Kunstdossiers

Die dOCUMENTA (13) warf im Vorfeld viele Rätsel auf. Über Hunde, über Haare, und darüber, ob Erdbeeren ein Wahlrecht bekommen sollten. Die Künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Barkagiev verstieß gegen alle coolen Codes der Kunstszene – doch sie hatte ihre Gründe. artnet hat für Sie Details rund um die wichtigste Ausstellung der Welt gesammelt.


Jahr für Jahr zieht die Art Basel Millionen von Besuchern an – doch wer kennt die sonstigen Hotspots der Schweiz? artnet befragt in diesem Dossier Sammler, Künstler, Galeristen und Museumsleiter: Wie verträgt sich calvinistische Arbeitsethik mit Kreativität? Präzision mit Urgewalten? Schnöder Mammon mit künstlerischen Idealen? Und wo muss man hin, um junge Künstler zu sehen? Eine Einführung in die Geheimnisse Helvetiens.


Zum achten Mal findet in Berlin das Gallery Weekend statt. Vom 27. bis zum 29. April laden 51 Galerien die internationale Kunstszene zu sich ein. Mit rund 70 Künstlern machen sie Berlin wieder einmal zum Hotspot des aktuellen Kunstgeschehens. artnet ist Medienpartner des Gallery Weekend Berlin.

Die Art Cologne öffnet zum 46. Mal ihre Tore mit rund 200 Ausstellern aus 26 Ländern. Diesjährig kooperiert man mit der New Art Dealers Alliance (NADA) und hat so weitere 33 internationale Aussteller an den Rhein gelockt. artnet ist wie im Jahr zuvor Medienpartner der ältesten Kunstmesse der Welt. Alle Artikel zur Art Cologne 2012 im Dossier.

Der Krise zum Trotz: Private Sammler spielen im Kunstbetrieb eine immer größere Rolle. Sie fördern Institutionen, beherbergen Künstler und sichern die Existenz der Galeristen. Ohne sie wäre die Kunstwelt nicht nur ärmer, sondern auch weniger glanzvoll. Einige von ihnen genießen gar Promistatus und streifen durch Museen und Medien. Andere bleiben lieber im Hintergrund, sammeln Unpopuläres – und manche fangen gerade erst an. In einer neuen Reihe stellt artnet Ihnen Sammler vor, die noch nicht im Rampenlicht stehen.

Im größten Fälschungsskandal der Nachkriegszeit um die erfundenen Sammlungen „Knops“ und „Jägers“ steigt die Zahl der betroffenen Bilder stetig an. Der Handel ringt derweil um das Vertrauen der Kunden und steht vor der Frage, wie ein derartiges Debakel in Zukunft vermieden werden kann. Das artnet Dossier hilft bei der Suche nach Antworten.

Zum siebten Mal findet in Berlin das Gallery Weekend statt. Vom 29. April bis zum 1. Mai laden 44 Galerien die internationale Kunstszene zu sich ein. Mit rund 60 Künstlern machen sie Berlin wieder einmal zum Hotspot des aktuellen Kunstgeschehens. artnet ist Medienpartner des Gallery Weekend Berlin.

Die Art Cologne öffnet zum 45. Mal ihre Tore mit rund 200 Galerien aus 20 Ländern. Der Direktor der Messe, Daniel Hug, definiert die sechziger Jahre als neue Klassische Moderne – und erhebt damit das Rheinland zur jüngsten historischen Kunststätte. Der künstlerische Schwerpunkt der Messe liegt in diesem Jahr auf Panamarenko. artnet ist auch wie im Jahr zuvor Medienpartner der Art Cologne.

Mehrere Ausstellungen widmen sich derzeit dem Surrealismus. Auch die junge Kunst bezieht sich mehr denn je auf Duchamp und sein Umfeld. Deshalb hat das artnet Magazin ein Dossier erstellt, das in den nächsten Wochen das Revival des Surrealismus ins Visier nimmt – und zu erstaunlichen Erkenntnissen kommt.

Einhundert Jahre ist es her, dass Wassily Kandinsky seinen Essay „Über das Geistige in der Kunst“ verfasste, geschrieben 1910, veröffentlicht 1912. Sein Begriff von einer „inneren Notwendigkeit“, aus der heraus ein Künstler sein Werk schaffen müsse, ist seitdem nicht weniger relevant – aber heute scheinbar kaum noch aktuell.

