Daniel Kletke

Dr. Daniel Kletke lebt als freier Kurator und Journalist in Berlin. Nach 15 Jahren in New York als Kurator am Metropolitan Museum und für private Sammler ist er seit 2000 in Berlin mit dem Aufbau des Schriftenarchivs und der Herausgabe der Schriften von Rainer Werner Fassbinder beschäftigt. Neben eigenen Buchpublikationen und Übersetzungen, vom Mittelalter bis heute, ist er für europäische (FAZ, NZZ) und amerikanische Zeitschriften tätig.
2011
März
Das MUMOK schickt die Wiener Aktionisten ins Rennen mit internationalen Parallelerscheinungen. Fazit: Die Österreicher lassen sich so schnell nicht abhängen. Und der Gewinner ist: Otto Muehl.
2009
Juli
Die Themen Beutekunst und Restitution enteigneter Werke sind von internationaler Dimension. Ein Überblick über die jüngsten Fälle.
Juni
Das Dokumentarische in der zeitgenössischen Kunst hat Hochkonjunktur. Maria Lind und Hito Steyerl haben nun einen Sammelband zum Thema herausgegeben, der zu hermetisch bleibt.
Mai
Der von Melissa Müller und Monika Tatzkow herausgegebene Band „Verlorene Bilder – Verlorene Leben“ dokumentiert an fünfzehn ausgewählten Schicksalen nationalsozialistisches Unrecht.
April
Sabine Folie ist die neue Leiterin der Wiener Generali Foundation. „Un Coup de Dés – Bild gewordene Schrift“ ihre erste Ausstellung und Publikation. Und eine programmatische Absichtserklärung.
März
Die Berliner Gemäldegalerie zeigt Werke des Meisters von Flémalle und von Rogier van der Weyden. Eigentlich spektakulär genug. Doch in diesen Zeiten zieht Kunst nicht allein. Da hilft nur noch Drama.
Erneut hat Tobias Rehberger die Wohnträume seiner Freunde in Kunst verwandelt. Bei Bärbel Grässlin kann man heiter-ironische Objekte zwischen Kunst und Design betrachten und benutzen.
Die Schirn Kunsthalle Frankfurt zeigt Ernst Wilhelm Nays späte Bilder nicht nur, sie inszeniert sie. Mit einer sorgsamen Rekonstruktion ihres ursprünglichen Kontextes. Das tut dem Werk gut.
Januar
Die Finanz- und Wirtschaftskrise tobt nicht nur in den USA. Dort trifft sie allerdings neben den Autobauern und Banken die Kultur und Wissenschaft besonders hart.
2008
Dezember
Einem der prominentesten Museen der Welt droht die Pleite. Missmanagement und Ehrgeiz führten in den Ruin.
Darüber sprechen mag niemand, doch die Gelder schwinden. In New Yorks Kulturinstitutionen regiert der Rotstift.
November
Nicht chronologisch, sondern thematisch führt Eleanor Heartney durch die letzten drei Jahrzehnte Kunstproduktion. Unser Rezensent Daniel Kletke findet das ebenso riskant wie reizvoll.
In Berlin sind die staatlichen deutschen Kunst-Ankäufe aus den letzten zehn Jahren zu sehen. Die Herkunft der Kunst wird dabei verschwiegen.
Die Nationalsozialisten hatten die Avantgarde „entartet“ genannt. Nach 1945 stellte sich auch die ostdeutsche Kunstkritik in diese berüchtigte Tradition.
Oktober
In Berlin lehrt eine Museumsausstellung, dass weitläufige Vielfalt noch kein Gewinn ist, wenn man sie nicht zu vermitteln weiß.
Das private Kultursponsoring hat seine Unschuld längst verloren. Eine Ausstellung in Paris aber bietet nun sogar den Abverkauf der Exponate an.
Es sind die spektakulären Restitutions- und Beutekunst-Fälle, die Schlagzeilen machen. Und doch zeichnen sich die Fortschritte eher an der Breite der öffentlichen Diskussion ab.
Das einst diskret und verschämt behandelte Reizthema Beutekunst findet nicht nur mehr Öffentlichkeit. Es wird zum Publikumserfolg.
Wer im Kunstmarkt von der Bankenkrise hört, denkt an den Geldbeutel privater Sammler. Schlimmer könnte aber die Auswirkung auf die Kulturförderung sein.
James Lee Byars wird mit einer Retrospektive geehrt. Die Ausstellung zeigt auch die Früchte einer über den Tag hinaus reichenden Museumsarbeit.
