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Olaf Holzapfel 'wie ein Teil von Etwas' (Berlin)    30. Okt - 18. Dez 2010

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Olaf Holzapfel
Ausstellungsansicht, 2010
 
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Olaf Holzapfel

Wie ein Teil von Etwas. Nakano Sakaue Serie 2007 – 2009
30. Oktober – 18. Dezember 2010
Eröffnung 29. Oktober | 18.00 – 21.00

Wie ein Fußweg an die Gestalt japanischer Schriftzeichen und Gärten erinnert.

In der Nakano Sakaue Serie wird etwas Nebensächliches – wie die Blindenmarkierungen in den Straßen und U-Bahnen Tokios – zum Gegenstand der Betrachtung erhoben. Die Zeichen sind gestapelt, gezackt, zerschnitten, wie zufällig zusammengesetzt – ganz offensichtlich ohne fest stehende Ordnung. Und doch sind sie verständlich, auf die Situation formuliert. Sie erinnern an Tuschemalerei des Sumi-e. Ihre Logik ist visuell. Der Boden unter den Füssen beschreibt, wie die Menschen in Tokio miteinander handeln, sich vereinbaren. Es sind spezifische Verhandlungen einer sich mit sich selbst beschäftigenden Stadt. Die Zeichen veranschaulichen neben ihrer Funktion auch die Beziehung des mentalen Innenraumes gegenüber seiner Peripherie, den Übergang von der Innensicht des wahrnehmenden, sehenden - blinden Großstadtmenschen – des Blinden, zu seiner Außenwelt. Ein Übergang, der in Tokio dem Modell des japanischen Gartens und der beziehungsvollen Inseln Japans gleichkommt.

Landschaft und Topografie beeinflussen die Spuren in unserem Denken. Olaf Holzapfel fotografierte in urbanen Räumen wie Tokio, Buenos Aires oder Istanbul diese Spuren als einen visuellen Spiegel unseres aktuellen und historischen Handelns. Er geht der Arbeitsthese Gotthard Günthers nach, dass philosophische und tatsächliche Landschaft in Abhängigkeit zueinander stehen. Gleichzeitig tritt er seiner These entgegen, dass diese Beziehung zwischen Topografie und Denken seit der Moderne und wiederum nach der Globalisierung ihr Ende gefunden hat.

Es zeigt sich, dass die Enden des Denkens offen verborgen im Alltag sind.

Holzapfels Fotografien beobachten, dass es bei aller Veränderung der kulturellen Mittel eine erstaunlich kontinuierliche Verbindung der Menschen zu ihrer Landschaft gibt. Sichtbar wird sie meist an Orten, die keine vordringliche Präferenz in unserer Gestaltung haben und gewissermaßen im Vorbeigehen verändert werden. Aktuell arbeitet Holzapfel an einem Projekt, dass sich mit der Landschaft der Sorben beschäftigt.

Das Buch Olaf Holzapfel: Nakano Sakaue. Verhandelte Zeichen mit einem Text von Andreas Spiegel ist bei Sternberg Press 2009 erschienen.

Diese Ausstellung findet im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Berlin statt

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Olaf Holzapfel

Like a part of something. Nakano Sakaue Series 2007 – 2009
October 30th – December 18th, 2010
Opening October 29th | 6.00 – 9.00 pm

How a footpath is reminiscent of the form of Japanese gardens and Japanese script.

In the Nakano Sakaue Series, something marginal – such as tactile floor markings for the blind in the streets and subway stations of Tokyo – is handled as an object of contemplation. The markings are stacked, jagged, cut, assembled as if by random ¬– quite obviously devoid of any concrete order. Nevertheless, they are understandable, formulated according to the situation. They are reminiscent of the ink paintings of Sumi-e. Their logic is visual. The ground underfoot describes how the people of Tokyo behave in relation to one another, how they arrange themselves. These are specific negotiations of a city engaged with itself. The markings demonstrate not only their own function, but also the position which an inner mental space takes up in relation to its periphery, the passage from the inside or personal view of the perceiving blind dwellers of the metropolis to their external world. A passage which parallels, in Tokyo, the paradigm of the Japanese garden and the interrelated islands of Japan.

Landscape and topography influence the traces in our thought. In urban spaces such as Tokyo, Buenos Aires or Istanbul, Olaf Holzapfel photographed these traces as a visual mirror of our current as well as historical actions. He follows the thesis of Gotthard Günther, which states that philosophical and real landscapes are interdependent. At the same time, he counters Günther’s thesis with the claim that this relation between topography and thought has found its end since Modernity and, in turn, since globalization.

It appears that the ends of thought are explicitly concealed in the everyday.

Holzapfel’s photographs observe that there is an astoundingly continual connection, even considering all the changes of cultural methods and techniques, between people and their landscape. This connection becomes visible most commonly in places which hold no prior preference in our organization and which become altered, as it were, in passing. Holzapfel is currently working on a project which deals with the landscape of the Sorbs.

The book Olaf Holzapfel: Nakano Sakaue. Verhandelte Zeichen with a text by Andreas Spiegel was published in 2009 by Sternberg Press.

This exhibition is taking place as part of the European Month of Photography, Berlin.

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