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Amicale Succursale: "Prolongation"
around 'Wor((l)d)(k) in progress?'
by Joëlle Tuerlinckx
mit Orla Barry, Robert Devriendt, Laurent Dupont, Christoph Fink,
Gabriel Kuri, Willem Oorebeek, Guillaume Bijl, Emmanuelle Quertain
in Zusammenarbeit mit Agata Jastrzabek
15. November 2012 - 12. Januar 2013
Eröffnung: Donnerstag, 15. November, 19 Uhr
Obiger Titel transportiert in seiner ganzen Komplexität die Geschichte dieser Ausstellung. Und wie
das nun einmal bei Titeln von Joëlle Tuerlinckx der Fall ist, lohnt es sich allemal, ihn zu entschlüsseln.
Succursale (fr.) bezeichnet per definitionem und ganz allgemein eine ortsbezogene räumliche
Erweiterung, üblicherweise eines Unternehmens. Die gebräuchlichste Übersetzung ins Deutsche
wäre Filiale oder Zweigstelle, was präziser ausgedrückt ein Teil einer größeren Struktur ist. Eine
Zweigstelle ist lediglich im Hinblick auf den Raum eine eigenständige Einheit, während eine
rechtliche und wirtschaftliche Autonomie gegenüber ihrer Zentrale nicht gegeben ist. Es handelt sich
also um eine Erweiterung, die an einem anderen geographischen Ort erfolgt und von der Basis
abhängig ist. Angesichts der Tatsache, dass succursale vor allem eine auf das Geschäft bezogene
Bedeutung hat, ist es nicht uninteressant, die lateinische Wurzel des Wortes im Auge zu behalten:
succurrere, zu Hilfe eilen, beistehen.
Die hier präsentierte succursale ist ein Annex zu den nie abgeschlossenen Erkundungen der
Künstlerin über Werk und Wort in process und eine Welt in progress. Sie ist eine Art Erweiterung
der groß angelegten Ausstellung, die vor kurzem unter dem Titel Wor(ld)k in progress? im Wiels in
Brüssel eröffnet wurde.
Während succursale auf die räumliche Erweiterung verweist, bezieht sich prolongation auf zeitliche
Verlängerung, Fortdauer und Unendlichkeit.
Über die bloße Repräsentation hinaus wird die buchstäbliche Enthüllung von Zeit und Raum
betrieben und mit einem weiteren Element des Lebens ergänzt: der Freundschaft. Joëlle Tuerlinckx
hat recht spontan und wie selbstverständlich befreundete Künstler und Künstlerinnen eingeladen, an
der Gestaltung der succursale mitzuwirken. Die freundschaftliche Erweiterung des eigentlichen
zentralen Gegenstandes umfasst gemeinsame Arbeiten unterschiedlichster Art, wobei die
Zusammenarbeit selbst zu einem Thema der Schau wird.
Amicale Succursale: „Prolongation“ (…) ist gewissermaßen eine Wunderkammer möglicher
Verwirklichung, in der Elemente aus dem Universum von Joëlle Tuerlinckx nicht bloß erfasst und
gezeigt werden, sondern die selbst Prozess, Entwicklung, Einfluss, Freundschaft, Wirtschaft,
Abhängigkeit, Werk, Geschichte, Zeit und noch manch anderes ist.
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Amicale Succursale: "Prolongation"
around 'Wor((l)d)(k) in progress?'
by Joëlle Tuerlinckx
with Orla Barry, Robert Devriendt, Laurent Dupont, Christoph Fink,
Gabriel Kuri, Willem Oorebeek, Guillaume Bijl, Emmanuelle Quertain
In collaboration with Agata Jastrzabek
November 15, 2012 - January 12, 2013
Opening: Thursday November 15, 7 pm
The title above, as complex as it seems, tells the story of this show. As is the case with many of Joëlle Tuerlinckx’s titles, it is worth the effort needed to decipher it.
According to its definitions and common usage, the French word succursale is a spatial extension of a place, usually of an enterprise. In English, it means “a branch,” “subsidiary,” or “auxiliary” that is a division of the main structure. It is a separate entity merely in terms of space, while it is not legally or fiscally autonomous from its core. It is a geographical extension dependent on its base. Bearing the increasingly business-related meaning of succursale in mind, it is interesting to note the Latin origins of the word: succurrere, meaning “to (run to) help.”
This succursale is an annex to the artist’s never-to-be-accomplished wonderings around and on the work and the word in process and around and on the world in progress. It is a sort of extension to the large-scale exhibition that has just opened at Wiels in Brussels, titled Wor(ld)k in progress?
While succursale refers to spatial extension, prolongation suggests a lengthening in time a continuation and infinity.
The literal exposure of the notion of time and space rather than a mere representation is complemented by the introduction of another element of life: friendship. Joëlle Tuerlinckx, in a rather natural and spontaneous manner, has invited artist friends to join in the making of the succursale. The friendly extension of the core subject at stake involves collaborative pieces of various kinds, in which the nature(s) of collaboration become another possible subject of the show.
In this manner, Amicale Succursale: “Prolongation” (...) has the potential to become a cabinet of process, progress, influence, friendship, economy, dependency, work, history, time and other elements of Joëlle Tuerlinckx’s universe.
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