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30. Januar 2012
Wendy Whites Bilder illustrieren das Lebensgefühl von Großstädtern, die dem Ansturm kommerzieller Handlungsimpulse mit Sinnverweigerung begegnen. Schließlich verkauft sich nichts besser als die Attitüde des Widerstands.
2012
Januar
Julius von Bismarck ist schon jetzt eine kleine Celebrity im Kunstbetrieb – zu Recht. Nun sind seine Arbeiten erstmals in einer Galerie zu sehen.
Die Abkömmlinge der Becher-Schule sind allzeit gefragt. In der Ausstellung bei Konrad Fischer gibt es zwar nichts Unbekanntes zu entdecken, dafür liefern Gegenüberstellungen reizvollen Mehrwert.
Pünktlich zur Berlinale präsentiert VeneKlasen/Werner erstmals die großartigen, schwül-schwulen Szenenfotos zu Fassbinders letztem Film „Querelle“.
Bekannt wurde Jorinde Voigt mit filigranen Zeichnungen in Schwarz-Weiß. Nun experimentiert die Künstlerin erfolgreich mit Farbe.
Das belgische Duo Jos de Gruyter & Harald Thys nimmt bei Isabella Bortolozzi die bourgeoise Idee von Kunstrezeption auseinander.
Minimalistisch ist Eva Rothschilds Kunst nur auf den ersten Blick. Eigentlich geht es um Molekularbiologie und Maschinenbau, wie ihre Schau in Hannover zeigt.
Die Kunstsaele zeigen Werke aus zwei Privatsammlungen. Mit „Devotoart“ kommt Berlin nun in den Genuss einer Gastausstellung von expressiver Strahlkraft.
Die ifa-Galerie in Berlin will vernetzen. Was als Denkansatz verdienstvoll ist, bleibt visuell schwer verdaulich.
Nur wenige Künstler schaffen den Sprung vom gehauchten Nichts zur Poesie. Vlatka Horvat ist eine davon.
Reynold Reynolds dreht in der Galerie Zink einen Film aus den Dreißigern nach – der Raum wird dabei zum Uhrwerk.
Das Museum für Gegenwartskunst Siegen ist „Museum des Jahres 2011“. Eine Ausstellung von Antoni Tàpies zeigt, dass das stimmt.
Bei Nordenhake fühlt Marjetica Potrč einer lebensfeindlichen Moderne auf den Zahn.
Ausbruch aus dem Salon: In der Düsseldorfer Kunsthalle ist die Malerei von Chris Martin zu entdecken.
2011
Dezember
Eine Ausstellung in der Berliner Galerie Gregor Podnar zeigt Sparsamkeit als Tugend – Humor vorausgesetzt.
Gregor Schneider hat im Kunstraum Innsbruck endlich seinen Sterberaum realisiert. Entstanden ist ein Werk wie ein Sarg.
Beat Streuli skizziert das Leben auf der Straße als sinnlos geschäftiges Treiben. Die Fotos seiner aktuellen Ausstellung bestätigen sein Talent als begnadet zeitgemäßer Street Photographer.
Douglas Gordons große Retrospektive im MMK entblößt die Methodologie künstlerischer Forschung anhand von Fankult und Found-Footage.
Miklos Onucsan ist einer der ersten rumänischen Konzeptkünstler überhaupt. Nun zeigt die Galeria Plan B in seiner zweiten Einzelausstellung neueste Arbeiten.
Bojan Šarčević betreibt Kunst als Systemanalyse. In der BQ Galerie holt er nun die Realität des Gazastreifens ins winterliche Berlin.
Michel Majerus brachte den Pop der Neunziger auf den Punkt. Wie kraftvoll sein Werk auch zehn Jahre nach seinem Unfalltod ist, zeigt die Retrospektive im Kunstmuseum Stuttgart.
Auch Wien hat seit 2010 endlich sein Gallery Weekend. Der Synergieeffekt jedoch überzeugt noch nicht jede der rund 40 ansässigen Galerien.
November
In seinen Videos beschreibt Marco Poloni die Folgen der Mafia auf die Landschaft Siziliens – und verfolgt ein politisches Ziel.
Danh Vos in Kupfer getriebene Replik der Freiheitsstatue in New York ist als Scherbenhaufen im Kasseler Museum Fridericianum gelandet.
Zur siebten Vienna Art Week herrschte der künstlerische Ausnahmezustand. Höhepunkt der über 100 Veranstaltungen: die Eröffnung des 21er Hauses.
In den USA ist er längst prominent. Nach seiner Zeit an der American Academy zeigt Dave McKenzie nun seine erste europäische Solo-Schau bei Wien Lukatsch.
