Galerie Ewald Karl Schrade Karlsruhe & Mochental

HA Schult 'Trash People - Objekte und Druckgrafik' (Schloss Mochental)

HA Schult 'Trash People - Objekte und Druckgrafik' (Schloss Mochental)

invitation by h.a. (hans jürgen) schult

H.A. (Hans Jürgen) Schult

Invitation

Preis auf Anfrage

trash man by h.a. (hans jürgen) schult

H.A. (Hans Jürgen) Schult

Trash Man, 1996

Preis auf Anfrage

Samstag, 11. Mai 2013Sonntag, 14. Juli 2013


Ehingen, Donau, Germany

Die Ausstellung wird am Samstag,11.05.2013, 17 Uhr eröffnet.

Begrüßung: Ewald Schrade

Es spricht der Künstler

Musikalische Grüße:
Anna Zlotovskaya
Vormals 1. Geige am Bolschoi-Theater, Moskau

Johann Sebastian Bach
Niccolò Paganini

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Galerie Schrade,

HA Schult ist ein Umweltkünstler der ersten Stunde. Die Probleme der Wegwerfgesellschaft, der Müll, der tagtäglich erzeugt wird, werden in seinen Installationen zu einem Symbol und zum Sinnbild unserer Gesellschaft. Seit 1996 zieht der international bedeutende Aktionskünstler mit seinen TRASH PEOPLE um die Erde; als zivilisationskritischer Mahner lässt er die lebensgroß aus Müll gefertigten Skulpturen an zahlreichen geschichtsträchtigen Orten der Welt aufstellen.

Sie standen im Römischen Amphitheater von Xanten, unter La Grande Arche in Paris -La Défense, auf dem Roten Platz in Moskau, auf der Großen Mauer bei Peking, vor den Pyramiden von Gizeh und im schönsten Salon Europas, dem Grand-Place von Brüssel. Sie versammelten sich in 2.800 Meter Höhe am Matterhorn, in 880 Meter Tiefe im Salzstock von Gorleben, und sie standen vor Kilkenny Castle in Irland. Der Jetztzeit -Zug kam zum Stillstand vor dem Kölner Dom, im Palais Herberstein im österreichischen Graz, in Rom auf der Piazza del Popolo, in Barcelona auf der Plaza Real und in Washington D.C. im National Geographic Museum. 2011 standen die Trash People auf dem nicht mehr so ewigen Eis der Arktis und machten Halt im westfälischen Telgte. Jetzt, 2013 sind sie auf dem Weg nach Lhasa in Tibet. Nach Abschluss ihrer Odyssee, haben sie an den bedeutendsten Orten der Menschheitsgeschichte gestanden. In zwanzig Containern irren sie, gleich Asylanten der Konsumepoche, um die Erde. Die Bilder davon bleiben und leben weiter in den Köpfen ihrer Betrachter. Es entsteht eine globale Medien-Skulptur, die den Rahmen herkömmlicher Kunstbetrachtung sprengt.

Davon berichtet die Installation der Trash People vom 11. Mai bis 14. Juli 2013, in Schloß Mochental, am Südrand der Schwäbischen Alb.

HA Schult sorgte weltweit mit dieser und anderen sozial- und umweltkritischen Installationen für Aufsehen. In der Ausstellung in Schloß Mochental werden außer den Trash People auch ein Objektkasten und Druckgrafik gezeigt, die sich mit dem Ungleichgewicht des ökologischen Haushalts auseinandersetzen, dem Hauptthema seiner Arbeit. "Ich wollte etwas bewegen, das weit über den Bilderrahmen hinausgeht", sagt der Künstler.

Die alltäglichen, aber zugleich substanziellen Probleme des modernen Menschen werden in den Arbeiten von HA Schult zu Statements zum Zustand der Welt. Der Abfall, den die Menschheit erzeugt, wird in seinen Installationen zu einem Symbol des Verfalls sozialer Errungenschaften und zum Sinnbild einer im höchsten Maße gefährdeten Gesellschaft. Seine Biokinetischen Bildkästen konfrontieren den Betrachter mit der Vergänglichkeit und den stetigen Veränderungen seines Lebensraumes und verknüpfen damit die Kunst revolutionär mit dem Gedanken der Ökologie. (Christoph Stiegemann, 2013)

Kunst hat von eh und je die Aufgabe, das was die Menschen einer Zeit denken, fühlen, empfinden, anschaulich zu machen. Denken Sie an die mittelalterliche Kunst, sie macht die Welt des Glaubens, versucht die Welt des Glaubens anschaulich zu machen. Ein Mann wie Schult, wenn Sie diesen Vergleich machen wollen, versucht unsere Welt, die Welt des Autos, die Welt der Bewegung, der ständigen Immobilität des Menschen, wie es sie nie ja in dieser Form zu keiner Zeit früher je gegeben hat, anschaulich zu machen. Dieser Ansatz der Kunst von Schult ist nach meiner Vorstellung nicht nur legitim, er ist richtig und gut. (Peter Ludwig, 1970)

Seit Jahrzehnten gelingt es HA Schult immer wieder, das öffentliche Bewusstsein durch gelebte Bilder zu beleben, indem er auf öffentlichen Plätzen Themen inszeniert, die genau diese Öffentlichkeit zu verdrängen beliebt. Stets stellen seine Arbeiten Beziehungen her zu dem Ort, an dem sie ausgestellt sind.HA Schult zeigt die namenlosen Massen, die eigentlichen Helden, denen wir unsere großen kulturellen Bauwerke verdanken, vor denen die touristischen Massen bewundernd stehen. Genau vor den historischen Orten der Macht und des Glanzes, die sie errichtet haben und die ihnen verwehrt blieben, stehen sie nun. Menschen aus Müll zeigen, wir leben in einer Epoche aus Müll, wir produzieren Müll und werden zu Müll. (Peter Weibel, 2006)

Der reich bebilderte, 200- seitige Katalog “Die Zeit und Der Müll”, herausgegeben von Prof. Dr. Christoph Stiegemann ist als Buch im Verlagshaus Kettler erschienen und kann in der Galerie Schloß Mochental erworben werden.

Über Ihren Besuch würde ich mich sehr freuen.

Ihr Ewald Schrade