Max Regenberg 'M Come To Where' / Tata Ronkholz'Trinkhallen' (Second Floor)

Max Regenberg 'M Come To Where' / Tata Ronkholz'Trinkhallen' (Second Floor)

Samstag, 10. November 2012Samstag, 19. Januar 2013


Cologne, Germany

Second Floor
Eröffnung / Opening Sa 10 Nov, 16:00

Introduction by Dr. Christoph Schreier, Kunstmuseum Bonn

In den oberen Galerieräumen werden parallel Fotografien von Max Regenberg und Tata Ronkholz ausgestellt.
Max Regenberg (geb. 1951 in Duisburg-Rheinhausen) wanderte nach seiner Ausbildung zum Werbefotografen nach Kanada aus und lebt heute in Köln. Gezeigt werden s/w-Fotografien aus Regenbergs Serie M Come To Where (1984-2002), die den Mythos des Marlboro Cowboys aus der einflussreichen Kampagne jener amerikanischen Zigarettenmarke aufgreift. Regenberg arbeitet seit Ende der 1970er Jahre an einer fotografischen Langzeitstudie über Großflächenplakate im öffentlichen Raum. Zu diesem Projekt ließ er sich in Nordamerika anregen, das bereits Mitte der 70er Jahre das Eldorado überdimensionierter Billboards war und der Marlboro Cowboy einer seiner Protagonisten. In Regenbergs Serie trifft der amerikanische Reklamemythos auf die westliche Stadtlandschaft, wodurch eine einzigartige und eigentümliche Spannung zweier Bildsysteme entsteht. Die refotografierten Bilder treten in einen neuen Kontext ein und thematisieren so die stetige Ästhetisierung und Ökonomisierung des öffentlichen Raums und Alltags. Begleitet wird die Ausstellung durch die Publikation M Come To Where (White Press, 2011).

Ähnlich wie Regenbergs Werke dokumentiert Tata Ronkholz’ Serie Trinkhallen Bestandteile einer urbanen Architektur, die durch die Vergänglichkeit der Motive zu bedeutenden Zeitdokumenten werden. Die 1997 verstorbene Fotografin Tata Ronkholz (geb. 1940 in Krefeld) gehört neben Thomas Ruff, Candida Höfer und Thomas Struth zu den ersten Studenten von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Schon vor dem Beginn ihres Studiums bei Bernd und Hilla Becher im Jahr 1978 entstanden erste Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Industrietoren, die sie mit einer Plattenkamera ausschließlich in den Wintermonaten erstellte, damit Pflanzenbewuchs nicht die Struktur der Tore verdeckte. Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus ihrer wohl bekanntesten und umfangreichsten Werkgruppe, den Trinkhallen, welche größtenteils heute nicht mehr erhalten sind. Ihre charakteristischen Motive fand Ronkholz in Köln, Düsseldorf, Bochum und Teilen des Rheinlandes. „Mir ging es weder um einen sozialen Aspekt noch um das Design, sondern ich fühlte mich zum Alltag hingezogen. Ich wollte das Büdchen um die Ecke in seiner ganzen Liebenswürdigkeit zeigen.“ (Tata Ronkholz)