Leonardo Silaghi: NOISE DISTORTED PERSPECTIVE

Leonardo Silaghi: NOISE DISTORTED PERSPECTIVE

untitled (#1212212) by leonardo silaghi

Leonardo Silaghi

Untitled (#1212212), 2012

untitled (#1212512) by leonardo silaghi

Leonardo Silaghi

Untitled (#1212512), 2012

untitled (#1211411) by leonardo silaghi

Leonardo Silaghi

Untitled (#1211411), 2012

untitled (#1210710) by leonardo silaghi

Leonardo Silaghi

Untitled (#1210710), 2012

Freitag, 18. Januar 2013Samstag, 23. Februar 2013


Berlin, Germany

Leonardo Silaghi: NOISE DISTORTED PERSPECTIVE
18. Januar - 23. Februar 2013

Eröffnung: 18. Januar 2012, 18-21 Uhr

Vom 18. Januar bis zum 23. Februar 2013 zeigen wir erstmals in Westeuropa den jungen rumänischen Maler Leonardo Silaghi (*1987).

Die gegenständlichen Gemälde von Leonardo Silaghi vereinen scheinbar unvollendete, gestisch-expressive Partien mit detaillierter ausgearbeiteten Bereichen. Schwere, graue Maschinen werden auf einzigartige Weise ins Bild gesetzt. Kontrastierend brechen farbige Akzente die breite Palette unterschiedlicher Grautöne auf.

Seine Motive findet Leonardo Silaghi in seiner unmittelbaren Umgebung und im World Wide Web. In einem ersten Schritt bearbeitet der Künstler die gefundenen oder selbst fotografierten Abbildungen von aufgegebenen, meist ruinösen Industrieanlagen oder komplexen Maschinen und Apparaturen am Computer. In einem zweiten Schritt überträgt er seine digitalen Collagen auf eine Leinwand, auf der er bereits eine abstrakte, farbige Komposition angelegt hat. Das gegenständliche Motiv, das er in einer Vielzahl unterschiedlicher Grautöne gestaltet, wird im malerischen Prozess vielfältigen Transformationen unterzogen; das vollendete Gemälde entfernt sich auf diese Weise von der ursprünglichen Bildcollage.

Die Malerei von Leonardo Silaghi setzt auf den Kontrast einander wiedersprechender Positionen: in seinen Bildern trifft gestisch-abstrakte Malerei auf eine gegenständlich-beschreibende Darstellung, begegnet graue Monochromie einer intensiven Farbigkeit. Die malerische Geste, der individuelle Pinselstrich ist bei Leonardo Silaghi stets beides: freie künstlerische Äußerung wie beschreibendes Element.

Das Ziel seiner Kunst ist nicht das perfekte Abbild, sondern der fruchtbare Umgang mit dem Fehler. Die Vorstellung der Verzerrung von Tönen, Klängen und Bildern verbindet sich bei Leonardo Silaghi mit der malerischen Auseinandersetzung mit Begriffen wie Bildrauschen und Lichtbeugung, beides Phänomene der (digitalen) Fotografie. Indem er sie als ein wesentliches, seine Werke bereicherndes Element einsetzt, wendet Leonardo Silaghi diese Bildstörungen allerdings ins Positive.

Inhaltlich bilden die Gemälde von Leonardo Silaghi einen Kommentar auf die Situation in Rumänien, das sich nach wie vor in einer Umbruchphase befindet und bis heute mit den Hinterlassenschaften des Kommunismus ebenso zu kämpfen hat wie mit dem neuen kapitalistischen System.

Leonardo Silaghi ist Absolvent der Universität für Kunst und Design in Cluj (RO). Seit 2009 wurde er mit Einzelausstellungen in der Laika Galerie in Cluj (RO), im Hudson Valley Center for Contemporary Art in Peekskill (USA) und der Galerie Marc Straus in New York geehrt. 2010 war er Artist in Residence am Hudson Valley Center for Contemporary Art. Kürzlich waren seine Werke auf der Ausstellung „After the Fall“ im HVCCA in Peeksville und im Knoxville Museum of Art (USA) zu sehen.