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When Attitudes Become Icons (Zurich)    29. Aug - 16. Nov 2013

Straw Piece
Gary Kuehn
Straw Piece, 1963
 
Untitled
Gary Kuehn
Untitled, 1969
 
#803
Michael Venezia
#803, 1973
 
SPZ
Michael Venezia
SPZ, 1972
 
Untitled # 11
Michael Venezia
Untitled # 11, 1972
 
 
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When Attitudes Become Icons

Bill Bollinger | Joseph Beuys | Jan Dibbets | Michael Heizer | Paolo Icaro | Gary Kuehn | Keith Sonnier | Michael Venezia | u.a.

29. August - 16. November 2013

Eröffnung: Donnerstag, 29. August 2013, 18–20 Uhr
mit Buchpräsentation «Gary Kuehn: Five Decades». Gary Kuehn wird anwesend sein.

Virtueller Rundgang durch die Ausstellung

Harald Szeemanns berühmte Berner Ausstellung «Live In Your Head: When Attitudes Become Form» (1969) wird derzeit in der Fondazione Prada in Venedig wiederbelebt. Häusler Contemporary Zürich knüpft an diese Neuauflage an in einer Gruppenschau mit ehemaligen Teilnehmern der legendären Ausstellung: Werke aus jener Umbruchszeit von Bill Bollinger, Gary Kuehn und Keith Sonnier, die alle drei schon lange im Programm der Galerie vertreten sind, sowie Arbeiten von einigen weiteren Künstlern wie Joseph Beuys, Jan Dibbets, Michael Heizer, Paolo Icaro und anderen machen die neuartig schöpferische Energie der damaligen Zeit erfahrbar.

«When Attitudes Become Form» - Harald Szeemanns legendäre Ausstellung, die er 1969 in der Kunsthalle Bern realisierte, hat mittlerweile beinahe mythischen Gehalt. Sie markiert einen Moment in der Kunstgeschichte, wo neue künstlerische Tendenzen sowohl aus Amerika wie auch aus Europa selbstbewusst als solche erkannt und in einer Überblicksausstellung erstmals gebündelt wurden. Dabei liess sich dieses «Neuartige» nicht auf einen konkreten Nenner in der Erscheinung der Werke bringen. Vielmehr waren es Merkmale der Werkentstehung und der künstlerischen Haltung, der Attitüde eben, welche Szeemann in seiner Gruppenausstellung vorstellte: das Prozessuale, das Konzeptuelle, das Ephemere waren Aspekte, welche die Künstlerinnen und Künstler der späten 1960er interessierten und die heute längst zum gängigen künstlerischen Vokabular gehören. Eine Vielzahl von ungewohnten, alltäglichen Materialien wurde zu unaufgeregt losen Installationsanordnungen und offenen Formfindungen kombiniert, denen etwas scheinbar Zufälliges, etwas im Entstehen Begriffenes anhaftete. Bill Bollingers «Screen Piece» etwa bestand aus einem rechteckig geschnittenen Stahldrahtgitter von 2.4m Höhe und 4.8m Länge, das schräg gegen eine Wand gelehnt war. Keith Sonnier einte in seinem «Neon with Cloths» (1968) die kühle Ästhetik einer sichelförmigen Neonröhre mit der weichen Haptik von Stofffetzen. Und Gary Kuehn zeigte Skulpturen, welche Materialeigenschaften subtil unterwanderten, indem zum Beispiel ein matratzenähnliches, hartes Fiberglasobjekt zwischen den Holzböcken einzusinken schien, auf die es locker aufgelegt war.

All diese Werke sind mittlerweile zu Ikonen der Kunstgeschichte geworden. Wie das Remake von «When Attitudes Become Form» in Venedig ermöglicht die Ausstellung bei Häusler Contemporary Zürich es nun, das schöpferische Umbruchspotential dieser kunsthistorisch bedeutenden Phase hautnah zu erleben. Unsere Ausstellung präsentiert in kleinerem Rahmen mit einer gezielten Auswahl von Künstlern aus Szeemanns Ausstellung Werke, welche nicht in Bern selbst gezeigt wurden, die aber aus derselben Zeit stammen und somit den Blick auf die neuen künstlerischen Grundsätze über jene bekannten Werke hinaus erweitern und vertiefen. Es sind exklusive frühe Arbeiten von Bill Bollinger, Gary Kuehn und Keith Sonnier, den Künstlern aus unserem regulären Programm, die dank der Kooperation mit anderen Galerien und privaten Leihgebern um weitere wichtige Werke von Joseph Beuys, Jan Dibbets, Michael Heizer, Paolo Icaro und anderen ergänzt werden können.

Ausserdem zeigen wir in diesem Kontext auch zwei «Spray Paintings» aus dem Jahre 1972 von Michael Venezia, dem jüngsten Neuzugang auf der Künstlerliste von Häusler Contemporary. Seine Werke waren nicht auf «When Attitudes Become Form» vertreten, doch zeugen seine malerischen Experimente unverkennbar von demselben künstlerischen Geist: Die Überwindung der traditionellen Formen von Malerei und Autorschaft unter Verwendung von neuen Materialien und Techniken sowie das bewusst eingesetzte Wechselspiel von Zufall und Konzept in Venezias Werk sind wichtige Merkmale, die es als logische Folgerung erlauben, Michael Venezia dem illustren Kreis von Szeemanns Künstlerauswahl hinzu zu fügen.

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