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Thomas Hirschhorn: Collage Truth
January 12 to February 26, 2013
Opening / Friday, January 11, 2013, starting at 6pm
Warum ist es wichtig – heute – Bilder zerstörter Menschenkörper zu zeigen und
anzusehen?
Ich werde in acht Punkten zu erklären versuchen, warum es wichtig ist – heute – Bilder zerstörter
Menschenkörper anzusehen, wie solche, die ich verwendet und in verschiedene Arbeiten wie
„Superficial Engagement“ (2006), „Concretion“ (2006), „The Incommensurable Banner“ (2008),
„Ur-Collage“ (2008), „Das Auge“ (2008), „Crystal of Resistance“ (2011), „Touching Reality“ (2012)
und „Collage-Truth“ (2012) integriert habe.
1. Herkunft
Die Bilder zerstörter Menschenkörper sind von Nicht-Fotografen gemacht worden. Die meisten
wurden von Zeugen, Passanten, Soldaten, Sicherheitsoffizieren, Polizeibeamten, Rettungsdienstund
Erste-Hilfe-Kräften aufgenommen. Die Herkunft der Bilder bleibt ungeklärt und ist oft nicht
verifizierbar; nach unserem Verständnis dessen, was eine „Quelle“ hier sein soll, fehlt die Quelle.
Diese ungeklärte Herkunft und diese Nichtverifizierbarkeit spiegeln die heutige Unklarheit wider.
Das ist, was mich interessiert. Oftmals ist die Herkunft nicht garantiert – aber was kann in unserer
heutigen Welt überhaupt eine Garantie beanspruchen, und wie kann „unter Garantie“ noch einen
Sinn ergeben? Diese Bilder werden im Internet zum Herunterladen zur Verfügung gestellt, sie
haben den Status eines Zeugnisses und werden von ihren Urhebern aus vielen verschiedenen
Gründen veröffentlicht. Darüber hinaus wird die Herkunft dieser Bilder nicht angegeben und
manchmal ist sie unklar – mit einer undeutlichen, vielleicht sogar manipulierten oder gestohlenen
Adresse, wie dies für vieles gilt, was heute im Netz und in sozialen Netzwerken zu finden ist. Wir
werden jeden Tag damit konfrontiert. Die unbestimmte Herkunft stellt einen der Gründe dar,
warum es wichtig ist – heute – solche Bilder anzusehen und zu zeigen.
2. Redundanz
Die Bilder zerstörter Menschenkörper sind in ihrer Redundanz wichtig. Was redundant ist, ist
genau dies, dass heute eine solch unermessliche Menge von Bildern zerstörter Menschenkörper
existiert. Redundant ist nicht Wiederholung, nicht die Wiederholung desselben, weil es immer ein
anderer Menschenkörper ist, der zerstört wurde und als solcher redundant erscheint. Es geht
nicht um Bilder, sondern um Menschenkörper, um den Menschen, von dem das Bild ein Zeugnis
darstellt. Die Bilder sind redundant, weil es an sich redundant ist, dass Menschen zerstört
werden. Redundanz – an sich – ist hier wichtig. Ich will dies als etwas Entscheidendes verstehen
und ich will diese Redundanz als eine Form ansehen. Wir wollen die Redundanz solcher Bilder
nicht akzeptieren, weil wir die Redundanz von Grausamkeit gegen den Menschen nicht
akzeptieren wollen. Dies ist der Grund, warum es wichtig ist, die Bilder zerstörter
Menschenkörper – heute – in ihrer Redundanz zu zeigen und sie anzusehen.
3. Unsichtbarkeit
In den Zeitungen, Illustrierten und Fernsehnachrichten sehen wir heute kaum Bilder zerstörter
Menschenkörper, da sie sehr selten gezeigt werden. Diese Bilder sind nichtsichtbar und
unsichtbar. Die Annahme ist, dass sie die Sensibilität des Betrachters verletzen oder bloß den
Voyeurismus befriedigen, und der Vorwand besteht darin, uns vor dieser Gefahr zu schützen.