Dr. Pascal Decker, Anna Blume Huttenlauch, LL.M. (New York), Dr. Christoff Jenschke

Recht schafft gesellschaftliche Ordnung durch Grenzen, Kunst sucht die Entgrenzung. Kunst und Recht scheinen sich diametral gegenüber zu stehen, doch beide gestalten die gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeit - das Recht, indem es regelnd eingreift, die Kunst, indem sie diese abbildet und reflektiert. Obgleich die Kunst selbst weithin Rechtsunabhängigkeit genießt, unterliegt ihre Alltagswirklichkeit, insofern diese auch den Künstler und den Umgang mit dem Kunstwerk betrifft, dem rechtlichen Normensystem. Das Recht tritt der Kunst nicht nur als gedanklich abstrakte Ordnung entgegen, sondern in Gestalt von Regeln für die Kunstpraxis. Im Dossier Kunst & Recht erläutern Juristen die Schnittstellen zwischen Kunst und Recht.

Zwischen Globalisierung und Goldgräberstimmung folgt die Kunst dem internationalen Kapital. Das Land der Ein-Kind-Ehe erlebt gerade einen ökonomischen und kulturellen Aufbruch, der ohne Gleichen ist. Für viele Mutige eröffnen sich Chancen im Vakuum rechtsfreier Räume, andere verharren in vorindustriellen Verhältnissen oder stürzen ab. Was passiert in einem Land, das, aller Traditionen weitgehend beraubt, sich kulturell neu orientiert? Welche „produktiven“ Missverständnisse entstehen zwischen westlich kodierten Kunstverwertungsstrukturen und neuesten Produktionsmöglichkeiten chinesischer Künstler? Die artnet Autoren berichten über die Labore und Präsentationsstätten der neuen Künstler.

Aus der bereits 1975 gegründeten The Pictura Fine Art Fair ist die heutige The European Fine Art Fair, bekannter unter dem Kürzel TEFAF, hervorgegangen. Die außergewöhnlichen Artefakte auf der Messe in Maastricht gelten als Magnet für ein ebensolch besonderes und internationales Publikum. artnet war für Sie vor Ort und liefert die Berichte zum Messeangebot sowie Fotos und Video.

artnet zeigt Ihnen Künstler, Ausstellungstitel, Adressen, Kontaktinformationen und einen interaktiven Kartenausschnitt als Navigationshilfe für die 69 Galerieangebote der Düsseldorf Cologne Open 2010.

Beim Jungkuratorenworkshop der Berlin Biennale diskutieren 13 internationale Nachwuchskuratoren Ausstellungsideen und Visionen. So nimmt das Museum von morgen Gestalt an.

Ironie hat einen zweifelhaften Ruf. Ironiker meinen das Gegenteil von dem, was sie sagen. Sie führen ihre Opfer aufs Glatteis und lassen es dort stehen. So ist es auch mit der Kunst. Ironie und Komik haben keinen guten Ruf. Ernsthafte Kunstfreunde halten das Lachen für unseriös. Überzeugte Kritiker halten die Ironie für zynisch. Doch abseits der Klischees und Vorurteile ist Ironie auch eine Waffe. Ironische Kunst setzt auf die feinen Unterschiede und hofft auf ein reflektiertes Publikum. Das gemeinsame Dossier von artnet und Kai 10 will genauer wissen, welche Rolle Ironie in der Kunst heute spielt. Hat das letzte Jahrzehnt eine andere, neue Ironie hervorgebracht?

Mit erstarktem Selbstbewusstsein eröffnet die ART COLOGNE in diesem Jahr ihre 44. Ausgabe. Deutschlands älteste Kunstmesse hat zuletzt eine rasante Entwicklung zurückgelegt. Als Daniel Hug 2008 neuer Direktor wurde, lag ein ehrgeiziges Programm vor ihm. Die abtrünnigen Platzhirsche unter den Galeristen mussten nach Köln zurückgeholt werden. Die Messe musste flexibler und dynamischer werden. Wie nebenbei hat Hug nicht nur dies geschafft, sondern auch die rheinische Szene um sich geschart. Man traut der Messe wieder Erfolge zu. 2010 ist artnet deshalb Medienpartner der ART COLOGNE. Mit einem Live-Blog und 202 Galerieseiten sind wir so umfassend und kritisch wie gewohnt vor Ort und analysieren Soll und Haben der Renaissance am Rhein.

