25. Mai 2012
Gregor Schneider baut gerade sein Haus u r in Sydney auf. Ausgerechnet dort, wo Carolyn Christov-Bakargiev als Leiterin der dortigen Biennale 2008 tätig war. Nun hat sie seine Ausstellung in der Kasseler Karlskirche unterbunden. Im Interview mit artnet äußert sich Schneider zu dem Skandal.
2012
Mai
Die documenta-Chefin zensiert Kunst im Kasseler Stadtgebiet. Auf ihren Wunsch wurde Gregor Schneiders Ausstellung abgesagt – eingeladen hatte ihn die evangelische Kirche.
Petter Olsen ist der Prince Charles des norwegischen Geldadels: kauzig, ein naturliebhabender Philanthrop, Höherem verschrieben. Doch lebt er dieses Image wirklich?
Chinas Kunstwelt in Aufruhr: 47 Millionen Euro brachte 2011 Qi Baishis Adler auf einer Kiefer. Aber ist das versteigerte Tuschegemälde vielleicht gar kein Original?
April
Die 7. Berlin Biennale fordert die Verbesserung der Welt mit Mitteln der Kunst. Egal, ob das obsolet ist, naiv oder großartig – mit der Umsetzung wird es noch dauern.
Udo Kittelmann liebt Spiel, Spaß und Spannung in der Kunstgeschichte. Das tut den Berliner Museen gar nicht gut. Zeit für eine Zwischenbilanz.
Die Neue Nationalgalerie wird 2015 saniert. Zeit, dass sich auch der Freundeskreis geistig instandsetzt.
März
Die Frieze Art Fair zieht auf die Überholspur. Wenn sie am 3. Mai in New York eröffnet, dürfte sie zur wichtigsten Kunstmesse der USA werden – während die Art Basel vor Problemen steht.
Januar
Eigen + Art ist wieder auf der Art Basel zugelassen. Ist die Jury eingeknickt vor dem Druck der Presse?
2011
November
Berlin tituliert sich gern als Kreativhauptstadt. Doch wo sind die Museen, wenn es um Mode geht?
Oktober
Im Kölner Kunstfälscherprozess wird es keine Befragung der Zeugen geben. Ob der vom Gesetz geforderten „rückhaltlosen Aufklärung“ damit Genüge getan ist, darf stark bezweifelt werden.
September
Noch mehr lofttaugliche Ideenkunst? Schon wieder ein Clever-Künstler von der Städelschule? Vielleicht ist diese Zeit langsam vorbei.
Ein eigenes Museum für Design? Die Initiative „Deutsches Design Museum“, angeregt vom Rat für Formgebung, hat in Berlin ihr ehrgeiziges Wunschprojekt vorgestellt.
Der Besuch einer Benefizauktion unterliegt gewissen Regeln. Die fünf Dos und Don’ts des Bietens im Sinne der guten Sache.
Ein Londoner Jurist fordert Denkmalschutz für die Werke des Sprayers Banksy.
August
Heute will jeder ein Kurator sein. Deshalb gibt es jetzt Studiengänge, Crash-Kurse oder Praxistests wie „based in Berlin“. Doch wo sind die Harald Szeemanns von heute?
Frank Stella kritisiert das Fehlen von Folgerechtsregelungen in den USA. Dabei galt genau das bisher als großer Standortvorteil des amerikanischen Marktes.
Juli
An diesem Samstag wäre Giorgio Vasari 500 Jahre alt geworden. Zeit, einige zentrale Begriffe des Jubilars gegen das Licht der Gegenwart zu halten.
Performance und Kunstmarkt: Wie geht das eigentlich zusammen? Haben temporäre Aktionen heute überhaupt noch mit Systemkritik zu tun? Schließlich finden sie heute nicht nur auf der Straße statt, sondern in Museen, Galerien und sogar auf Kunstmessen. Der neue Aufwind des Genres weht vor allem aus New York.
Juni
Auf der 54. Biennale von Venedig muss Tintoretto als kunsthistorische Krücke für eine kuratorische Idee herhalten. Doch die bröckelt so wie die Holzpfähle, auf denen die Stadt gebaut ist.
Im Umfeld der Biennale von Venedig hat sich der Großkitsch vermögender Grandseigneurs angesiedelt wie der Schwamm in verfallenen Palazzi. In diesem Jahr mehr denn je. Mit der Hauptveranstaltung sind diese pathetischen Giga-Shows insofern verwandt, als dass sie gewisse Überschneidungen von Namen aufdecken.
