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Daniele Buetti: garcon, l´addition!    31. Aug - 20. Okt 2012

Be my
Daniele Buetti
Be my
 
I'm too old for this shit
Daniele Buetti
I'm too old for this shit
 
Oh boy oh boy V_B2
Daniele Buetti
Oh boy oh boy V_B2, 2012
 
Oh boy oh boy XII-C
Daniele Buetti
Oh boy oh boy XII-C, 2011-2012
 
Oh boy oh boy XVIII_A
Daniele Buetti
Oh boy oh boy XVIII_A, 2011
 
Smells like the end of revolution
Daniele Buetti
Smells like the end of revolution
 
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Daniele Buetti: garcon, l´addition!
Eröffnung am 31. August 2012, 19 Uhr
Ausstellungsdauer bis 20. Oktober 2012

Die Galerie Bernhard Knaus Fine Art zeigt ab dem 31. August 2011 in einer Einzelausstellung neue Arbeiten des Schweizer Künstlers Daniele Buetti (*1955) aus der Werkserie „Oh boy, oh boy", die der Künstler im Jahr 2008 begonnen hat.

Die Bilder dieser Serie erinnern in ihrer Erscheinung an die frühzeitliche Mosaikkunst und ihrer Flächigkeit und Farbigkeit an Glasfenster. Eine von Buetti bewusst gesetzte Assoziationsebene, die nicht nur an alte Bildwelten erinnern sondern auch von den Motiven her Assoziationen wecken sollen, zu Bildern, die sich in unserem kulturellen Gedächtnis festgesetzt haben.
Wie schon bei seinen früheren Arbeiten ist auch hier die Fotografie der Ausgangspunkt. Die als Vorlage verwendeten Bilder dokumentieren Begebenheiten von Terror, Kriegen und religiös motivierten unlösbaren Konflikten, deren Grausamkeit und das damit verursachte Leiden, Bestürzung hervorrufen. Meist erreichen uns und die Medien diese Bilder nur über private Aufnahmen und verschlungene Pfade. Der Künstler abstrahiert diese Bilder und löscht dadurch große Teile der Informationen aus. Durch die Darstellungsform und dem ihr zugrunde liegenden Charakter erhalten sie einen nahezu ikonenhaften Ausdruck.
Wie immer irritiert uns Buetti auch hier mit einem Sinn für bildästhetische Arrangements und einer vorgeblichen verführerischen Schönheit. In vielen Arbeitsschritten am Computer erfahren die Ausgangsmotive eine vielfache digitale Überarbeitung und werden so stark abstrahiert, so dass deren ursprünglicher Inhalt hinter der Ästhetik zu verschwinden scheint. Bildteile werden nach und nach herausgelöst und durch kleinere und größere Farbflächen ersetzt. Lediglich die Umrisse der zentralen, ebenfalls in kleinste Farbsegmente unterteilten Figuren und Strukturen bleiben ansatzweise erkennbar. Der Eingriff geht aber weiter. Buetti lässt die Umrisslinien mit einem Laser-Konturen-Schnitt ausfräsen, so dass eine mosaikartige Oberfläche entsteht.
In den meisten Arbeiten sind mehrere Figuren zu erkennen. Ohne das Original sind die Szenen nicht wirklich eruierbar, es bleiben Andeutungen, Projektionsflächen für Motive, die wir aus anderen künstlerischen Darstellungen kennen. Nicht zuletzt weil in der Arbeit „Oh boy oh boy_V“ die eindeutig als Aufnahme des von amerikanischen Soldaten gequälten Gefangenen aus Abu Ghraib in Bagdad erkennbar bleibt, stellt sich beim Betrachter durch den Hinweis auf den nur zu erahnenden Ursprung der Motive bei allen Arbeiten der Serie eine Unsicherheit über das ein, was wir uns da gerade anschauen. Die Ambivalenz wird denn auch über den Titel der Serie spürbar verstärkt. In der deutschen Entsprechung des Werkgruppentitels „Junge, Junge!“ als Ausruf der Verwunderung ist denn auch nicht so klar festlegbar ob dieser Ausspruch nun Ausdruck der Freude oder doch der Verzweiflung ist.
In den 1990er Jahren macht sich Daniele Buetti mit Verfremdungen und Überarbeitungen von Fotografien der Werbe- und Modewelt einen Namen, mit denen er gesellschaftliche Ideale von makelloser Schönheit und Identität stiftenden Konsumzwang durch das Verletzen der Oberfläche dieser Fotografien oder durch das Perforieren der Bilder konterkariert.
Auch in der neuen Werkreihe “oh boy oh boy” wird Daniele Buettis kritischer Ansatz erst auf den zweiten Blick erfassbar. Greuelbilder wie diese aus den Gefängnissen von Abu Ghraib und Guantánamo scheinen durch die Medien ihren Schrecken zu verlieren, da das ständige Herumzeigen sie auf den reinen Wert der Wiedererkennung reduziert hat.

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Daniele Buetti: garcon, l´addition!
Opening August 31, 2012, 7 pm
Exhibition until October 20, 2012

In a new solo show Bernhard Knaus Fine Art exhibits recent works by the renowned Swiss artist Daniele Buetti (*1955) from his series „oh boy, oh boy“, which the artist has started in 2008.

The pictures of this series are reminiscent of early mosaics as well as of coloured glass windows. The artist sets these associations deliberately with strong links to pictorial traditions on the one hand and to motives which are imprinted on our cultural memory on the other.
Like in his earlier works, everything starts with photographic images. However, in this case Buetti reuses images, which do not derive from fashion magazines but from documentary photography. They tell from terror, war and seemingly insoluble conflicts. Their cruelty and suffer cause dismay. Mostly, these images reach us only via private snapshots along intricate paths. The artist converts these pictures towards abstraction and thereby extinguishes large parts of their information. Through the form of their new presentation and its underlying character, they nearly become icons. As before, Buetti irritates us with a sense for aesthetic arrangements and a pretended enticing beauty.
The artist transforms the original motives in many production steps on the computer in such a way that their original content seems to disappear behind the aesthetic surface. Parts of the pictures are extracted and substituted with coloured pieces in different sizes. Merely the outlines of the central figures and structures remain rudimentarily recognizable, although they are also segregated into little colour-segments. However, the intervention goes further. The outlines are cut out with a laser contour cut, so that a mosaic-like surface emerges.
In most works, several figures are to be recognised. Without knowledge of the original image, the scenes are not discernible. Only indications remain. In the work „oh boy oh boy_V“, an image of a prisoner tortured by American soldiers from Abu Ghraib in Bagdad remains unambiguously recognizable. As a result, incertitude arises in terms of what we see in all other works of the series. The title of the series pushes this ambivalence even further. As an exclamation of surprise the German correspondence of the series title „oh boy oh boy! “ leaves open whether it is a remark of joy or, nevertheless, desperation.
In the 1990s, Daniele Buetti became well known for his alienations of photographs from the world of advertising and fashion. By scratching or perforating the surfaces of these photographs, he foiled social conventions of beauty and identity based on consumption.
Also in his new series “oh boy oh boy” Daniele Buetti’s critical approach becomes detectable only at a second view. Horror-pictures like the ones from the prisons of Abu Ghraib and Guantánamo seem to lose their fright by constant reuse in the media, which has reduced their value to pure means of recognition. Somehow, Daniele Buetti has found a way to render their aura.

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