Musste das wirklich sein? Die Galerie Michael Haas zeigt Konrad Klaphecks Alterswerk – und enttarnt ihn der Spießbürgerlichkeit, der er einst seinen Erfolg als Maschinenmaler verdankte.
Richard Hawkins bewegt sich mit infantilem Subjektivismus bewusst am Rande des Kunstbetriebs – und damit im Standardprogramm der Moderne.
Fromm oder frivol, Gott oder Globalisierung – der Bilderschrott des Westens zieht seine Kreise längst bis in den tiefsten Orient, wie eine Ausstellung im ZKM zeigt.
Der Fotograf Mario Marino hat in seinem Afrika Projekt Ureinwohner wie Models inszeniert. Wie gut ihm das gelingt, zeigt die Berliner Galerie Brockstedt.
Die Galerie Johann König zeigt Arbeiten von bundesrepublikanischem Charme. „50 years from now“ vereint bekannte und unentdeckte Originale der deutschen Pop- und Op-Art-Ära.
Das Künstlerhaus Bethanien zeigt junge Kunst aus Polen. Wer die simple Strategie der Ausstellung durchschaut, kann hier Großartiges entdecken.
Friedrich Seidenstücker war lange nur Insidern bekannt. In der Berlinischen Galerie ist nun eine wunderbare Werkschau des außergewöhnlichen Berlin-Chronisten zu sehen.
Oktober
Lauter, greller und aufgeregter als andere Kunstmessen war die ART.FAIR in Köln schon immer. Doch anstelle kitschiger Populärkultur, wäre Konzentration angebracht.
Taryn Simon ist für Fotoserien mit politischem Anspruch bekannt, auf die sich scheinbar alle einigen können. In der Neuen Nationalgalerie bleibt sie jedoch hinter ihrem Anspruch zurück.
Die Klassische Avantgarde wies Künstlerinnen oft bloß die Rolle der Muse zu. Eine bemerkenswerte Schau holt sie nun aus dem Schatten der Kunstgeschichte.
Wie humanistisch komplex und hochästhetisch junge Konzeptkunst sein kann, zeigt Michael Müller in der Galerie Thomas Schulte.
Marcel Dzama lässt sein groteskes Personal im Kunstverein Braunschweig als Gesamtkunstwerk auftreten – und bittet zum Totentanz mit Dada und Duchamp.
Dass auch das Frühwerk Katharina Sieverdings nach wie vor aktuell ist, zeigt die Soloshow „Blue Note II“ in der Frankfurter Galerie Wilma Tolksdorf.
Vor 45 Jahren begann der junge Berliner Galerist René Block, Editionen zeitgenössischer Künstler herauszugeben. Damit agierte er ganz im Sinne von Kapitalistischem Realismus und Co.
Jorge Pardos bunte Interieurs sind vor allem eines: Zeitgeist der Neunziger. Dabei erfüllen sie bis heute ihr Kunstversprechen nicht, sondern erschöpfen sich in ihren schicken Oberflächen.
In Brasilien tragen Sambaschüler beim Karneval Kostüme nach Mustern aus ihren Gemälden. Die neuesten Bilder von Beatriz Milhazes sind nun bei Max Hetzler zu sehen.
Fundstücke vom Wegesrand müssen kein Naturabfall sein. Die Amerikanerin Helen Mirra hat sie im Bonner Kunstverein zu einem minimalistischen Archiv zusammengefügt.
Gegenwartskunst wird heute gerne philosophisch aufgewertet. Eine Ausstellung zeigt nun, dass es nicht ausreicht, bloß Duchamps Ideen zu illustrieren.
Der Bildjournalist W. Eugene Smith war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Im Martin-Gropius-Bau gibt es nun eine umfassende Retrospektive.
September
Die Galerie Nolan Judin feiert die Eröffnung der neuen Räume mit großformatigen Farbtableaus des britischen Post-Pop Künstlers Dexter Dalwood.
Mit einer großen Porträtausstellung von Max Beckmann ist in Leipzig derzeit ein Meilenstein der Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers zu besichtigen.
John Cage wäre im nächsten Jahr 100 Jahre alt geworden. Bis zu seinem Geburtstag richtet ihm die Akademie der Künste eine fragwürdige Jubiläumsschau aus.
Die zwölfte Ausgabe der politischsten aller Biennalen, der Istanbul Biennale, kommt ganz ohne Titel aus. Hier kreist die Kunst um sich selbst – und entwickelt genau darin überzeugendes Potenzial.
Bethan Huws konfrontiert den Betrachter stets mit einem diffusen Erfahrungsangebot. In Wien sind nun ihre außergewöhnlichen Filme zu sehen.
Das 4. Fotofestival Mannheim Ludwigshafen Heidelberg ist eröffnet und bewegt sich mit einer Fülle großartiger Arbeiten auf den Spuren Edward Steichens.
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