Aber diese Unsichtbarkeit ist nicht zufällig. Sie bildet die Strategie, die Kriegsanstrengung zu
unterstützen oder sie zumindest nicht zu beeinträchtigen. Es geht darum, den Krieg akzeptabel
und seine Auswirkungen ermessbar zu machen, wie dies z.B. vom ehemaligen USamerikanischen
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld (2001–2006) formuliert wurde: „Der Tod
hat die Tendenz, einer deprimierenden Ansicht des Kriegs Vorschub zu leisten.“ Aber gibt es
wirklich eine andere Ansicht des Kriegs als eine deprimierende? Bilder zerstörter
Menschenkörper anzusehen und sie zu zeigen, ist eine Möglichkeit, sich gegen Krieg sowie
gegen seine Rechtfertigung und Propaganda zu engagieren. Seit dem 11. September 2001 ist
dieses Phänomen der Unsichtbarkeit verstärkt worden. Diese Unsichtbarkeit nicht als ein
gegebenes Faktum oder als eine „Schutzmaßnahme“ zu akzeptieren, ist ein Grund, warum es
wichtig ist – heute – solche Bilder anzusehen.
4. Die Tendenz zur „Ikonisierung“
Die Tendenz zur „Ikonisierung“ existiert noch heute. „Ikonisierung“ ist die Gewohnheit, das Bild,
das „hervorsticht“, das „das Wichtige“ ist, „das mehr sagt“, „das mehr zählt als die anderen“,
„auszuwählen“ bzw. zu „finden“. Mit anderen Worten: die Tendenz zur „Ikonisierung“ ist die
Tendenz, ein Schlaglicht auf etwas zu werfen, es ist das alte klassische Verfahren, eine
Hierarchie zu begünstigen und sie auf autoritäre Weise aufzuoktroyieren. Dies ist keine
Wichtigkeitserklärung gegenüber etwas oder jemandem, sondern eine Wichtigkeitserklärung
gegenüber anderen. Das Ziel ist, eine scheinbar gemeinsame Wichtigkeit, ein gemeinsames
Gewicht, ein gemeinsames Maß zu etablieren. Aber die Tendenz zur „Ikonisierung“ und dazu,
„ein Schlaglicht auf etwas zu werfen“, haben den Effekt, die Existenz von Unterschieden, des
Nicht-Ikonischen, des Redundanten und des Nicht-Hervorstechenden zu verneinen. Im Bereich
von Bildern des Kriegs und des Konflikts führt dies dazu, dass dasjenige Bild, das für andere
„akzeptierbar“ ist, ausgewählt wird. Es ist das „akzeptable“ Bild, das für ein anderes Bild, für alle
anderen Bilder, für etwas anderes und sogar für das „Nicht-Bild“ steht. Dieses Bild bzw. diese
Ikone muss selbstverständlich das Richtige, das Gute, das Gerechte, das Erlaubte, das
Ausgewählte — das konsensstiftende Bild sein. Dies macht die Manipulation aus. Ein Beispiel ist
das (auch von Kunsthistorikern) vieldiskutierte Bild des „Situation Room“ in Washington während
der Eliminierung von bin Laden durch die Navy Seals im Jahr 2011. Ich lehne es ab, dieses Bild
als eine Ikone zu akzeptieren, ich lehne seine „Ikonisierung“ ab und ich lehne die Tatsache ab,
dass dieses Bild – wie alle anderen „Ikonen“ – für etwas anderes als für sich selbst steht. Die
Tendenz zur „Ikonisierung“ zu bekämpfen, ist der Grund, warum es wichtig ist – heute – Bilder
zerstörter Körper zu zeigen und anzusehen.
