ART COLOGNE: Links und Fakten zur Flugverkehrslage

Unbeirrt von Staub und Lava

20. April 2010

Eine Aschewolke liegt über dem europäischen Kulturleben. Seit das Fliegen nicht mehr teuer ist, sind die Reiserouten der Billigflieger zu Lebensadern der globalisierten Kunstproduktion geworden. Ein Discount-Flug passt ins Budget noch des kleinsten Kunstvereins. Bahnreisen sind deshalb unpopulär beim Economy-Jet-Set geworden. Nun hat der Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island diesem regen Reiseleben Einhalt geboten. Seit Freitag vergangener Woche legt der Ascheausstoß des Vulkans den Flugverkehr auf weiten Teilen des Kontinents lahm. Kein Wunder also, wenn Museen und Kunsthallen Podiumsdiskussionen absagen müssen, weil die Teilnehmer nicht durch die ätzende Staubwolke fliegen können, wie dies heute etwa das MMK in Frankfurt ankündigte.

Umso erstaunlicher erscheint unter diesen Umständen, dass aus den Messehallen der ART COLOGNE kaum Klagen zu hören sind. Fast alle Werke sind pünktlich für den Aufbau eingetroffen. Galeristen und Assistenten tummeln sich betriebsam an den Ständen. Selbst der Galerist mit der längsten Anreise wird heute planmäßig seinen Stand vollenden. John McCormack von Starkwhite, aus dem ohnehin Vulkan-erprobten Neuseeland, hatte zufällig und auf Bitten seines Künstlers die Reise um zwei Tage vorverlegt und konnte so noch vor den Aschewolken auf rheinischem Boden landen. Ähnliches Glück hatte wohl auch das Team von 1301PE, der einzigen Galerie aus Los Angeles, das ebenfalls bereits vor der Eruption den europäischen Luftraum erreichte. „Bis auf John Connelly aus New York sind tatsächlich alle hier“, freut sich Daniel Hug. „Aber da die Galerie sowieso einen Gemeinschaftsstand mit Schmidt & Handrup hat, ist die Koje besetzt und auch die Kunst ist da.“ Und die wird ja, so Hug, ohnehin sehr rechtzeitig verschickt, sodass der große Teil der Werke unbehindert vom geologischen Giftausstoß frühzeitig in Köln eingetroffen war oder von den Kurier- und Transportdiensten über Ausweichflughäfen in Südeuropa und den Straßenverkehr zugestellt werden konnte, wie dies etwa der Expressspezialist FedEx berichtet.

Schwerer einzuschätzen ist bislang, ob die Messe Einbußen bei den Besucherzahlen hinnehmen muss. Trotz des Widerspruchs der Fluggesellschaften hat die Flugsicherung das Flugverbot heute noch einmal verlängert. Bis um 2 Uhr in der Nacht zum Dienstag bleiben die meisten Flughäfen gesperrt. Ob am Dienstagmorgen wieder planmäßig geflogen werden kann, entscheidet sich später am Tage, was viele Reiseplanungen durcheinanderbringen wird. Mancher, der in letzter Minute vom Flugzeug in die Bahn umsteigen müsste, könnte ganz auf die Reise verzichten, auch wenn die Fahrgastrechte klar geregelt sind und ausfallende Flüge vollständig erstattet werden, technisch einem schnellen Umstieg auf andere Verkehrsmittel also nichts im Wege steht.

Viele Fluglinien buchen etwa die gezahlten Tickets automatisch auf die verwendeten Kreditkarten zurück oder bieten sogar wie die Lufthansa den unbürokratischen Umstieg auf die Züge der Deutschen Bahn an. Wir haben unten die wichtigsten Links für Sie zusammengestellt, unter denen Sie Flugstreichungen, Umbuchungsmöglichkeiten und die generelle Lage im europäischen Luftraum nachschlagen können. Die Messeleitung geht davon aus, dass die allermeisten Besucher mit Alternativverkehrsmitteln anreisen werden, sollte das Flugverbot fortbestehen. Ganz genau wird man aber erst morgen in den Messehallen wissen, ob sich der Ansturm auf die spätere Woche verlagern könnte oder gar Besucherschwund zu beklagen ist. Die Stimmung auf der Messe deutet gegenwärtig optimistisches Business-as-usual an. Morgen lässt sich dann an den Zahlen ablesen, wie weit die Macht isländischer Vulkane reicht. Für Panikmache scheint es im traditionell entspannten Rheinland jedoch keinen Anlass zu geben.

 

Verkehrsinformationen zur ART COLOGNE auf artnet.de



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