Jedes Metier hat seine Tücken. Auch der Kunsthändler auf dem Sekundärmarkt läuft gelegentlich Gefahr, unter Risiken und Altlasten in Sorge oder gar massive Probleme zu geraten. Dabei hat die Rechtsprechung längst festgelegt, wie die Spielregeln lauten.
Die Art Basel, die 1970 als Idee einer Gruppe lokaler Galeristen begann, hat sich in ihrer 42. Ausgabe zu einem wahren Kunstmessegiganten entwickelt. Wohl nirgendwo wird deutlicher, durch welch radikalen Wandel die Welt der Kunstmessen gerade geht. Während andere ihre Messe einstampfen, ist Basel munter dabei, sein Kontinente übergreifendes Netzwerk zu erweitern. Doch alles hat seinen Preis.
Woran lässt sich Erfolg im Industriedesign festmachen? Am adelnden Einzug ins Museum, Avantgarde-Potenzial oder schlicht an schnöden Verkaufszahlen? Die können nämlich mehr sein als bloß Know-how von Finanzkontrolleuren: Ausdruck der Magie des Objekts.
Kunstfälschen ist der Schelmenstreich im klassischsten Sinne, der Kopist selber oft ein Sympathieträger. Manchen lud man nach rechtskräftiger Verurteilung gar zu Ausstellung und Sektempfang ins Ministerium ein. Was ist es, das den Fälscher in der öffentlichen Wahrnehmung vom profanen Kriminellen abhebt? Eine Spurensuche.
Mai
Die Shortlist des Turner-Preises steht fest – und ruft eine gewisse Verwunderung hervor. Nicht unbedingt wegen Karla Black, Martin Boyce und Hilary Lloyd, deren originelle Konzeptkunst vom Kunstbetrieb abgesegnet ist. Fragen wirft vielmehr der Kandidat George Shaw auf. Seine Emaillebilder mit Vorortmotiven lassen jede Weitsicht vermissen.
Der Künstler Anselm Reyle zeigt seine Memphis-Möbel-Resteverwertung und bewegt sich im aktuellen Genre des Recycling-Designs. Dabei wußte es schon Adolf Loos besser: Statt immer Neues nur um einer eigenwilllig erweiterten Wahrnehmungssehnsucht willen zu kreieren, solle man doch bestehende Entwürfe weiter entwickeln und verbessern. Was also treibt die Recycler an?
April
In Deutschland hat er das Image eines Märtyrers, der sich furchtlos gegen das chinesische Regime stemmt. Doch wer ist Ai Weiwei eigentlich wirklich?
Joseph Beuys polarisierte nicht nur zu seinen Lebzeiten. Seine Kunst und sein – oftmals missverstandener – erweiterter Kunstbegriff sorgen bis heute für kontroverse Diskussionen. Nun beschäftigt er erneut auch die Gerichte, dieses Mal mit seinen Performances. Der Streit könnte zu einem Meilenstein in der Geschichte des deutschen Urheberrechts werden.
März
Beuys verstand Kunst als Instrument zur Befreiung des Menschen. Das gesamte Leben wollte er in der künstlerischen Gestaltung aufgesogen wissen. Dieses Mittel, das das Ende der Moderne und aller Traditionen einleitete, nannte er „Soziale Plastik“ – ein Verständnis, das bei Leonardo beginnt und bis heute relevant ist.
Sampling, Kopieren und Appropriation sind in der Kunst eine gängige Praxis. Nun klagt ein New Yorker Fotograf gegen den Street Artist Mr. Brainwash wegen der Verwendung seiner Aufnahme der Rap-Gruppe Run DMC aus dem Jahr 1985.
In Berlin unterhalten sich Vertreter aus Kunst und Wirtschaft über „Kultursponsoring“. Welche Vorzüge bietet die privatwirtschaftliche Förderung von Kunst- und Kulturprojekten? Allem Anschein nach: Eine Menge. Doch mögliche Nachteile werden als Vorurteile abgetan und nicht thematisiert.
Kandinsky lässt grüßen. Nicht nur dem Modernismus, selbst der Postmoderne hat er entscheidende Stichworte geliefert, auch wenn deren Geist mit seinem „Geistigen in der Kunst“ nicht mehr viel gemein hat. Mit seiner Selbsteinschätzung, er sei der erste, der jemals ein abstraktes Bild gemalt habe, lag er allerdings ziemlich falsch.
Möbel- und Kleidungsstücke verwandeln sich bei Wiebke Siem zu seltsamen, exotisch anmutenden Figuren aus Holz oder Stoff. Kochlöffel und Wischmop verweisen auf immer noch nicht überholte Klischeebilder des Weiblichen. Hanne Loreck stellt Wiebke Siems „rätselhafte Stellvertreter" vor, bei denen das Lustvoll-Spielerische immer wieder ins Unheimliche umkippt.