5. Die Reduktion auf Tatsachen
In der heutigen Welt der Tatsachen, der Information, der Meinung und der Kommentare wird
vieles darauf reduziert, faktisch zu sein. Das Faktum ist das neue „goldene Kalb“ des
Journalismus, und die Journalistin oder der Journalist will ihm die Zusicherung und Garantie von
Wahrheitstreue geben. Aber mich interessiert die Verifizierung einer Tatsache nicht. Mich
interessiert die Wahrheit, die Wahrheit als solche. Die Wahrheit, die keine verifizierte Tatsache
oder „korrekte Information“ einer journalistischen Geschichte ist. Die Wahrheit, die mich
interessiert, leistet gegen Tatsachen, Meinungen, Kommentare und gegen den Journalismus
Widerstand. Die Wahrheit lässt sich nicht reduzieren. Deshalb sind die Bilder zerstörter
Menschenkörper irreduzibel und widerstehen der Tatsächlichkeit. Ich leugne Tatsachen und die
Tatsächlichkeit keineswegs, aber ich will der Textur heutiger Tatsachen widerstehen. Die
Gewohnheit, die Ereignisse auf Tatsachen zu reduzieren, stellt einen bequemen Weg dar, die
Wahrheit zu vermeiden. Dieser Neigung zu widerstehen ist die Dynamik, die Wahrheit zu
berühren. Bedingungslose Akzeptanz der Tatsachen will uns die faktische Information als „das
Maß“ aufoktroyieren, statt dass wir mit unseren eigenen Augen hinschauen und sehen. Ich will
mit meinen eigenen Augen sehen und ich will die Wahrheit selbst berühren. Der Widerstand
gegen die heutige Tatsachenwelt macht es notwendig, Bilder zerstörter Körper zu zeigen und
anzusehen.
6. Opfer-Syndrom
Sich die Bilder zerstörter Menschenkörper anzusehen, ist wichtig, weil es zu meinem Verständnis
beitragen kann, dass die unermessliche Tat nicht die des Anschauens ist. Was unermesslich ist
oder unkommensurabel ist, ist, dass die Zerstörung stattgefunden hat – dass ein Mensch, ein
Menschenkörper zerstört wurde, ja, dass eine unermessliche Anzahl von Menschen zerstört
wurde. Es ist wichtig – jenseits von allem anderen –, dies zu verstehen. Erst dadurch, dass ich in
der Lage bin, diese unermessliche Tat zu berühren, kann ich der nachkommenden Frage
widerstehen: Ist dies ein Opfer oder nicht? Und wessen Opfer? Oder ist dies vielleicht ein Täter,
ein Terrorist? Geht es überhaupt nicht um das Opfer? Und vielleicht sollte dieser zerstörte
Menschenkörper nicht als Opfer betrachtet bzw. gezählt werden? Zerstörte Menschenkörper als
Opfer oder Nicht-Opfer einzuordnen, ist ein Versuch, sie ermesslich zu machen, statt darüber
nachzudenken, dass all diese Körper das Unermessliche sind. Das Opfer-Syndrom ist das
Syndrom, das will, dass ich dem Unermesslichen eine Antwort, eine Erklärung, einen Grund gebe
und letztendlich feststelle, wer der „Schuldige“ und wer der „Unschuldige“ ist. Der einzige
überlebende Terrorist der Terroranschlägen in Bombay 2008 sagte vor dem Gericht, das ihn zum
Tod verurteilte: „Ich glaube nicht, dass ich unschuldig bin.“ Ich denke, das Unermessliche in
dieser Welt hat keinen Grund, keine Erklärung und keine Antwort. In dieser unermesslichen Welt
muss ich die Versuchung der Ermesslichkeit ablehnen und ich will die Klassifizierung in Opfer
oder Nicht-Opfer nicht akzeptieren. Ich will nicht durch das neutralisiert werden, was die Welt
kommensurabel machen will. Ich weigere mich, mir alles durch den Kontext erklären und es auch
dadurch entschuldigen zu lassen. Ich will mich nicht durch den „Kontext“ neutralisieren lassen.
Die Bilder zerstörter Menschenkörper zu zeigen und anzusehen ist wichtig – heute –, weil ich
angesichts des Opfer-Syndroms nicht resignieren will.
7. Die Irrelevanz der Qualität
Diese Bilder – weil sie von Augenzeugen aufgenommen wurden – haben keine fotografische
Qualität. Das interessiert mich. Es ist die Bestätigung, dass unter Bedingungen der Dringlichkeit
und in Not so etwas wie Qualität nicht notwendig ist. Ich habe schon immer an „Qualität = Nein!