Im Jahreskalender des Kunstbetriebs ist die Art Basel Miami Beach der einzige Pflichttermin, der Neidgefühle weckt. Schließlich liegt Miami im Sunshine State und die Pool-Parties genießen einen legendären Ruf. Doch in Wahrheit ist der Party-Rausch ausgeschlafen. Nüchternheit herrscht auf der Messe. Zwar steigen die Umsätze wieder und der Markt ist in Bewegung geraten. Doch die Vergrößerung der Hauptmesse legt vor allem ein Qualitätsproblem offen. Die Premium-Ware geht unter neben zu viel Standardware. Wird die Messe es in Zukunft schaffen, ihre Qualtätsansprüche durchzusetzen?

Das art forum berlin hat einen Neuanfang gewagt. Die 14. Ausgabe der Berliner Kunstmesse war ein Bekenntnis zur Bodenständigkeit und zum kaufmännischen Realismus. Erstmals wurden auch die klassischeren Epochen des 20. Jahrhunderts zugelassen. Viele Galerien reagierten auf diese Programmerweiterung mit soliden Accrochage-Ständen und brachten viele gute Einzelpositionen auf die Messe. Fazit: Die Verkäufe liefen besser als im Vorjahr, und immer noch ist das art forum berlin eine Kontaktbörse für Sammler, Händler und Institutionen. artnet hat in einem aktuellen Blog über Kunst und Verkäufe berichtet.

Manchmal ist es verblüffend, wie schnell aus gestern morgen wird. Eben herrschte im Rheinland noch Konkurrenzdenken zwischen den Kunsthauptstädten und Messestandorten. 2009 nun präsentieren sich 78 profilierte Galerien aus Köln und Düsseldorf als strategischer Verbund. Das artnet Magazin hat die DC open 2009 begleitet und direkt aus den Galerien in Köln und Düsseldorf berichtet. 78 Ausstellungsinformationen, 30 Reviews und eine Bildstrecke zeigen den rheinischen Aufbruch in seinen Facetten.

Inzwischen ist das Gallery Weekend ein fest etablierter Höhepunkt im Berliner Kunstbetrieb. Die gemeinsame Eröffnung von 38 Berliner Galerien macht aus der weitläufigen deutschen Hauptstadt ein Ausstellungsnetzwerk mit hochwertigen internationalen Positionen. 58 Künstlerinnen und Künstler wurden 2009 an drei Tagen gezeigt. artnet berichtete in 38 Reviews taggleich über das Event. Unsere Autoren bewerten alle gezeigten Werke und geben Orientierung im weitläufigsten und vielseitigsten Ereignis des Berliner Kunstfrühjahrs.

Das Teilnehmerfeld hat sich geordnet. 180 Galerien treten am Dienstag in Köln an, auf dem traditionsreichsten deutschen Kunstmarktplatz der Konkurrenz und dem Krisengerede zu trotzen. Ein Viertel davon sind Berliner Galerien. Nur 31 Galerien stammen aus Köln selbst. Dabei profitiert die Stehaufmesse am Rhein auch von einem verstärkten und dynamischeren Umfeld am Standort selbst. Dort haben die Abwanderung großer, etablierter Namen und der konjunkturelle Kehraus in Zeiten der Krise zum Schulterschluss der Galeristen geführt. Die junge Garde verbindet sich mit alten Platzhirschen und demonstriert das Vertrauen in die europäische Kunstmarkt-Tradition. Man glaubt in Köln wieder an die Anziehungskraft des Inhalts – und an den klassischen Sammlertyp mit langfristigen Interessen. Das artnet Magazin begleitet die Art Cologne in den nächsten Tagen und berichtet aus den Messehallen und direkt aus den Galerien im Umfeld der Messe.

Es ist der Morgen danach. Die Party ist vorüber, der Rausch vorbei. Die Kopfschmerzen sind so ausgeprägt, dass innere Werte plötzlich attraktiv erscheinen und Einkehr und Besinnung wie der nächste Hype gepriesen werden. In Wahrheit aber hat sich die bildende Kunst viel nachhaltiger zu einem Börsenbetrieb entwickelt, als eine Rezession das korrigieren könnte. Das in Zusammenarbeit mit dem Florentiner Centro di Cultura Contemporanea Strozzina (CCCS) entstandene artnet-Dossier „Art, Price & Value“ postuliert deshalb nicht die „Rückkehr der Inhalte“, sondern fragt direkt und umweglos nach dem Wert der Kunst. Was kostet die Kunst und wer entscheidet über ihren Preis? Gibt es noch verbindliche Kriterien für Wert und Werte? Ist das Teure und Rare eine Welt für sich, eine Sphäre des Luxus? Gibt es sinnvolle Kriterien, mit denen sich Übertreibung und Preisgerechtigkeit voneinander abgrenzen lassen?

