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BESTIARIUM. Das Tier in der Kunst    31. Mai - 2. Jun 2012

Punto (Fuchs)
Darya von Berner
Punto (Fuchs), 1998
 
Lupus viator
Darya von Berner
Lupus viator, 1993
 
Untitled (Op. 7. (C.))
Darya von Berner
Untitled (Op. 7. (C.)), 1996
 
Stierkopf II
Karl Hartung
Stierkopf II, circa 1954-1956
 
Absteigende Kühe
Ernst Ludwig Kirchner
Absteigende Kühe, 1937
 
Hundekopf
Ernst Ludwig Kirchner
Hundekopf, 1908
 
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BESTIARIUM. Das Tier in der Kunst

Basso, Berner, Büche, Dunoyer de Segonzac, Fetting, Hartung, Heckel, Hödicke, Kirchner, Klümpen, Müller-Oerlinghausen, Nolde, Pechstein, Pizzi Cannella, Rohlfs, Schmidt-Rottluff, Schultze, Spoerri, Ursula, Waydelich, Winter

31. März – 2. Juni 2012

Die Darstellung von Tieren in der Kunst geniesst seit geraumer Zeit grosse Beliebtheit. So finden sich bereits in den frühesten bekannten Felsmalereien der Steinzeit Jagddarstellungen mit faszinierenden Wiedergaben von wilden Tieren. Diese Vorliebe kann durch die Jahrtausende bis heute nachvollzogen werden: von den Tiergöttern der frühen ägyptischen Kultur, über die Darstellung von Mischwesen der alten Griechen und Römer, bis zu der symbolhaften Tierornamentik des Mittelalters. Während der Renaissance emanzipierte sich die Tierdarstellung aus ihrer symbolischen und allegorischen Verpflichtung. Es entstanden Naturstudien. Eine eigene Gattung sollten Tierdarstellungen aber erst im Laufe des 17. Jahrhunderts in der niederländischen Malerei bilden, durch das Auftreten des „Tierstücks“. In dieser Tradition sind die ausgestellten Werke anzusiedeln.

Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte, Radierungen, Lithographien und Plastiken sowohl von Haus- wie auch von wilden Tieren zeigen, dass die Beschäftigung mit dem Thema bis heute anhält. Wunderbare Detaildarstellungen von Hirschen, Füchsen oder Wildschweinen von der spanischen Künstlerin Darya von Berner direkt auf Samt gemalt, lassen uns an Schnappschüsse in freier Wildbahn denken, wo diese Tiere beim Rennen, Röhren oder Äsen wiedergegeben werden. Ähnlich ging Ernst Ludwig Kirchner 1908 in der Zeichnung „Hundekopf“ vor, wo Kopf und Brust eines Hundes wie in einem Portrait zur Darstellung kamen.

Eher als Einzeldarstellungen, wie sie sehr schön in Rainer Fettings Aquarell „Wolf“ von 1984 zu sehen sind, umfasst die Ausstellung eine ganze Reihe von Tierszenen. Weidende Pferde und Kühe, Hirten mit Schafen oder Ziegen belegen, wie wichtig vor allem den expressionistischen Künstlern Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Hermann Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff dieses Thema war.

Fabelhafte Tierwelten, in denen man die Rochen und Insekten mehr erahnen, als erkennen kann, hat Bernard Schultze in seinen farbenfrohen Gemälden erschaffen, während Daniel Spoerri echte, ausgestopfte Tiere oder Tierknochen in seine Assemblagen eingebaut hat.

Ebenfalls von Spoerri stammen einige Bronzen, wie der „Stierschädel“ oder „Tintin Elefant“, in denen der Künstler Tierschädel oder –knochen mit Fundstücken kombinierte. Das Werk „Sevilla-Serie Nr. 13. Mit Sägefisch-Unterkiefer und 'Hecht'-Keramik“ gehört zu den für den Künstler so typisch gewordenen „Fallenbilder“, auf denen sich die Reste einer Mahlzeit befinden. Als Tischdekoration hatte Spoerri Teile eines Sägefisches und einen Keramik-Fisch ausgewählt. Dieses Werk erzählt am eindrücklichsten von der Abwesenheit des Menschen, welche die gesamte Ausstellung charakterisiert. Nur vereinzelt wird dieser dargestellt und wenn, dann auch nur in Funktion des Hirten, des Reiters oder des Melkers.

Die Liebe zum und das Interesse für das Tier ist aus diesen Werken herauszulesen. Tiere sind die zentralen Darstellungsobjekte, sie werden zum Hauptmotiv erhoben, werden portraitiert, abstrahiert, stilisiert oder in Bronze gegossen. Die Ausstellung zeigt beispielhaft die Auseinandersetzung mit dem Thema seit 1908 bis heute.

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