Energie = Ja!“ geglaubt. Hier gibt es keinen ästhetischen Ansatz außer dem Ziel, das Bild
aufzunehmen. Kein technisches Know-how ist vonnöten. Kein Fotograf ist notwendig. Das
Argument von der „fotografischen Qualität“ ist das Argument der abseits Stehenden, der Nicht-
Anwesenden; das Argument von der „Qualität“ fordert, „Abstand“ einzuhalten und „Kontrolle“ zu
bewahren. Aber es gibt – heute – kein Kontrolle mehr; was vonnöten ist, ist vielmehr, Zeuge zu
sein, da zu sein, hier zu sein und jetzt hier zu sein, anwesend zu sein, am „richtigen Ort“, zum
„richtigen Zeitpunkt“ anwesend zu sein. Die meisten Bilder werden mit kleinen Kameras,
Smartphones oder Mobiltelefonen aufgenommen. Sie passen zu unserer Art und Weise, das
„Alles“ und „Nichts“ im Alltagsleben zu bezeugen und es sofort „publik“ zu machen. Die Irrelevanz
der Qualität dieser Bilder ist eine klare Kritik des „embedded“ Fotojournalismus und des
Journalismus im Allgemeinen. Die Irrelevanz der Qualität macht es wichtig – heute – solche
Bilder zu zeigen und anzusehen.
8. Abstandnahme durch „Hypersensibilität“
Ich bin sensibel, und ich will sensibel sein, gleichzeitig will ich aufmerksam sein und bleiben. Ich
will nicht Abstand nehmen, ich will nicht wegschauen und ich will meinen Blick nicht abwenden.
Manchmal höre ich von Betrachtern oder Betrachterinnen, wenn sie auf Bilder zerstörter
Menschenkörper stoßen: „Ich kann mir das nicht ansehen, ich muss mir das nicht ansehen, ich
bin zu sensibel.“ Das ist die Bemühung, einen bequemen, narzisstischen und exklusiven Abstand
zur heutigen Wirklichkeit, zur Welt zu halten. Zu unserer Welt, zu der einmaligen und zur
einzigen, zu unserer Welt. Beim Diskurs der Sensibilität – eigentlich der „Hypersensibilität“ – geht
es darum, den eigenen Komfort, die eigene Ruhe, den eigenen Luxus zu bewahren. Diejenigen
nehmen Abstand, die sich – mit ihren eigenen Augen – nicht mit der Unermesslichkeit der
Wirklichkeit konfrontieren wollen. Abstand zur Wirklichkeit ist niemals ein Geschenk; er ist etwas,
das sich ein paar wenige erlauben, das sie sich nehmen, um ihre Exklusivität unversehrt zu
halten. „Hypersensibilität“ ist das Gegenteil des „nicht-exklusiven Publikums“. Um sich mit der
Welt zu konfrontieren, um mit ihrem Chaos, ihrer Unermesslichkeit zu kämpfen, um gemeinsam
in der Welt zu sein und um mit dem anderen zu kooperieren, muss ich mich mit der Wirklichkeit
ohne Abstand konfrontieren. Deshalb ist es notwendig, „Sensibilität“ – die für mich bedeutet,
„wach“ und „aufmerksam“ zu sein – von der „Hypersensibilität“ zu unterscheiden, einer
„Hypersensibilität“, die „Selbsteinschließung“ sowie „Ausschließung“ bedeutet. Um der
„Hypersensibilität“ zu widerstehen, ist es wichtig – heute – Bilder zerstörter Menschenkörper zu
zeigen und anzusehen.
Thomas
Thomas Hirschhorn, Aubervilliers, 2012. Aus dem Englischen von Dr. Michael Eldred, Köln.
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Thomas Hirschhorn: Collage Truth
January 12 to February 26, 2013
Opening / Friday, January 11, 2013, starting at 6pm
Why Is It Important––Today––To Show And Look At Images Of Destroyed Human
Bodies?
I will try to clarify, in eight points, why it is important––today––to look at images of
destroyed human bodies like those I have used and integrated in different works such as
"Superficial Engagement" (2006), "Concretion" (2006), "The Incommensurable Banner"
(2008), "Ur-Collage" (2008), "Das Auge" (2008), "Crystal of Resistance" (2011), "Touching
Reality" (2012) and "Collage-Truth" (2012).