September
Er hat viele gekannt und bekannt gemacht: der Galerist Konrad Fischer. Eine Publikation widmet sich nun detail- und anekdotenreich der Düsseldorfer Galeristenlegende.
Juli
Drei Kataloge zu prominenten Sammlungen lassen Ähnlichkeiten und zugleich die unterschiedlichen Motivationen von Sammlern erkennen. Ein Vergleich.
Irgendwann einmal war Reduktion eine Gegengeste, inzwischen sichert sie kommerziellen Erfolg. Cheyney Thompson beweist das bei Daniel Buchholz in Köln.
Im Kölner Museum Ludwig hat Matti Braun mit der Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit gespielt und doch nur einen akademischen Topos präsentiert.
Juni
Während die Politik in ihren Verhandlungen stecken bleibt, haben Dresdener Museumsleute die Beutekunst vor Ort in Russland besucht.
Wenn sich sakrale Orte mit Fenstern hoch dekorierter zeitgenössischer Künstler schmücken, liegt es nahe, eine Flucht nach vorn zu vermuten.
An der berühmten Sammlung des Ehepaares Burton und Elaine Tremaine demonstriert Louise Lawler ihre Kunst des Kopierens von Kunst.
Mai
In einer umfassenden Werkschau zeichnet das Kunstmuseum Bern ein verführerisch facettenreiches Bild des Malers Ferdinand Hodler.
So einfach ist die Sache nicht. Ein Buch von Kerstin Holm zur Frage deutscher Beutekunst in Russland hält nicht alles, was es verspricht.
Der Städtischen Galerie Dresden ist es gelungen, sich die umfangreiche Penck-Sammlung von Jürgen Schweinebraden dauerhaft zu sichern.
Das Kunstmuseum Bern widmet dem Künstler Adolf Wölfli eine Retrospektive der Superlative - ein "Universum" mit multimedialer Ausrichtung.
Ist das Banale wirklich so banal? Eine Zürcher Schau mit Objekten von Lilian Bourgeat und Christian Robert-Tissot wirft derlei Fragen auf.
April
Terence Koh präsentiert in der Züricher Galerie de Pury & Luxembourg Produkte einer höchst körperbezogenen Performance.
Die Position des Norwegers Pushwagner stellt auf der 5. berlin biennale so etwas wie einen Schlüssel zum Programm dar.
Europa klagt über abtrünnige Sammler. Amerika hat es besser: Dort erhalten Sammler mehr Vorteile, legen aber auch mehr Demut an den Tag.
Auch die neuesten Restitutionsfälle zeigen, was die Rückgabestreitigkeiten am dringendsten brauchen: Transparenz und Beharrlichkeit.
Anhand von Globen und Atlanten stellt der kalifornische Künstler Russell Crotty seine politischen Fragen an die Welt.
März
Die aktuelle Ausstellung des jungen ukrainischen Künstlers Ivan Bazak in Köln ist eine Einladung in den Maschinenraum der Malerei.
Nicht jede Pressemeldung zum Thema Restitution wird den Schwierigkeiten der Sache gerecht und mancher laute Ton in der Debatte ist kontraproduktiv.
Kupferstichkabinett der Staatlichen Sammlungen Dresden erhält 700 Werke aus einer privaten Sammlung geschenkt.
Thomas Krens, Erfinder des „Bilbao-Effekts“, tritt nach 20 Dienstjahren als Chef des Guggenheim zurück.
Februar
Felix Schramm ist ein Meister der formalen Zerstörung, die sich aber zur realen Destruktion gleichmütig neutral verhält.
Helmut Dorner ist ein Methodiker des Schönen und wagt eine Gratwanderung zwischen Rationalität und Intuition.
Wem die Geschichte gehört, wenn Künstler sich das Vergangene persönlich aneignen, zeigt ein Hamburger Ausstellungsprojekt.
Januar
Das Gemälde „Ebene mit Windmühlen“ von Jan Brueghel d. Ä. kehrt zurück in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
So viel Busch war nie! Das Landesmuseum im Schleswiger Schloss Gottorf wartet mit einer kleinen Sensation auf: Wilhelm Busch als Maler.
Der Direktor des Metropolitan Museum, Philippe de Montebello, geht in den Ruhestand.
Der riesige Saal im Dresdener Lipsiusbau bietet einer klug zusammengestellten Sigmar-Polke-Retrospektive den idealen Rahmen.
So, wie derzeit in der in der Zürcher Galerie Bischofberger, sah man Jiri Georg Dokoupil noch nie.
2007
Dezember
Dass der Verzicht auf Figuration kein Verzicht auf die Traditionen der alten Malereigeschichte ist, lässt sich an Frank Nitsches neuesten Arbeiten studieren.
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