Ivo Kamm Kunstsalon & Galerie

Johanna Calle: Perspectivas

Johanna Calle: Perspectivas

satz 02, imponderables by johanna calle

Johanna Calle

Satz 02, Imponderables, 2013

Preis auf Anfrage

imponderables (30) by johanna calle

Johanna Calle

Imponderables (30), 2009

Preis auf Anfrage

restas (a8) by johanna calle

Johanna Calle

Restas (A8), 2008

Preis auf Anfrage

perspectivas (05) by johanna calle

Johanna Calle

Perspectivas (05), 2012

Preis auf Anfrage

Freitag, 12. April 2013Samstag, 1. Juni 2013


Zurich, Switzerland

Johanna Calle: Perspectivas
12.04. - 01.06.2013

Vernissage: 18.00 - 20.00 Uhr

Wir freuen uns, zeitgleich mit der Ausstellung des Schweizer Künstlers Alois Lichtsteiner, Werke der kolumbianischen Künstlerin Johanna Calle in unseren Galerieräumlichkeiten zeigen zu dürfen.
Zum ersten Mal in der Schweiz präsentieren wir die bezaubernd-poetischen Werke der kolumbianischen Künstlerin und Meisterin der Zeichnung Johanna Calle.

Die kolumbianische Künstlerin Johanna Calle, geboren in Bogota, ist eine Meisterin der Zeichnung, dies aber nicht nur im klassischen Sinne. Nach ihrem Kunststudium am Chelsea College of Art in London sowie ihrem Bachelor in Kunstgeschichte an der Universität Andes in Bogota, begann sie zuerst mit der Ölmalerei, um sich ab 1994 ausschliesslich dem Medium der Zeichnung zu widmen. Ihre Arbeit geht experimentell mit dem Begriff der Zeichnung um. „Gezeichnet“, im Sinne einer zeichnerischen Geste, wird nicht nur mit Tusche und Bleistift, sondern auch mit Kupferkabeln, verzinkten Metallgittern, Eisensieben und Buchstaben beziehungsweise Schreibmaschinenschrift auf Papier. Nicht selten näht oder stickt die Künstlerin ihre „Zeichnungen“ auch auf Leinwände. Ihr Schaffensprozess besitzt häufig auch einen destruktiven kompositorischen Charakter - es wird geschnitten, ersetzt, verdeckt, verbogen, gestaucht und ausradiert. Das formale Ziel der Künstlerin ist das Aufbrechen geometrisch klar gegliederter Strukturen, das Imitieren und Inszenieren einer zeichnerischen Bewegung anhand von Material.
Inhaltlich geht es bei Calle um konkrete Themen des kolumbianischen Alltags, wie Geschlechterrollen, Gewalt, Missbrauch, Mangelernährung, ökologische Themen, Verstädterung und Kommunikation. Schriftzeichen, beziehungsweise Sprache, sind häufiger Bestandteil von Calles Schaffen und repräsentieren immer eine linguistische Konvention, ein soziales Arrangement, welches verkappte Machtstrukturen in sich birgt. Trotz der oftmals sozialkritischen, schwermütigen Thematik und kühlen geometrischen Strukturen wirken Calles Werke unglaublich zart und berührend. Die Zeichnungen „Imponderables“ (2009/10), zum Beispiel, sind formale Stauchungen, Verformungen und Zersplitterung von Tabellen, die an veraltete Buchhaltungsbücher ländlicher Regionen erinnern. „Submergentes“ (2010/11), Portraits aus verzinktem Drahtgeflecht, thematisieren die Veränderungen im männlichen Verhalten in Zeiten der Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und der weiblichen Emanzipation, welche auch das Familiensystem beeinflussen. „Perspectivas“ sind zerdrückte Vogelkäfige aus Draht, - ausgepresst, raumlos, zur reinen visuellen Zierde reduziert. Wunderschön aber zweckentfremdet hängen sie an der Wand, mit einem ähnlichen Schicksal wie dem der Ziervögel, welche sie früher vielleicht einmal beherbergt haben. Der Künstlerin gelingt es mit ihren Kompositionen immer wieder auf bewegende Art und Weise, vermeintlich „arme“ Materialien mit sozialkritischen Aspekten anzureichern und in Seelenvibration für den Verstand und Poesie fürs Auge umzuwandeln.