28. Juni 2005
Die Suche lohnt sich. Zwar ist der Beitrag Luxemburgs zur Biennale, kuratiert von Boris Kremer, nicht gerade leicht zu finden. Dafür nimmt sich Antoine Prums Mondo Veneziano. High Noon in the Sinking City sehr pointiert aus. Gerade vor den in kuratorischer Hinsicht teils belanglosen, teils indiskutablen Darbietungen in Venedig. Denn der Film zeigt eine höchst unterhaltsame und professionell in Szene gesetzte Kunstwelt-Parodie, ein filmisches Kammerspiel mit heftigen Splatter-Attacken. Schauplatz ist, der Titel legt’s nahe, Venedig. Natürlich nicht die Serenissima selbst, sondern ein marodes Miniatur-Venedig. Vier aus der World of Art nur zu bekannte Typen – ein deutsches Malergenie, eine engagierte Kuratorin, ein korrekt gescheitelter Theoretiker, dazu ein so genannter „convivial artist“ (Stichwort Partizipation) – treffen in der venezianischen Kulisse aufeinander, um über Kunst und ihre Vermittlung zu diskutieren. Was ein wenig platt klingt, geht aber, nicht nur weil’s gut gemacht ist. Denn tatsächlich funktioniert Mondo Veneziano auf vielerlei Ebenen.
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Hans-Jürgen Hafner