Das Gallery Weekend Berlin versammelte 2008 34 Galerien zu einem konzertierten Eröffnungswochenende. artnet berichtet schon am Eröffnungstag mit 16 Autoren online und im Print über die Ausstellungen. Jede künstlerische Position wird dabei in einer Rezension vorgestellt. So trägt artnet als Mediapartner einem neuen Phänomen im Galerie- und Ausstellungsbetrieb Rechnung. Vernetzte Events zeigen Kunst verdichtet wie eine Messe, präsentieren die Werke aber im natürlichen Umfeld der Galerie. Das artnet Magazin wird für seine Leser zum virtuellen Schaufenster des Gallery Weekends.

Fotografie ist allgegenwärtig. Ihre Omnipräsenz lässt Kunstwissenschaftler vom Iconic Turn sprechen und Urlauber in Erinnerungen schwelgen. Ist es tatsächlich so, dass Fotografie das erfolgreichste Mittel ist, um uns unserer Realität zu versichern? – Wenn ja, dann stellen sich einige Fragen. Denn im Kern ist Fotografie eine sechshundert Jahre alte Bildtechnik. Jede Kamera ist im Grunde Maschine gewordene Zentralperspektive und reproduziert damit Raum- und Zeitkonzepte der Frührenaissance. Dass die menschliche Wahrnehmung ganz anders funktioniert weiß man spätestens seit dem Manierismus. Dennoch bleibt die zentralperspektivische Formatierung unseres Blicks durch die Fotografie erstaunlich präsent. Welche Gründe es gibt, warum vormoderne Bildkonzepte nach wie vor wirkungsmächtig sind und welche künstlerischen Verwertungs-, oder Gegenstrategien es gibt, zeigt das von Eric Aichinger betreute Dossier.

Sie sollte Berlins künstlerische Zukunft wie unter einem Brennglas zeigen: die Temporäre Kunsthalle Berlin. In einem Labor in der Mitte der Stadt sollten Künstler und Kuratoren testen, welche Kunstinstitution Berlin braucht. Die Kulturpolitik sollte hier aufregende, neue Konzepte schmecken und Lust auf Reformen bekommen. Das artnet-Dossier zeigt, wie Berlin eine historische Chance verpasste und noch immer auf die Kunsthalle von morgen wartet. Der erlösende Zauber ist ausgeblieben.

Vom 29. September bis 3. Oktober 2007 findet zum 12. Mal das ART FORUM BERLIN – die internationale Messe für Gegenwartskunst – auf dem Messegelände Berlin statt. Unter dem Slogan „About Beauty“ präsentieren rund 120 Galerien aus über 25 Ländern zu Beginn der Herbstsaison ihre Zugpferde und Newcomer. Malerei, Skulptur und Installation, Video und Fotografie, Arbeiten auf Papier sowie Editionen und Multiples sind vertreten. Seit 2004 wird das ART FORUM BERLIN außerdem durch eine Sonderausstellung ergänzt, die sich thematisch an Berlin und seine künstlerische Produktion anlehnt. Ihr diesjähriger Kurator Ami Barak (Paris) beleuchtet in „House Trip“ die Tendenzen zur neuen Innerlichkeit in der Kunst.

Das Kunstjahr 2007 steht im Zeichen der documenta 12. Nach wie vor gilt sie als DIE Ausstellung zeitgenössischer Kunst, trotz aller Konkurrenz. Als diesjährige Leitmotive präsentiert uns der Künstlerische Leiter Roger M. Buergel drei Fragen – doch auch wir haben Fragen. Jede Woche bis zum Ende der documenta wird das artnet Magazin in diesem Dossier das künstlerische und theoretische Konzept der documenta 12 genauer unter die Lupe nehmen, einzelne Künstlerinnen und Künstler porträtieren und fragen: Was heißt heute Schönheit? Lassen sich die Menschen zur Kunst erziehen? Und: Steht die documenta wirklich jenseits des Kunstmarktes?

