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Juergen Staack: SAKHA (Berlin)    18. Jan - 2. Mrz 2013


Juergen Staack: SAKHA
18. Januar – 2. März 2013
Eröffnung: Freitag, 18. Januar 2013, 18-21 Uhr

Die Konrad Fischer Galerie Berlin freut sich, eine Ausstellung mit Arbeiten des in Düsseldorf lebenden Künstlers Juergen Staack (*1978) zu präsentieren.

Juergen Staack beschäftigt sich in seiner künstlerischen Arbeit im weitesten Sinne mit dem Verhältnis von Sprache, Ton und Bild. Auf der Suche nach seltenen bzw. aussterbenden Sprachen verschlug es ihn im Januar 2012 in die sibirische Provinz Sakha (Jakutien). Von der Hauptstadt Yakutsk führte die Reise zu dem kleinen Ort Oymiakon, dem „Kältepol der Erde“, wo 1926 die Rekordtemperatur -71,2°C gemessen wurde. Die geografischen Begebenheiten ermöglichen das sogenannte Eisflüstern, eine Sprachtechnik, die nur bei -55°C und kälter funktioniert. Staack zeichnete das Eisflüstern auf und präsentiert es in unseren Galerieräumen in einer Klang- und einer Videoinstallation. Die bei -57°C aufgezeichnete Ortsbeschreibung erscheint als klirrende, klimpernde, raschelnde Tonabfolge und wird zum einen wegen ihrer Unverständlichkeit, zum anderen aufgrund ihrer akustischen Eigenart ins Abstrakte überführt. In der Videoinstallation „Oymiakon“ wird dieser Prozess verbildlicht; die jakutische Sprache transformiert sich beim Verlassen der Lippen des Sprechers augenblicklich erst in Dampf und dann in Eis, der Atem wird zu Worten, die Worte zur visuellen Erscheinung.

Eine andere Art der Kodierung erfolgt beim Wandtext „Story Image“, der die Geschichte des Eisflüsterns aus der Perspektive einer Ewenkin (indigenes Volk in Sakha) auf Russisch erzählt. Der Text wird hier zu einem Erzählbild, das jedoch nur lesbar ist, wenn man über einen entsprechenden Code verfügt.

Für seine Arbeit „Snow Walk“ hat Staack verschiedene geometrische Figuren in den Schnee getreten und dies akustisch dokumentiert. Die Lautsprecher, zwischen denen sich der Betrachter bewegt, bilden die Eckpunkte eines aufgespannten Raumes, der zwar nicht sichtbar ist, dafür aber spürbar und in der Folge zu einem bildgenerierenden Moment wird. Wie auch in früheren Arbeiten experimentiert Staack hier mit dem Aggregatzustand von Ton und Bild, in dem er das Akustische ins Bildliche überführt und vice versa. Bei „Snow Walk“ wird dieses Prinzip um eine weitere Dimension, den Einbezug bzw. die Erzeugung eines Raumes, ergänzt.

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Juergen Staack: SAKHA
January 18 – March 2, 2013
Opening: Friday, January 18, 6-9 pm

Konrad Fischer Galerie Berlin is pleased to present an exhibition with new works by Düsseldorf-based artist Juergen Staack (*1978).

In his work Juergen Staack explores the relationship between language, sound and image.

In search of rare and dying languages he travelled to far away places throughout Europe and Asia and, in January of 2012, came to Sakha (Yakutia), in Northeast Siberia. From its capital Yakutsk, his journey brought him to a small village called Oymiakon, the „cold pole of the Earth“, where, in 1926, record temperatures of -71,2°C were measured. Such extreme geographic conditions allow for the so-called „Ice Whispering“, a speech phenomenon that occurs only at -55°C or colder. Staack has recorded the Ice Whispering and presents it in the gallery space through both a sound and video installation.

Recorded at -57°C, the description of the village Oymiakon appears as a clanking, jingling, rustling series of sounds, unintelligable and opaque, thus turning the whispered words into pure abstraction. The video installation takes this principle further by depicting the process. The Yakutian words transform instantly when being exposed to the cold air, first into steam, then into ice; breath turns into words, words become visible.

A different kind of coding is introduced within the work „Story Image“, a wall text which describes the history of Ice Whispering from an Evenk's (indigenous community in Sakha) perspective. The spoken words are converted into a narrative picture, a story image, which is only legible if one is equipped with a certain code: the ability to read Russian.

For his work „Snow Walk“ Staack has trudged several different geometric shapes in the snow, while documenting the process acoustically. The viewer is able to move around between four loudspeakers installed in the gallery, which form the cornerstones of a stretched out, invisible space. By generating the feeling of an invisible enclosure, sound takes on visual qualities. As in earlier works, Staack experiments with the aggregate state of sound and image, thus translating audio into imagery and vice versa. In „Snow Walk“, his creation of space adds a new dimension to this principle.

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