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Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. Juli, 11 Uhr eröffnet.
Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zum Besuch der Ausstellung ein.
Es spricht: Dr. Barbara Lipps-Kant, Tübingen
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Kunst,
„Ich sehe nicht im Besonderen, sondern im Mittelmäßigen die Gewähr für den Fortbestand
der Welt. Nicht der Wechsel, sondern die Ruhe, nicht das Neue, sondern das ewig Alte
interessieren mich und geben mir Rätsel auf, die ich durch „Anschauen“ zu beantworten
versuche. Ich kann es mir nicht leisten, gewisse Dinge, die heute in der Kunst tabu sind,
wie Blumensträuße, Landschaften oder gar das Menschenbild, einfach auszuklammern. Ich
glaube, dass wir ohne diese Inhalte auf die Dauer nicht leben können.“
Besser als mit diesen Sätzen von Werner Oberle kann man die Quintessenz seines Werkes
nicht ausdrücken. Dieses Jahr wäre Werner Oberle 100 Jahre alt geworden. Trotz
zahlreicher Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen ist er vor allem ein regional
bekannter Künstler geblieben. Die Thematik seiner Bilder, die Gegenständlichkeit zu einer
Zeit, als die Abstraktion in den Vordergrund der zeitgenössischen Kunst trat, war sicher mit
dafür verantwortlich.
Er hat das, was er geliebt hat, was ihm wichtig war, was er um sich herum wahrgenommen
hat, abgebildet. Doch auf keinen Fall dürfen das Private und Schwäbische – seine
Menschenbilder, seine Landschaften und Blumen – als biedere Genrebilder eingeordnet
werden. Klar, geradlinig, pointiert, ohne Sentimentalität und Maniersmen hat er seine
Bilder gemalt, durchaus modern und ohne Verzerrung und Karikatur.
Oberles Bilder zeigen ein Gleichgewicht, und das nicht nur im übertragenen Sinn: Fast alle
haben eine Mittelachse oder Mitte, um das sich herum der Bildaufbau formt.
Das malerische Werk Werner Oberles besteht aus rund 500 Aquarellen, etwa 90
Ölbildern, einem großen Bestand an Zeichnungen und Skizzen, Druckgrafik und
Fensterbildern.
In unserer Ausstellungen zeigen wir eine Auswahl an Ölbildern, Aquarellen und Gouchen
und Zeichnungen aus seinen drei Themenbereichen: Figur, Blumen und Landschaft.
Nehmen Sie sich die Zeit und entdecken einen Hundertjährigen neu!
Über Ihren Besuch würde ich mich sehr freuen.
Ihr Ewald Schrade
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