14. Oktober 2008
ZENSUR. Der ursprünglich aus China stammende, heute in den USA lebende Autor
Ha Jin (bekannt sind hierzulande seine Romane „Kriegspack“ und „Warten“) schreibt in einem Essay über die Zensur und deren Auswirkungen auf die Kunst und die Kulturlandschaft in China. Dabei spricht er über die Zensur von Außen durch den chinesischen Staat, über die Wirksamkeit der Selbstzensur, die viele Künstler praktizieren, um mit den entsprechenden Behörden keine Schwierigkeiten zu bekommen. Besonders interessant aber ist, dass ihm in China die Publikation seiner international erfolgreichen Bücher versagt wird, indem man ökonomische Gründe vorschiebt: Es gäbe keinen Markt für seine Bücher, heißt es. Die ursprünglich ideologisch und politisch motivierte Zensur wurde also abgelöst von einer Zensur, die Markterfolg und die „Wahl“ des Konsumenten in den Vordergrund stellt.
LONDON. Ist Charles Saatchis neuer Coup die chinesische Kunst? Die Saatchi Gallery eröffnet mit der Ausstellung „The Revolution Continues: New Art from China''. Zu sehen sind unter anderem die Arbeiten Love It! Bite It! von Liu Wei, Zhang DalisChinese Offspring, Sun Yuans & Peng YusOld Persons' Home.
Das Publikum kann gratis - angeblich weltweit einmalig in dieser Größe - Kunst auf 6.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche erleben. mehr
SINGAPUR. „Catcher“, Soloschau des jungen konzeptionellen Fotokünstlers Chi Peng in der Galerie Art Seasons, die neben Singapur noch vier weitere Standbeine hat, davon eines in Zürich. mehr
PEKING. „Courtesy, Justice, Honesty and Humility“, Soloschau von Jing Kewen, kuratiert von Feng Boyi und Ai Weiwei in der Galerie China Art Archives & Warehouse mit Gemälden und Vitrinen, welche die paramilitärische Organisation der chinesischen Gesellschaft in der jüngeren Vergangenheit thematisieren. mehr
SHANGHAI. „We are the World“, Soloschau eines der interessantesten jungen chinesischen Künstlers, Qiu Anxiong in der Pearl Lam´sContrasts Gallery. Die aus mehreren hundert Fiberglas-Hunden bestehende Installation untersucht die Möglichkeiten von Kreativität in einer durchökonomisierten Gesellschaft. mehr
SHENZEN. „Mute“, Soloschau des ersten chinesischen Videokünstlers Zhang Peili im OCT Contemporay Art Terminal. Abseits der Hauptstadt, in unmittelbarer Nähe zu Hongkong gehört das OCT zu Chinas interessantesten Ausstellungsorten. Im Zuge der Ausstellung wurde außerdem die erste (chinesischsprachige) Monographie zu Zhang Peili herausgebracht, die wichtige Schrift- und Bildquellen zu seinem Œuvre vereint. Die Ausstellung „Visual Polity: Another Wang Guangyi” mit neuen Arbeiten von Wang Guangyi im selben Haus endet diese Woche. mehr
HONGKONG. Chen ShaoxiongsSoloschau in der Galerie Para/Site Art Space. Nachdem Tobias Berger nach erfolgreicher Arbeit Para/Site verlassen hat, um in Korea als Chefkurator des neu eröffneten Nam June Paik Centers zu arbeiten, hat sein Nachfolger Rodriguez Fominaya seine Arbeit begonnen. mehr
Die Hong Kong International Arts and Antiques Fair2008 (HKIAAF), auf der auf hohem Niveau hauptsächlich asiatische Kunst und Antiquitäten angeboten wurden, soll in ihrer dritten Ausgabe trotz der Finanzkrise keine Einbußen verzeichnet haben. mehr