Ausgerechnet Albert Oehlen. Ausgerechnet der Mann, der einst das Selbstportrait mit verschissener Unterhose und blauer Mauritius als kackbraune Kampfansage an das romantisierte Künstlerbild schuf, kommt uns jetzt mit Schönheit. Doch zur Beruhigung sei gesagt: Es geht nicht um ein universelles Konzept von Schönheit. Nein, Oehlen hat sich zum Medienkritiker entwickelt und daher geht es um „Filmschönheit“ – so der Titel der von ihm kuratierten Schau, den man allerdings weder drucken noch laut aussprechen soll. Derart heikel ist die Sache doch? Oder so schreckhaft-flüchtig, dass man lieber raunt und flüstert? Dabei ist die Ausstellung, sagen wir es also ruhig: schön. Ihre Werke sind, viele von Oehlen selbst, auch eher bodenständig manifest. Sie haben zwar alle irgendwie mit Film zu tun, handeln von Bewegung, dem Ringen um Form, von gelungenen Schnappschüssen oder dem Medium Kamera, bleiben aber überwiegend statisch.
Konzipiert wurde Oehlens Gruppenausstellung für das gemeinsame Wiener Galerienprojekt curated by_vienna 2010, und da lautete das von oben verordnete Thema Kunst und Film. Wer auf auf eine solche Vorgabe mit einer intelligenten Verweigerung von bewegten Bildern reagiert, hat sowieso schon halb gewonnen. Schade also, dass die Schau in Köln ohne diese Reibungsfläche auskommen muss und für sich vereinzelt steht. Nun geht es plötzlich um die Werke allein. Wie im Fall eines Gemäldes von Christoph Steinmeyer, einem regenbogenschillernden Ölfleck in einer Pfütze, der nur deshalb nicht ins Kitschige abglitscht, weil Öl, zumindest bis zur nächsten Öl-Katastrophe, eine ziemlich pathosfreie Angelegenheit ist. Oder bei Kenneth Nolands verzerrt gestreiftem Rechteck, dessen Farben aus einem verblichenen Technicolor-Film ausgelaufen sind. Oder wenn man auf Christopher Williams' Fotografie eines Mädchens in transparenter Unterwäsche blickt, das mit seinen vielen „Schönheitsfehlern“ zum Gegenbild unerträglich retuschierter Makellosigkeit wird.
Dass dieses Projekt auch in Köln besteht, liegt an Oehlens undidaktischer und unillustrierender kuratorischer Handschrift. So beantwortet die Schau am Ende ihre Frage, „wie Schönheit in den Film rein und aus dem Film raus kommt“ keineswegs. Aber irgendwie muss die Schönheit ja in die Ausstellung gekommen sein.