1. Provenance
The images of destroyed human bodies are made by non-photographers. Most of them were
taken by witnesses, passersby, soldiers, security or police officers, or rescuers and first-aid
helpers. The provenance of the images is unclear and often unverifiable; there is a lack of
source in our understanding of what “source” is here. This unclear provenance and this
unverifiability reflect today’s unclearness. This is what I am interested in. Often the
provenance is not guaranteed––but what, in our world today can claim a guarantee and how
can “under guarantee” still make sense? These images are available on the Internet mostly
tobe downloaded; they have the status of witnessing and were put online by their authors for
multiple and various reasons. Furthermore, the origin of these images is not signaled;
sometimes it is confused, with an unclear, perhaps even manipulated or stolen address, as is
true of many things on the Internet and social communication networks often are today. We
confront this everyday. The undefined provenance is one of the reasons why it is important to
look at such images.
2. Redundancy
The images of destroyed human bodies are important in their redundancy. What is redundant
is precisely that such an incommensurable amount of images of destroyed human bodies
exists today. Redundancy is not repetition, the repetition of the same, because it is always
another human body that is destroyed and appears as such redundantly. But it’s not about
images––it’s about human bodies, about the human, of which the image is only a testimony.
The images are redundant pictures because it is redundant, as such, that human beings are
destroyed. Redundancy is important here. I want to take it as something important, and I
want to see this redundancy as a form. We do not want to accept the redundancy of such
images because we don’t want to accept the redundancy of cruelty toward the human being.
This is why it is important to look at images of destroyed human bodies in their very
redundancy.
3. Invisibility
Today, in the newspapers, magazines, and TV news, we very seldom see images of
destroyed bodies because they are very rarely shown. These pictures are nonvisible and
invisible: the presupposition is that they will hurt the viewer’s sensitivity or only satisfy
voyeurism, and the pretext is to protect us from this threat. But the invisibility is not innocent.
The invisibility is the strategy of supporting, or at least not discouraging, the war effort. It’s
about making war acceptable and its effects commensurable, as was formulated, for
example, by Donald Rumsfeld, former U.S. Secretary of Defense (2001-06): “Death has the
tendency to encourage a depressing view of war.” But is there really another view to have on
war than a depressing one? To look at images of destroyed human bodies is a way to
engage against war and against its justification and propaganda. Since 9/11 this phenomena
of invisibility has been reinforced in the West. Not to accept this invisibility as a given fact or
as a “protection” is why it is important to look at such images.
4. Iconism-Tendency
The tendency to “iconism” still exists, even today. “Iconism” is the habit of “selecting”,
“choosing”, or “finding” the image that “stands out,” the image that is “the important one,”
the image that “says more,” the image that “counts more” than the others. In other words, the
tendency to “iconism” is the tendency to “highlight”; it’s the old, classical procedure of
favoring and imposing, in an authoritarian way, a hierarchy. This is not a declaration of
importance toward something or somebody, but a declaration of importance toward others.
The goal is to establish a common importance, a common weight, a common measure. But
“Iconism-Tendency” and “highlighting” also have the effect of avoiding the existence of
differences, of the non-iconic and of the non-highlighted. In the field of war and conflict
images, this leads to choosing the “acceptable” for others. It’s the “acceptable” image that
stands for another image, for all other images, for something else, and perhaps even for a
nonimage. This image or icon has to be, of course, the correct, the good, the right, the
allowed, the chosen––the consensual image. This is the manipulation. One example is the
image, much discussed (even by art historians), of the “Situation-Room” in Washington
during the killing of Bin Laden by the “Navy Seals” in 2011. I refuse to accept this image as
an icon; I refuse its “iconism”, and I refuse the fact that this image––and all other “icons”––
stand for something other than itself. To fight “Iconism-tendency” is the reason why looking at
images of destroyed bodies is important.
5. Reduction to Facts
In today's world of facts, of information, of opinion, and of comments, a lot is reduced to
being factual. Fact is the new “golden calf” of journalism, and the journalist wants to give it
the assurance and guarantee of veracity. But I am not interested in the verification of a fact.
