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Leiko Ikemura: Beyond the lake    8. Jun - 20. Jul 2012

Blue Landscape II
Leiko Ikemura
Blue Landscape II, 2010
 
Blueish Horizon
Leiko Ikemura
Blueish Horizon, 2008
 
Figure Scape I
Leiko Ikemura
Figure Scape I, 2012
 
Figure Scape II
Leiko Ikemura
Figure Scape II, 2012
 
Figure Scape III
Leiko Ikemura
Figure Scape III, 2012
 
Figure Scape V
Leiko Ikemura
Figure Scape V, 2012
 
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Leiko Ikemura: Beyond the lake
Landschaften 2008 bis 2012 und ein Gemälde von Ferdinand Hodler

Vom 8. Juni bis 21. Juli 2012 zeigt die Galerie Haas Landschaftsbilder der japanisch-europäischen Künstlerin Leiko Ikemura zusammen mit einem Werk von Ferdinand Hodler.

In Japan geboren und aufgewachsen, aber seit mehr als 30 Jahren in Europa lebend, hat Leiko Ikemura immer neue Sprachen, Kulturen und Orte auf unserem Kontinent kennen gelernt, hat sich mit ihnen verbunden und ist doch stets ihren Wurzeln treu geblieben. Ikemuras Art, Raum und Figur darzustellen und miteinander zu verbinden, sagt sehr viel über ihre Herkunft und deren Selbstverständnis aus.
In einer Serie neuerer Bilder aus den Jahren 2008 bis 2012 beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Topos der Landschaft. Der Begriff Topos bzw. Ort spielt in der japanischen Philosophie eine besondere Rolle. Im Gegensatz zum dominanten Subjekt-Objekt-Dualismus der westlichen Philosophie vertritt die japanische Philosophie die Vorstellung des unmittelbaren Augenblicks der Wahrnehmung, wenn also noch keine Unterscheidung zwischen wahrnehmendem Subjekt und wahrgenommenem Objekt geschehen ist und noch kein Urteil über das Wahrgenommene gefällt worden ist. „…eine Farbe …lässt sich …sehen, ohne dass zwischen Subjekt (der eigenen Person) und dem Objekt (der wahrgenommenen Sache) unterschieden werden muss.“
Ganz in diesem Sinne sind Ikemuras Landschaften zu verstehen: Berge, Seen, Buchten, Täler, Tiere, Figuren erscheinen in einer Perspektive, die als emotional bezeichnet werden kann, weil sie die Betrachter nicht nur vor, sondern auch mitten in das Bild setzt. Zwar verstehen wir im ersten Moment nicht, warum uns die Bilder emotional so sehr berühren. Durch Ikemuras vereinnahmende Perspektive eines Allraumes aber werden diesen Wesen und die ganze Landschaft zu vertrautem Terrain und wir Teil davon. „Betrachte die vorbeiziehenden Wolken, werde zur Wolke“, schreibt Leiko Ikemura selbst in einem Haiku. „Betrachte die Landschaft, werde Teil der Landschaft“, sagen uns diese Bilder. Ähnlich Hodlers Landschaften, von denen Ikemura stark inspiriert wurde, entführen uns ihre Bilder in kosmisch visionäre Welten, die uns umarmen können.

Über den Bezug zu Hodler und zur Schweizer Landschaft spricht die Künstlerin ein einem Interview, das im Katalog zur Ausstellung abgedruckt wurde.

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