Copy and Paste ist en vogue. Junge Künstler bedienen sich heute wie selbstverständlich bei der Stilgeschichte des 20. Jahrhunderts. Wie viele Generationen müssen wir noch über uns ergehen lassen, die sich im Zitieren der Klassischen Avantgarde verheddern?
Es gibt mehr gute Kunst als teure Kunst. Frage: Wie wird sie teuer? Professor Jens Beckert, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln, hat den Markt für zeitgenössische Kunst untersucht und die Antwort gefunden: durch Reputation. Isa von Bismarck-Osten traf den Soziologen in Köln.
Februar
Kandinsky – ein Okkultist? Einer, der im Geistigen auch die Schatten der „Geister“ miteinbezog? Das will der Kunstbetrieb von heute mit seinem Hang zu Mixed Media und Migrationsthemen nicht wahrhaben. Hier wird das Geistige eher wie ein hochprozentiges Getränk goutiert, während junge Outsider-Adepten mit Harry-Potter-Gesten daherkommen.
Banksys Film „Exit Through the Gift Shop“ wird am 27. Februar in das Rennen um den Oscar als bester Dokumentarfilm gehen - der vorläufige Höhepunkt eines beispiellosen Hypes. Der britische Street-Artist fasziniert seit Jahren. Nun muss er sich die Frage nach seiner Glaubwürdigkeit gefallen lassen.
Januar
Mit der Entscheidung gegen die Teilnahme der Berliner Galerien Eigen + Art, Mehdi Chouakri und Giti Nourbakhsch gerät schlagartig die Auswahlpolitik der wichtigsten und weltweit umsatzstärksten Kunstmesse für Gegenwartskunst und klassische Moderne in den Fokus der Öffentlichkeit. Eine juristische Betrachtung.
Der Hype um moderne Designklassiker ist zum Labelkult geworden. Eames-Stühle in Toilettengrün oder Arne Jabobsen im Blümchenlook – um das Bildungsbürgertum stilsicher zu machen, kennen die Hersteller mit den Originalentwürfen kein Pardon. Dagegen haben junge Designer kaum eine Chance.
Zwei Berliner Galerien sind 2011 nicht zur Art Basel zugelassen. Kann der Grund dafür persönlicher Natur sein? Oder was steckt wirklich hinter solchen Jury-Entscheidungen?
2010
Dezember
Der Maler Florian Süssmayr galt als Münchens große Entdeckung. Heute fragt kaum einer mehr nach ihm. Dass er bloß ein hausgemachtes Phänomen war, das Bayern zu einem Kunststar verhelfen sollte, wird klar, wenn man über den Weißwurstäquator hinaus blickt.
Amerikanische Privatsammler wie die Rubells oder de la Cruz häufen tonnenweise Kunst an – ohne jedes Konzept. Einzelne Kunstwerke gehen in solchen Sammelsurien völlig verloren. Die Macht über den Markt ist den Käufern trotzdem gewiss.
Oktober
Wieder erörtert eine Berliner Diskussionsrunde die Probleme der Kunstkritik. Die artnet-Redaktion fordert Geld und Raum für echte Fachkritik.
Folgenreiches Urteil: Das Landgericht Düsseldorf hält die fotografische Dokumentation einer Aktion von Joseph Beuys für eine Verletzung des Urheberrechts.
September
Die DC Open Collectors’ Party war ein rauschendes Fest. Dass die Kölner Politik den Festakt ignorierte, konnte den Galeristen die Laune nicht verderben.
Die DC Open sind ein virtuelles, fantastisches Großmuseum aus 69 Galerien. Nun müsste die Politik das Projekt endlich angemessen unterstützen.
August
Die 6. Berlin Biennale wollte einem neuen Realismus die Bühne bieten. Am Ende wird sie zum Historien-Scharmützel.
Der Staat vernachlässigt die Kultur. Doch private Galerien, die anspruchsvolle Kunst produzieren, haben Anspruch auf mehr öffentliche Infrastruktur.
Juni
13 internationale Nachwuchskuratoren arbeiten in Berlin an den Ausstellungsideen von morgen. artnet unterstützt den Jungkuratorenworkshop der Berlin Biennale.
April
Die ART COLOGNE brachte vielen Galerien Umsatz. Hinter den Kulissen gab es auch Kritik. Doch nicht nur die Messe, der Standort Köln muss sein Profil deutlicher zeigen.
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