Dylan Peirce geht vom Material aus, die New Yorkerin Marsha Cottrell arbeitet mit dem Computer und Christine Moldrickx, die junge Absolventin der Düsseldorfer Akademie, wendet sich den traditionellen Medien Leinwand und Pinsel zu. Doch Kunst ist keine Angelegenheit für erste Blicke und überraschenderweise beweist die Ausstellung bei Petra Rinck, dass alle drei mehr verbindet als trennt.
Beim Betreten der Galerie kommt man um den großen Tisch von Astali/Peirce nicht herum. Fetzen aus grauschwarzem Polyester sind auf seiner Glasplatte ausgebreitet. Eine fragile, karge Landschaft entsteht, die trotz ihres kleinen Maßstabs wie aus einem melancholischen Science-Fiction-Film, ja beinahe bedrohlich wirkt. Ihr gegenüber werden drei Gemälde von Christine Moldrickx gestellt, mit dem kryptischen, einer chinesischen Redewendung entlehnten Titel Die ausgefallenen Zähne kehren an ihren Platz zurück. Die Bilder selbst indes sind alles andere als kryptisch. Auf grundierten Leinwänden, die ohne Keilrahmen an der Wand wie Häute wirken, werden mit konzentrierter Energie Striche aufgetragen, Grafit, Eisenpartikel oder reine Farbpigmente verteilt. Der Umgang mit dem Material ist auch hier entscheidend.
In diesen Materialakkord mischen sich schließlich vier Zeichnungen von Marsha Cottrell. Eigentlich sind es keine Zeichnungen, sondern raffinierte Ink-Jet-Drucke, die unmittelbar nach dem Ausdruck, wenn die Farbe noch feucht ist, zum Aquarell verwischt worden sind. Sie zeigen Linien und Kreise, Wellen, Punkte und Haken. Man kann ferne Landschaften oder explosionsartige Vorgänge in sie hineinprojizieren. Dabei beruhen sie ausschließlich auf den typografischen Zeichen, über die jeder Computer verfügt. Hier wird auch Virtualität materiell und zugleich fragil. Es ist diese fragile Feinheit gepaart mit einem Sinn für Details, die drei individuelle künstlerische Ansätze zur Ausstellung verknüpft. Die Schau heißt „About the Details“. Übersetzt heißt das hier „Feinheiten lernen“ und ist eine Schule des Sehens.










