Mary Heilmann
Another Green World
14. Februar - 11. Mai 2013
Eröffnung: Donnerstag, 14. Februar 2013 von 18:00 - 21:00h
Mary Heilmann ist anwesend
Donnerstag, 11. April 2013, 19h
Herr Roland Wäspe, Direktor Kunstmuseum St. Gallen spricht bei Häusler Contemporary zum Werk Mary Heilmanns
Mary Heilmann, 1940 in San Francisco geboren, zählt zu den
einflussreichsten Malerinnen der Gegenwart. Nach ihrer vielbeachteten, mit
der Verleihung des renommierten BACA Preises verbundenen Ausstellung im
Bonnefantenmusueum Maastricht zeigt sie bei Häusler Contemporary
München eine Installation aus Malerei, Keramik- und Möbelobjekten, die
zum großen Teil für die Galerie entstanden sind. Dies ist nach »Modern Art«
(1997) die zweite Einzelausstellung Mary Heilmanns in unserer Galerie.
Der Titel der Ausstellung ist beziehungsreich: »Another Green World« zitiert
einen Titel Brian Enos, dessen Musik und Lyrik Mary Heilmann seit langem
schätzt und verweist zugleich auf den farblichen und inhaltlichen Kosmos
ihrer neuesten Werke. Die charakteristisch kraftvollen Farben ihrer Bilder
begleiten in dieser Präsentation auch Grüntöne in unterschiedlicher
Nuancierung, als Bildgrund und Träger der Komposition oder als dynamisch
konstruktives Element der Bildstruktur.
Mary Heilmanns Bildwelt ist inspiriert von ihrem alltäglichen Umfeld, von
Ozean, Landschaft, Musik, persönlichen Erlebnissen und auch emotionalen
Erfahrungen.
Ihre Karriere als Malerin begann Mary Heilmann nach dem Studium der
Keramik und Literatur im Kalifornien der 1960er Jahre. Gegen die aktuellen
Strömungen der Kunstszene, die bestimmt waren von den rigiden
Formprogrammen der Minimal Art, verwandelte sie Rechteck, Kreis und
Quadrat, die Insignien der konkreten Abstraktion, in freie malerische
Farbfelder, die geometrische Form zitieren, ihre formale Strenge jedoch
lustvoll und ironisch unterlaufen.
Ausgangspunkt von Heilmanns Malerei ist eine konzentrierte Innenschau:
Erinnerungen, an einen Ort, eine Person oder Empfindung fließen ein in den
Arbeitsprozess und prägen die Motivik ihrer Werke ebenso wie Poesie und
Tendenzen der Popkultur. Im Betrachter weckt diese Verbindung von
emotionalen Aspekten und abstrakter Formstruktur spontan Empathie. Mary
Heilmanns Unmittelbarkeit, die »sinnliche Anarchie« ihrer Bilder wirken
außerordentlich anregend und haben Publikum, Sammler und
Künstlerkollegen nachhaltig angezogen wie auch verstört.
Auch in neuesten Werken agiert Mary Heilmann gegen das Diktat des »Grid«,
führt den geometrischen Raster über in eine ungefähre Gitterstruktur, die wie
im Diptychon »Splashy Cut« (2013) eine freie gestische Formulierung begleitet.
Das Bild »Green Orla«, eine rare Arbeit aus dem Jahr 1992 zitiert den Raster als
eine schematische malerische Grundstruktur, deren Autorität die Künstlerin
erst folgt und sie final dennoch mit einer schwungvollen Arabeske außer Kraft
setzt. In der Arbeit »Green Wave« (2013) dagegen isoliert Mary Heilmann das
Viereck, um es nach expressiv gestischem Malakt mit energischem
Pinselduktus zu konturieren und damit gleichsam die Ordnung der Geometrie
wieder herzustellen.
Die kubischen Club Chairs sind seit längerem Bestandteil der Ausstellungen
Mary Heilmanns. Die Möbelobjekte entstanden aus dem Wunsch der
Künstlerin, ungestört und in angenehmer Position ihre Bilder betrachten zu
können. Die Besucher der Ausstellung sind nun eingeladen, dies auf drei dort
präsentierten Exemplaren ausgiebig zu tun.
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