Ähnlichkeit und Entstellung – Tagung vom 16.-18. November in Berlin

Entgrenzte Gesichter

Michael Mayer
23. November 2006
„Ähnlichkeit und Entstellung: Entgrenzungstendenzen des Porträts“, Tagung des Sonderforschungsbereichs 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“, Freie Universität Berlin, in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin. 16. bis 18. November 2006

Walter Benjamin und kein Ende? Natürlich wolle man, so die Kunsthistorikerin Sabine Slanina, keine weitere Tagung zu und über Benjamin abhalten. Doch verhieß schon der Titel der Veranstaltung – konzipiert vom Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ der FU-Berlin in Kooperation mit der Nationalgalerie – auffällig die Referenz. „Ähnlichkeit und Entstellung“ als Grundwortschatz einer Tagung, die einer Reflexion des Porträts in Zeiten einer allenthalben vermerkten Entgrenzung der Künste zuarbeiten sollte, atmete unverkennbar Benjaminschen Geist. Genauer: den Geist seiner „Lehre vom Ähnlichen“, die die landläufige Vorstellung von „Wirklichkeit“ zu konterkarieren versuchte. Zielten die auf der Tagung unternommenen Recherchen doch auf jene allein „im flüchtigen Nu“ offenbaren „Correspondenzen“, auf jene filigranen Verweisungszusammenhänge, jene Nachtgespinste, die die Logik und Ratio des Taghellen immer schon aus- und überblendet.


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