Ai Weiwei – Archiv

Die chinesischen Behörden habe den Anfang April verhafteten, regimekritischen Künstler Ai Weiwei aus der Haft entlassen. Frei ist er damit noch lange nicht. Er darf Peking nicht verlassen. Das artnet Magazin hat in den letzten Jahren regelmäßig über den Künstler berichtet.

Künstlerseite von Ai Weiwei auf artnet


So willkürlich die plötzliche Festnahme, so überraschend kam am Mittwoch nun die Freilassung des regimekritischen Künstlers Ai Weiwei. Angeblich soll er bereit gewesen sein, eine Kaution zu zahlen und die ihm vorgeworfenen Fehler einzuräumen. Keine Frage, was ein solches Geständnis in einem staatlich unterdrückten Land bedeutet.

Eins ist nun gewiss: Ai Weiwei wird nicht wie geplant an der Eröffnung seiner Ausstellung teilnehmen. Speziell für die Räume der Galerie neugerriemschneider hatte Ai aber bereits im Dezember letzten Jahres zwei völlig neue Arbeiten konzipiert. Nun kann das erste Mal auf der gartenähnlichen Installation Platz genommen werden.

In Deutschland hat er das Image eines Märtyrers, der sich furchtlos gegen das chinesische Regime stemmt. In China selbst gilt er den einen als mutiger Außenseiter und Avantgardist, den anderen als Geschäftsmann, den man für seine Kunst und seinen Lebensstil anklagt. Doch wer ist Ai Weiwei eigentlich wirklich?

Ai Weiwei ist nach langem Aufenthalt in Europa wieder in China. Trotz des früheren Angriffs auf ihn äußert er sich in einem Interview unerschrocken zu Demokratie und Freiheit. Eine Architektur-Biennale untersucht die sozialen und politischen Strukturen im Stadtraum. Denn das Streben nach Profit und wirtschaftlicher Macht zeigt sich gerade in der rasanten Urbanisierung, unter der auch die Künstler leiden. Birgit Hopfener hat die News.

Die zeitgenössische chinesische Kunst ist ein bekanntermaßen junges Phänomen. Zu ihren ersten Vertretern zählt die Künstlergruppe „Sterne“, gegründet 1979. Heute so bekannte Künstler wie Ma Desheng und Ai Weiwei gehörten zu ihrem Kreis. Mitinitiator Huang Rui erzählt im artnet-Gespräch von der Liebe zu Cézanne, inoffiziellen Ausstellungen, Polizeiaktionen und der nivellierenden Macht des Marktes.

Was wäre China ohne das Internet. Selbst wenn bestimmte Seiten immer wieder abgeschaltet werden, hat sich das weltweite Netz doch zu einem bedeutenden Kommunikationstool im Reich der Mitte entwickelt. Auch in der Kunst finden dort leidenschaftliche Richtungsdebatten statt. Und Ai Weiwei hat wieder einmal ein besonderes Trojanisches Pferd eingeschleust. Birgit Hopfener hat die News.

Die Verbindung von Kunst und Politik ist heikel. Vielfach wird das Politische nur illustriert. Ai Weiwei aber nutzt die Strategien der Staatsideologie geschickt um. Seine monumentalen Schriftzeichen wandeln Jubel in Anklage, und wenn schon Überwachung, dann mit der eigenen Kamera. Evelyn Pschak über Ai Weiweis Ausstellung im und am Münchner Haus der Kunst.

Die VR China feiert bald Geburtstag. Das bekommen einige recht unsanft zu spüren. So musste sich Ai Weiwei in München einer Operation unterziehen – Folge des jüngsten Angriffs durch die chinesische Polizei. Die Regierung demonstriert in einer großen Ausstellung ihr Verständnis von Kunst: formal und inhaltlich konservativ. Dieses Bild wollen die Contemporary Chinese Art Awards korrigieren. Birgit Hopfener hat die News.

Ai Weiweis Verhaftung sorgte international für Wirbel. Nun ist der Künstler, der unbequeme Fragen zum Tod der vielen Schulkinder während des Erbebens in Sichuan stellt und in diesem Kontext in Polizeigewahrsam genommen wurde, wieder auf freiem Fuß. Doch das Thema lässt ihn nicht los. Auch im Zuge seiner kommenden Ausstellung im Münchner Haus der Kunst wird es eine zentrale Rolle spielen. Birgit Hopfener hat die News.

Am 4. Juni jährt sich der Tag des Massakers auf dem Pekinger Tiananmen Platz zum zwanzigsten Mal. Das Datum sorgt für große Unruhe in der chinesischen Regierung. So wird selbst der berühmte Künstler und Architekt Ai Weiwei, bislang weitgehend durch seine internationale Popularität geschützt, von den Behörden drangsaliert. Ai Weiwei setzt sich zur Wehr, doch die Schließung seiner Blogs durch die Zensur hat er nicht verhindern können, wie Birgit Hopfener berichtet.

Die Gleichung war einfach. Künstlerischer Erfolg war in China identisch mit kommerziellem Erfolg. Doch diese Rechnung geht nicht mehr auf. Vereinzelt fordern erste Stimmen andere Maßstäbe, jenseits des Ökonomischen. Ein einzelner Rufer dagegen ist immer noch Ai Weiwei, der sich unerschrocken nicht nur in künstlerische, sondern vor allem politische Debatten einmischt. Birgit Hopfener hat die News.

Das Konzept für den Chinesischen Pavillon auf der kommenden Biennale von Venedig steht. Neben einer ortsspezifischen Arbeit, die sich mit der schwierigen Raumsituation auseinandersetzt, wird in einem separaten Gebäude Malerei gezeigt. Darunter Werke über das verheerende Erdbeben von Sichuan. Das in China heikle Thema beschäftigt auch Ai Weiwei. Er möchte einen Dokumentarfilm drehen und die Betroffenen zu Wort kommen lassen. Birgit Hopfener hat die News.

So viele chinesische Künstler wie noch nie nehmen an der diesjährigen documenta teil. Andreas Schmid stellt die Kunst aus China auf der documenta 12 vor und kommt dabei mit einem Blick hinter die Kulissen zu kritischen Einschätzungen – auch was das „Kasseler Sommermärchen“ von Ai Weiwei betrifft.

Die Idee des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, 1001 Landsleute nach Kassel zu holen, gehört zu den schon im Vorfeld meistdiskutierten Projekten der documenta 12. Was steckt dahinter? Welche Erfahrungen verarbeitet Ai Weiwei in seiner Kunst? Jennifer Frilanz hat ihn in seinem Atelier in Peking besucht und mit ihm gesprochen.