Frank Ahlgrimm: Cuts

Frank Ahlgrimm: Cuts

invitation by frank ahlgrimm

Frank Ahlgrimm

Invitation

Preis auf Anfrage

Freitag, 1. Februar 2013Donnerstag, 28. März 2013


Stuttgart, Germany

(Please scroll down for English version)

Frank Ahlgrimm: Cuts
01.02.2013 – 28.03.2013
Eröffnung: Freitag, 01.02.2013, 18 – 21 Uhr

Wir freuen uns die die dritte Einzelausstellung mit neuen Arbeiten des in Berlin lebenden Künstlers Frank Ahlgrimm (*1965) in der Galerie Reinhard Hauff anzukündigen.

Paul Becker nahm Frank Ahlgrimms Bilder zum Anlass folgenden Text zu verfassen :

FRAGE: Wie weit kann man gehen?

Nimm es auseinander. Schäl es ab wie eine Kruste. Kratz es weg, Herrgott nochmal. Lass es rein (sagen sie). Hör ein bisschen diesem DING zu, lass es schnurren neben dir, mein Freund. Streich mit deiner zarten Hand glatt über seine Oberfläche. Spüre wie gut geölt sie ist, ja sogar sterilisiert mit Hochdruckdüsen. Dehnbar. Keine Ader, kein Puls unter der Berührung meines Fingers. Fast unmenschlich bleibt die Auswirkung all der Wichse auf dem Armaturenbrett bestehen – ja, natürlich können wir das sehen, du musst es nicht beim Namen benennen. JA. NEIN. VIELLEICHT. Es ist ein noch viel dreckigerer Tanz als du ihn dir vorstellen kannst, und ich weiß, und sie wissen, wie tief es rein geht, wie es in das Mark schneidet, hineinfurcht in dein Loch, in von der Zunge gebissene Zähne knirschend schneidet. Was ich dir in dein Gesicht zurückwerfen will ist dein Gesicht selbst. Dazutun, wegnehmen. Oberflächenreflektion. Remake. Remodel. Reform. Ich frage mich, (fragt sie) ob das eine Reformation bedeutet? Und wenn ja, heißt das, dass wir alle Statuen zerschlagen können? All die Köpfe an die Wand schmettern?

Die Bilder die du mir verkauft hast, zahle ich dir nun zurück mit all dem was ich zu bieten habe, mit all dem was du mir so sanft verkauft hast, zurück in die Schachtel, umgedreht, mit dem Arsch nach oben, deformiert, Kosten abgedeckt, der Sinn mutiert.

Sei ein Tagträumer, sagt sie, sei der ... Schlafwandler. Lass dich von deinen Obsessionen leiten. Fuck your obsessions. Hier ist das was sich verweigert, was ernsthaft widerlegt und verschleiert, sich Zugang verschafft und dann, meine Herren, meine Damen, verriegelt sind die Türen. Was wir sind ist alles was ihr nicht seid. Lass dich verführen. Vorsicht Farbe! Komm rein, Fremder. Ich werde die Geschichte auf deinen Fingern beenden. Alles geschieht aufgrund von Abkürzungen, hypothetisch. Jede angezeigte Narrative wird vermieden. Zwischen Gedanke und Ausdruck steht eine Lebenszeit, durchgeknallt, eiskalt, schwarzer Glanz, und supergeschmeidig reibt es sich an dem unmöglichen coup de foudre. Klicke wieder zurück und los geht´s zum Zentrum, ja, das Auge, aber auch ein ‚Ich’ mit dem Du nie gerechnet hast, das aber immer mit von der Partie ist.

Ein Ich, das nie mehr eine Lüge träumt.

Ein Ich, das die Subversion von Photoshop liebt.

Ein Ich, das nicht zu gebackenen Beats eines Leichenschmauses tanzt, und auch nicht zu Retro-Ausschuss, verkauft als malerisches Versprechen.

Undermind. Apartment Größe. Zieh die Haut ab.

Ein Ich, das sich nicht mehr angepasst oder zusammengefasst werden kann, stell dir das vor!

Ein Ich, das zurück starrt und dich AUS, nicht MIT dir lacht.

Ein Ich, das Deinen Vorhaben trotzt, welche Vorhaben auch immer.

ANTWORT: Fragen müssen gestellt werden.

FRAGE: Wie weit kann man gehen?

ENTSCHEIDUNG: Ja bitte!

(Paul Becker)

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Frank Ahlgrimm: Cuts
01.02.2013 – 28.03.2013
Opening: Friday, 01.02.2013, 6 - 9 pm

QUESTION: How far to go?

Break it down. Peel it back like a scab. Scratch it off, for God’s sake. Let it in (they say.) Listen a little to the THING, let it purr beside you, my friend. Run a soft hand slick across its surface. Look how well oiled, jet spayed with high pressure hoses. Tensile. Never a vein, never a pulse under my finger’s touch. Inhuman yet there remains the implication of all that cum on the dashboard - yes, of course we can see that, you don’t need to name it. YES. NO. MAYBE. It’s a dirtier dance than even you can imagine and I know and they know how low it goes under the bar, how it cuts into the marrow, furrows up your hole, cuts tongue-bitten teeth on edge. What I want to throw back in your face is your face itself. Add it, subtract. Surface reflection. Remake. Remodel. Reform. I wonder, (she asks) if this is a Reformation? And if so, does that mean that all the statues can be smashed? All the heads bashed in against the wall?

The images you have sold me, these now I sell back to you with everything I have, with everything you have soft sold to me, put back in the box but now turned backwards, arse over tit, deformed, costs defrayed, meaning mutated.

Be like a daydreamer, she says, be the…somnambulist. Let your obsessions lead you. Fuck your obsessions. There is that here which refuses, which sternly refutes and obfuscates, allows ingress and then, gentlemen, ladies, the bolts are thrown. What we are is everything you are not. Be seduced. Mind the paintwork! Come inside, stranger. I will close the story on your fingers. Everything happens by means of short cuts, hypothetically; every advertised narrative is avoided. Between thought and expression, a lifetime lies, tripped out, ice cold, black gloss and supraslick rubbing up against the impossible coup de foudre. Click back into it and away we go, at the centre, yes, the eye but also an ‘I’ you never reckoned on but that absolutely comes with the territory.

An I who will no longer dream a lie.

An I who embraces photoshop subversion.

An I who will not dance to funeral baked beats, nor Retro Rejects Sold On Painterly Promises.

Undermind. Apartment Sized. Peel back the skin.

An I who can no longer be appropriated or subsumed, imagine!

An I who will stare back laughing AT, not WITH you.

An I who defies what you intended, whatever your intention.

ANSWER: Questions have to be asked.

QUESTION: How far to go?

DECISION: Yes please!

(Paul Becker)