Welchen Sinn hat Kunst? Welche Kunst hat Sinn? Die Frage klingt so antiquiert wie überflüssig. Die Debatte um Kunst, ihre Bestimmung, ihre „Wahrheit“ scheint verstummt zu sein. Doch ersetzt der Erfolg einer Sache wirklich die Frage nach ihrem Sinn? Der französische Philosoph Jean-François Lyotard (1924-1998) hat mit seiner Ästhetik des Undarstellbaren, die den „Augenblick von Kunst“ thematisiert, bevor sie zum Gegenstand medial gefilterter Öffentlichkeit, kunsttheoretischer Klassifikation und merkantiler Verwertung wird, möglicherweise ein Motiv geliefert, das die Frage nach Kunst in einem radikalen Sinne (wieder) zu stellen erlaubt. Geschieht Kunst? In diesem Dossier erproben unsere Autorinnen und Autoren Lyotards Ansatz ob seiner Tauglichkeit in Bezug auf genau diese Frage – mit offenem Ausgang.

Im Juli 2006 gab die Stadt Berlin das Gemälde „Berliner Straßenszene (1913)“ von Ernst Ludwig Kirchner an die Erbin der jüdischen Sammlerfamilie Hess zurück. Die umstrittene Restitution eines der bedeutendsten Werke des Brücke-Museums Berlin entfachte die Diskussion um den Umgang mit Restitutionsansprüchen und deren Rechtmäßigkeit im Einzelfall. Auch diesbezügliche aktuelle Praktiken des internationalen Kunsthandels stehen im Fokus der Debatten. Die wichtigsten Dokumente zum Fall und weiterführende Artikel im Dossier.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte - so heißt es. Zwischen Sprechen und Zeigen, zwischen Bild und Text verläuft eine Demarkation, die die besondere Spannung unserer Kultur ausmacht. Der Macht der Bilder steht die Macht der Sprache gegenüber und nicht wenige vermuten, wahrscheinlich nicht zu Unrecht, eine Komplizität zwischen Bild und Macht. Dabei gibt es immer auch Versuche, diese Komplizenschaft durch eine bestimmte, eben künstlerische Praxis der Bilder selbst aufzukündigen. Darüber hinaus aber ist ”Image“ als abgekürzte Kommunikation zu verstehen, die tieferes Verständnis nicht voraussetzen will. Bilder sind so erfolgreich, weil sie schneller als der Gedanke sind.

Die metaphysische Krise des Westens ist manifest. Kunst als Ersatzreligion ist zum Gemeinplatz geworden, das Zeitalter der Bilder ist ausgerufen und der Kapitalismus zum einzigen Weltmodell geworden. Fundamentalismen im Orient und Okzident sind auf dem Vormarsch. Vor diesem Hintergrund hat die Kunst das Thema Religion neu entdeckt - doch nimmt sie es ernst? Kunst selbst hat sich vielleicht niemals ganz von ihrer kultischen Funktion emanzipiert und stand immer schon in einem prekären Spannungsverhältnis zum Projekt der Aufklärung. Ist eine Résistance der Bilder gegen die Re-Mythisierung der Gesellschaft denkbar? Oder leistet die Kunst unwillentlich neokonservativen Tendenzen Vorschub?

Geld und Kunst sind gleichermaßen abstrakte Bereiche menschlichen Zusammenlebens. Eines lässt sich gegen alles eintauschen, das andere entzieht sich den ökonomischen Gesetzen soweit, dass es genauso symbolisch wird. Die Spannung zwischen Tausch und Symbol erzeugt eine Arena menschlicher Begierden und exaltierter Überbietungsstrategien. Welche Regeln in diesem Feld gelten, welche man brechen muss, um erfolgreich zu sein, untersuchen die artnet Autoren in diesem Dossier.

In den vergangenen Jahren hat das öffentliche Interesse an der Thematik der Raub- und Beutekunst aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges international stark zugenommen. Gerade der Kunsthandel verlangt nicht mehr nur vordergründig nach der Bestätigung der Echtheit eines Werkes, sondern vor allem nach Belegen für seine lückenlose Herkunft. Das Dossier „Kunst und Restitution“ soll dazu beitragen, einen Überblick über die Entwicklungen auf dem Gebiet der Provenienzforschung zu ermöglichen und auf bundespolitische und juristische Bedingungen aufmerksam zu machen.