I am interested in Truth, Truth as such, which is not a verified fact or the “right information”
of a journalistic story. The truth I am interested in resists facts, opinions, comments, and
journalism. Truth is irreducible; therefore the images of destroyed human bodies are
irreducible and resist factuality. I don’t deny facts and actuality, but I want to oppose the
texture of facts today. The habit of reducing things to facts is a comfortable way to avoid
touching Truth, and to resist this is a way to touch Truth. Such an acceptance wants to
impose on us factual information as the measure, instead of looking and seeing with our own
eyes. I want to see with my own eyes. Resistance to today's world of facts is what makes it
important to look at such images.
6. Victim-Syndrome
To look at images of destroyed human bodies is important because it can contribute to an
understanding that the incommensurable act is not the looking; what is incommensurable is
that destruction has happened in the first place––that a human, a human body, was
destroyed, indeed, that an incommensurable amount of human beings were destroyed. It is
important–– before and beyond anything else––to understand this. It's only by being capable
of touching this incommensurable act that I can resist the suggestive question: Is this a victim
or not? And whose victim? Or is this perhaps a killer, a torturer? Is it perhaps not about the
victim? Perhaps this destroyed human body shouldn't be considered and counted as a
victim? To classify destroyed human bodies as victim or not-victim is an attempt to make
them commensurable instead of thinking that all these bodies are the incommensurable. The
Victim-Syndrome is the syndrome that wants me to give a response, an explanation, a
reason to the incommensurable and finally to declare who is “the innocent.” The only
surviving terrorist in the Mumbai killings in 2008 declared to the court where he was
sentenced to death: “I don't think I am innocent.” I think the incommensurable in this world
has no reason, no explanation, and no response––before and beyond. In this
incommensurable world, I have to refuse the commensurability of accepting classification as
victim or not-victim. I do not want to be neutralized by what wants to make the world
commensurable. To look at images of destroyed human bodies is important because I don’t
want to be resigned in facing the Victim Syndrome.
7. Irrelevance of Quality
These images––because they were taken by witnesses––don't have any photographic
quality. I am interested by this. It is the confirmation that, in conditions of urgency, “quality” is
notnecessary. I always believed in “Quality = No, Energy = Yes.” There is no aesthetic
approach here beyond the objective to take the image. Concerns of quality are irrelevant
facing the incommensurable. The images of destroyed bodies express this. No technical
know-how is needed. No photographer is needed. The argument of “photographic quality” is
the argument of the one who stands apart, is not present, and who, on behalf of the “quality”
argument, expresses his distance and his attempt to be the supervisor. But there is no
supervising anymore; what is “needed” is to be a witness, to be there, to be here and to be
here now, to be present, to be present at the “right time” at the “right place”. Most images are
taken with small cameras, smart phones or mobile phones. They match our way of
witnessing “today's everything” and “today's nothing” in daily life and making it “public”. The
irrelevance of quality of these images is an implicit critique of “embedded” photo-journalism
and journalism. This irrelevance of quality is what makes it important to look at such images.
8. Detachment through “Hyper-Sensitivity”
am sensitive and I want to be sensitive, and at the same time I want to be awake, to pay
attention. I don't want to take distance; I don't want to look away and I don't want to turn my
eyes. Sometimes I hear viewers saying, while looking at images of destroyed human bodies,
“I can’t look at this, I must not see this, I’m too sensitive.” This is a way of keeping a
comfortable, narcissistic, and exclusive distance from today's reality, from the world. From
our world, the unique and only world. The discourse of sensitivity––which is actually “Hyper-
Sensitivity”––is about keeping one's comfort, calm, and luxury. Distance is only taken by
those who––with their own eyes––won't confront the incommensurable of reality. Distance is
never a gift; it’s something taken by very few to keep intact their exclusivity. “Hyper-
Sensitivity” is the opposite of the “non-exclusive public”. In order to confront the world, to
struggle with its chaos, its incommensurability, in order to coexist and to cooperate in this
world and with the other, I need to confront reality without distance. Therefore it is necessary
to distinguish “sensitivity”, which means to me being “awake” and “attentive”, from “Hyper-
Sensitivity”, which means “self-enclosure” and “exclusion”. To resist “Hyper-Sensitivity”, it
is important to look at those images of destroyed human bodies.
Thomas Hirschhorn, Aubervilliers, 2012
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