25. Juni 2012
Das Fotobuch ist beliebt wie nie. Doch dem Sammlerinteresse einer zunehmend jungen Generation stehen vergriffene Auflagen und horrende Preise entgegen. Die Verlage bleiben derweil starr. Kann das Ausweichen auf eBooks eine Lösung sein?
2009
Dezember
Die besten Bücher 2009 – artnet-Autoren stellen Ihnen Titel vor, die Sie sich anschaffen sollten (Teil 3).
Es gibt den Katalog als vermittelnden Kontext-Provider, und Kataloge, die selbst Kunst sind. Bücher zum Schenken (Teil2).
Schmachten, büßen, denken. Bücher voller Bilder, Bücher gegen Bilder, ein Leben für die Bilder im Buch, Bücher zum Schenken (Teil1).
Endlich werden strittige Design-Fragen geklärt und kommen wegweisende Editionen zu ihrem Recht: fünf neue Bücher zum Thema Design.
November
Kunstabenteuer sind rar, seit jedermann Preis und Wert verwechselt. Vier neue Bücher aber zeigen unerschrockene Steilwandkletterer im Reich der Kunst.
Der Sammelband „Visuelle Lektüren, Lektüren des Visuellen“ will die Bildwissenschaft mit einer feministischen Kulturanalyse vermählen. Die Paarung glückt nur bedingt.
Oktober
Gabriele Beßlers Publikation „Wunderkammern“ ist eine informative und bilderreiche Geschichte der Erkenntnis und ihrer Modelle.
Lund & Lund, so heißen schlechte Popduos. Und die Herausgeber des hervorragenden Sammelbands „Audio.Visual: On Visual Music and Related Media“.
Sie war überfällig. Die Monografie zum Werk von Paul Thek. Doch statt den Mythos zu hinterfragen, schreibt sich „Paul Thek. Artist’s Artist“ eilfertig darin ein.
„The Collection Book“, der Bestandskatalog der Sammlung Francesca von Habsburgs, ist schwärmerische Enzyklopädie und typografisches Meisterwerk.
September
Die Informationen sind überflüssig, der Fokus liegt auf Köln, Sammler kommen gar nicht vor: Der „Kunstmesse-Kompass“ von Astrid Kehsler und Judith Fiest führt in die Irre.
Wie viel Philosophie verträgt die Kunstkritik? Der Sammelband „ÄSTHETIK + POLITIK“ wagt sich an die Theorien Jacques Rancières und verschluckt sich daran.
Das Kunstsystem ordnet sich neu. Ein von Hans Belting und Andrea Buddensieg herausgegebener Sammelband befragt die Institutionen in Zeiten von Globalisierung und Postkolonialismus.
August
Auch das Design macht sich so seine Gedanken über die Liebe. Der gelungene Bildband „Love Design“ zeigt die Entwürfe zum Thema. Vor allem aber das Potenzial von Design.
Sie versuchen es redlich. Immer wieder gehen Kunst und Wissenschaft aufeinander zu. Im Sammelband „Kunst des Forschens“ bleibt der versprochene Brückenschlag aber aus.
Robert Flecks Geschichte der Biennale von Venedig ist eine Pionierleistung. Das Buch bietet eine Fülle wichtiger und vor allem überraschender Fakten. Der Blick in die Historie lohnt.
Juli
Gebt uns schöne Bücher voller Bilder! Bilder allein allerdings machen ein Buch noch nicht schön. Und ein Bildereintopf hilft nicht Design zu verstehen.
Die Kulturgeschichte ist auch eine Geschichte der Kulturraubzüge. Ein neuer Tagungsband sucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Jahrhunderten.
Als im Herbst 2008 der Kunstmarkt implodierte, hatte eine Soziologin gerade den Kunstbetrieb bereist. Ihr naiver Bericht passt gut zur damaligen Situation.
Bilder sind PR-Waffen. Auch in der Wissenschaft. Die Publikation „Frosch und Frankenstein“ spürt dem nach. Allerdings vergisst das Buch, nach dem Wesen der Bilder zu fragen.
Veit Loers‘ Sammelband „Psychonauten. Kunst in Ekstase“ möchte ein Inventar der Kunst sein, die sich ans Irrationale wagt. Doch die Auswahl ist so kryptisch wie willkürlich.
Kuratoren sind die Regisseure des Kunstbetriebs. Die Szene bewundert ihre Macht. Ein Interviewband erteilt nun den Altmeistern das Wort.
Das Medium ist jung, entsprechend wenige Publikation gibt es zum Thema Videokunst. Doch der Sammelband „Art of Projection“ ist kein Buch für Einsteiger.
Juni
Karen Smiths „Nine Lives: The Birth of Avant-Garde Art in New China“ ist eine grundlegende Publikation zur chinesischen Gegenwartskunst. Nun liegt die überarbeitete Fassung vor.
Das Dokumentarische in der zeitgenössischen Kunst hat Hochkonjunktur. Maria Lind und Hito Steyerl haben nun einen Sammelband zum Thema herausgegeben, der zu hermetisch bleibt.
