Sabine Knust Galerie Maximilian Verlag

Claus Hugo Nielsen: Der entfernte Verwandte

Claus Hugo Nielsen: Der entfernte Verwandte

installation view by claus hugo nielsen

Claus Hugo Nielsen

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Claus Hugo Nielsen

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Claus Hugo Nielsen

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Claus Hugo Nielsen

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Claus Hugo Nielsen

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der entfernte verwandte by claus hugo nielsen

Claus Hugo Nielsen

Der entfernte Verwandte

Donnerstag, 12. April 2012Samstag, 14. Juli 2012


Munich, Germany

Claus Hugo Nielsen: Der entfernte Verwandte

Eröffnung am Donnerstag, dem 12. April von 19 bis 21 Uhr.
Ausstellung von 12. April bis 14. Juli 2012

Claus Hugo Nielsen, der an der Kunstakademie in München studierte, umkreist in seinen Arbeiten Themenfelder wie Nähe und Distanz, Obsession und Objektivität, aber wesentlich auch die Obskurität als künstlerisches Motiv selbst. So nimmt Nielsen Einschnitte in architektonische Gegebenheiten vor oder unternimmt Veränderungen, die alle dem Zweck dienen, sich den Raum zu Eigen zu machen und ihn auf unprätentiöse Weise zu dominieren.

Es entstehen so aus einfachen Materialien Restrukturierungen, die den Raum für den Betrachter fühlbar machen. Der Betrachter wird somit in einen neuen Rezeptionsraum versetzt, der die bewusste Grenze oder Trennung von Kunst, privatem Raum und Raum der Präsentation zugunsten eines Gefühls von Vertrautheit überschreiten. Dies erreicht der Künstler durch die Symbiose von Malerei, Bildhauerei und Objekten, indem er der Form und Ornamentik auf der Leinwand Plastizität verleiht, welche aber auch durch die Skulpturen – „wie ein Echo“ – im dreidimensionalen Raum ihre Resonanz finden. Das Bild, die Skulptur und das Objekt werden innerhalb wie außerhalb des Bildrahmens zu neuen Einheiten zusammengesetzt, ohne dass die ursprüngliche Kunstgattung oder auch das Genre gänzlich dabei verloren ginge.

Claus Hugo Nielsen präsentiert so auch in seiner aktuellen Ausstellung der entfernte Verwandte, 2012, eine Installation aus Malerei, Skulptur und Objekt. Der Betrachter fühlt sich aufgrund der individuell wirkenden und atelierähnlichen Setzung der Kunstwerke ein wenig als Eindringling, denn auf der linken Wandseite wirken die Kunstwerke wie zufällig dort abgestellt. Bilder hängen kniehoch an der Wand oder stehen unter dem Tisch. Skulpturen finden ihren Platz auf hohen Papierstapeln und bauen sich vor der Malerei auf. Getrennt wird der Raum durch eine große Rundcouch. Sie ähnelt jenen aus den sechziger Jahren, die häufig auf Veranstaltungen aller Art platziert wurden – auch auf Kunstmessen. Dieses Sofa ist mit gebatiktem Samt überzogen und trägt in der Mitte eine Palme. Dadurch erscheint es weniger geeignet für Großveranstaltungen, denn durch die Batik wirkt es alt und verbraucht, auch die Palmenblätter hängen einem rastenden Besucher ins Gesicht. Auf der rechten Wand hängt nur ein einziges, kleinformatiges Bild. Im Gegensatz dazu erscheint die gegenüberliegende Wand geradezu obsessiv überladen und obskur.

Nielsen stellt eine obskure Nähe her - durch die malerischen Landschaften, der „primitiv“ wirkenden Ornamentik, aber auch durch die Farbgebung. Jedoch sind die gemalten Landschaften nicht mit den traditionellen Landschaftsgemälden des 19. Jahrhunderts zu vergleichen. Wenn auch den Bildern durch das Licht und die Farbe etwas Romantisches anhaftet, wird dies durch den eher gröberen Duktus gestört. Somit tragen sie auch etwas sehr Zeitgenössisches in sich, denn so etwas wie eine „Ideallandschaft“ wird verdrängt durch die Architektur oder auch den Menschen selbst. Auch findet man hin und wieder Stellen auf der Leinwand, die nicht ganz ausgemalt wirken und eher auf die abstrakte Moderne verweisen. Was aber noch viel wichtiger ist, es wird auf das Medium selbst verwiesen – die Malerei. Die Skulpturen hingegen wirken, als wären sie dem modernen Primitivismus des 20. Jhd. entsprungen. Gleichzeitig könnten es jedoch auch archäologische Fundstücke aus der Antike sein, denn die pastos aufgetragene Farbe lässt sie künstlich altern. Manche finden ihren Platz an der Wand, in eigens für sie hergestellten Ablageflächen. Andere platziert Nielsen auf geschnitzten und bemalten Podesten, Papierstapeln oder auf dem Boden stehend. Dem gesamten Ausstellungsraum haftet nun etwas Tragikomisches/Menschliches an.