Julian Schnabel: Deus Ex Machina

Julian Schnabel: Deus Ex Machina

Samstag, 28. April 2012Samstag, 28. Juli 2012


Berlin, Germany

JULIAN SCHNABEL
DEUS EX MACHINA

28 April - 28 July, 2012

Eröffnung: Freitag, 27.April, 18-21 Uhr

Contemporary Fine Arts freut sich, die erste Einzelausstellung mit Julian Schnabel (*1951) zu präsentieren. Seit seiner fulminanten Museumsretrospektive in der Schirn-Kunsthalle in Frankfurt 2004 ist dies die erste umfassendere Einzelpräsentation des Künstlers in Deutschland.

Julian Schnabel erlangte insbesondere durch seine „plate paintings“ Anfang der 1980er Jahre Bekanntheit, in denen er die Zergliederung der Bildoberfläche durch die darauf geworfenen, zertrümmerten Teller begann. Diese Fragmentierung hat sich heute, wie Robert Fleck im zur Ausstellungen erscheinenden Katalog bemerkt, „zu einer immer wieder neu angelegten Verbindung von großzügig eingesetzten, scheinbar malereifremden Substanzen einerseits und gewagten Paarungen von Bildern und Bildgründen andererseits entwickelt.“ Die Beschaffenheiten der gefundenen, teils figurativen, teils abstrakten Maluntergründe sind nicht neutral und unberührt, sondern Oberflächen mit Geschichte.

Die synthetischen Maluntergründe der neuen, in der Ausstellung präsentierten Werke sind meist vergrößerte Schnappschüsse von Bildern wie indischen Gottheiten oder historischen Gemälden, die der Künstler selbst aufgenommen hat. Schnabel nutzt die Geschichte der Materialien als Referenzpunkt, als „Fragmente der Welt“, denn, wie er selbst behauptet, "bereits existierendes Material zu verwenden, bringt etwas Ethnographisches in die Arbeit; ich meine, damit wird ein realer Ort und eine reale Zeit in der ästhetischen Wirklichkeit angesiedelt." Seine Gemälde stellen sich somit den Bildverfahren der digitalen Welt und werden ihr durch den malerischen Gestus als Kontrapunkt gegenübergestellt. So ergreift Schnabel, wie Fleck erklärt, „das mediale Bild wie einen Stier bei den Hörnern und zwingt es durch die Malerei in die Knie.“

Symbole, Objekte und Wörter sind ebenfalls integrale Bestandteile Julian Schnabels Bilder und fördern den Effekt des Zusammenstoßes inkompatibler Elemente im Bild. Auch diese hatten bereits eine Existenz vor der Entstehung der Werke. Namen unbekannter oder bekannter Personen, manchmal völlig aus dem Kontext gerissene Satzteile oder Wortfolgen werden so zu Projektionsflächen eigener Emotionen, Konnotationen und Erinnerungen. Die Spannung, die durch diesen Zusammenprall entsteht, wird durch einen großzügig verwendeten, die Fläche bewältigenden Farbauftrag ergänzt, der den Werken zugleich eine gefasste Weite und in sich ruhende Atmosphäre verleiht.

Julian Schnabel lebt und arbeitet in New York und wurde nicht nur als Maler, sondern Mitte der 1990er Jahre auch als Regisseur mit Filmen wie Basquiat (1996), Before Night Falls (2000) oder Schmetterling und Taucherglocke (2007) bekannt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Robert Fleck.

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JULIAN SCHNABEL
DEUS EX MACHINA

28 April - 28 July, 2012

Opening Reception: Friday, 27.April, 6-9 pm

Contemporary Fine Arts is pleased to present its first solo show of paintings by Julian Schnabel (*1951). It is the artist’s first major solo exhibition in Germany since his sensational museum retrospective at the Schirn Kunsthalle in Frankfurt 2004.

Julian Schnabel began making a name for himself in the early 1980s, in particular with his “plate paintings”, works in which broken pieces of plate were glued to the surface to create a fragmenting effect. This fragmentation, as Robert Fleck writes in the exhibition catalogue, “has since developed into a constantly reinvented conjunction of generously applied materials, materials often alien to painting, and bold marriages of pictures and surfaces.” The figurative or abstract found pictures onto which he paints are not neutral, virgin surfaces, but backgrounds with stories of their own.

The synthetic backgrounds for the new work presented in the show are mostly enlarged snapshots, photographs of images such as Indian deities or of historic paintings, taken by the artist himself. Schnabel uses these materials and their history as reference points, as “fragments of the world”. “Using existing material adds an ethnographic aspect to the work,” the artist explains, “in that it introduces a real place and a real time to the aesthetic reality.” His new pictures thus meet the digital world’s image-making process head on, and provide it with a fresh counterpoint. As Robert Fleck observes: “He grasps the media image by its horns and, with his painterly modifications, brings it to its knees.”

Symbols, objects and words also feature in Julian Schnabel’s pictures, heightening the sense of incompatible elements colliding. They too had a prior existence, these unknown and famous names, these often entirely out-of-context half-sentences and sequences of words, an existence that brings the observer’s own emotions, connotations and memories into play. The tension of this collision is set off by the calming effect of the paint which, smothers with a remarkable dedication to surface coverage, lends the work an expansiveness and inner composure.

Julian Schnabel is a painter living and working in New York and the director of films such as Basquiat (1996), Before Night Falls (2000) and The Diving Bell and the Butterfly (2007).

The exhibition is accompanied by a catalogue with an introduction by Robert Fleck.