Wolfgang Ullrichs Publikation „Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen“ ist informative Kulturgeschichte und brillantes Plädoyer für die Abbildung.
Es ist leidenschaftliche Aufklärungsarbeit. Michael Glasmeier erläutert in seiner Aufsatzsammlung „Das Ganze in Bewegung“ die inhaltlichen Bezüge zeitgenössischer Kunstwerke.
Mai
Mit fünfzehn Jahren wurde Thomas Geve aus Buchenwald befreit. Mit sich nahm er Zeichnungen, die er vom Konzentrationslager angefertigt hatte. Diese wurden nun publiziert.
Nicolas Bourriaud prägt in seiner Publikation „The Radicant“ einen neuen Begriff für unsere Zeit: die Altermoderne. Deren typischer Vertreter ist der Exilant, im existenziellen wie intellektuellen Sinne.
Der von Melissa Müller und Monika Tatzkow herausgegebene Band „Verlorene Bilder – Verlorene Leben“ dokumentiert an fünfzehn ausgewählten Schicksalen nationalsozialistisches Unrecht.
Von einem Coffee Table Book wird niemand tiefschürfende Einsichten erwarten. Inspirierend ist Simone Wehrles „Fashionista. Die Stilikonen eines Jahrhunderts“ dennoch.
April
Macht digitale Kunst das Museum obsolet? Christiane Pauls Publikation versucht, die Kunstinstitution ins digitale Zeitalter zu retten. Und den Berufsstand des Museumskurators.
Sophie Lovell hat einen Namen in der Designbranche. Ihr neues Buch „Limited Edition“ ist ein kenntnisreicher Führer zum Thema Unikat-Design.
Sabine Folie ist die neue Leiterin der Wiener Generali Foundation. „Un Coup de Dés – Bild gewordene Schrift“ ihre erste Ausstellung und Publikation. Und eine programmatische Absichtserklärung.
Robert Pfallers aktuelles Buch, „Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft – Symptome der Gegenwartskultur“ ist ein Plädoyer für eine zweifelhafte Remythologisierung aller Lebensbereiche.
März
Selten hat jemand so einsichtig, so komisch beschrieben, was Angst, kreative Blockaden und Alkoholsucht aus einem Menschen machen. Scott King ist es mit „Anxiety & Depression” gelungen.
Die Moderne gilt als aufgeklärt. Das Okkulte erscheint da eher als ihr Anderes, Dunkles. Das Buch „Trancemedien und Neue Medien um 1900“ dagegen zeigt, wie modern das Übernatürliche war.
Hansjerg Maier-Aichen hat mit seiner Publikation „New Talents – State of the Arts” mehr als einen Sammelband vorgelegt. Es ist ein Plädoyer für ein unabhängiges Design.
Februar
Dennis Dutton hat ein Buch mit gewagten Thesen vorgelegt. Er verknüpft Kunstinteresse mit der menschlichen Natur, opfert dafür aber die Kunstgeschichte.
Richard Vine hat einen neuen Band zur zeitgenössischen Kunst aus China vorgelegt. Doch den versprochenen Überblick bietet es nicht.
Wer wissen will, was in der Buchgestaltung machbar ist, braucht den Vergleich. Eine Anthologie versammelt internationale Musterbeispiele.
Januar
Lebt das klassische Tafelbild in der Fotografie weiter? Ja, sagt Michael Fried, doch seine kunstkritische Beweiskette hat Lücken.
Christoph Menke hat ein wertvolles Buch geschrieben, das die Ästhetik wieder ernst nimmt – und dabei leider die künstlerische Praxis verfehlt.
Alles hat seinen Preis. Kunst natürlich auch. Isabelle Graw moralisiert in ihrem neuen Buch den Zusammenhang von Kunst und Markt.
2008
Dezember
Von Albrecht Dürer bis zum real existierenden Kunstmarkt. Die Bücher unserer Autoren haben den Kunstbetrieb im Blick.
Auch China hat seine „Generation Golf“. Ein neuer Sammelband stellt die jungen Künstler vor.
Ein Kunstprojekt in Chemnitz stellte die Frage nach dem Ort. Ein Sammelband scheitert am Anspruch der Dokumentation.
Als Spiel mit perspektivischen Verzerrungen galt die Anamorphose bislang als Marginalie der Kunstgeschichte. Doch als praktische Kritik der Zentralperspektive ist sie aktueller denn je. Peter Lähn über ein lesenswertes Buch.
November
Nicht chronologisch, sondern thematisch führt Eleanor Heartney durch die letzten drei Jahrzehnte Kunstproduktion. Unser Rezensent Daniel Kletke findet das ebenso riskant wie reizvoll.
So mancher wollte schon ihr Sterbeglöcklein läuten. Doch die Kunstgeschichte lebt – behaupten jedenfalls ihre Vertreter und wenden sich beherzt der Gegenwartskunst zu. Mit Erfolg?
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