Seriell

Seriell

faltenformation by iryna pryval

Iryna Pryval

Faltenformation, 2012

clipper street 1967 by kevin finklea

Kevin Finklea

Clipper Street 1967, 2013

3.500 CHF

ohne titel by lucia coray

Lucia Coray

Ohne Titel, 2013

2.200 CHF

Mittwoch, 27. März 2013Samstag, 18. Mai 2013


Zurich, Switzerland

Seriell
Lucia Coray, Kevin Finklea und Iryna Pryval
Ausstellung: 27. März - 18. Mai 2013

Vernissage Mittwoch, 27. März 2013 18-20 Uhr
Lucia Coray und Iryna Pryval sind an der Vernissage anwesend.

In unserer Ausstellung „Seriell“ werden das Thema der Vielfältigkeit und die Bedeutung der Wiederholung als Stilmittel in der zeitgenössischen Kunst anhand drei ausgewählter, sehr unterschiedlicher Künstler sichtbar:

Kevin Finklea (lebt und arbeitet in Philapdelphia USA)
Lucia Coray (lebt und arbeitet in Zürich)
und Iryna Pryval (macht gerade den Abschluss an der Akademie in München und Nürnberg)

Das serielle Bildsystem, eine Kunststrategie der Moderne, haben viele Künstler bereits seit Monet verwendet, um durch Wiederholungen und Variationen auf der strukturellen oder inhaltlichen Ebene herkömmliche visuelle Ausdrucksmittel, Materialien, Kompositionsschemata und sogar das Sehen und das Bild selbst in Frage zu stellen.
Gezeigt werden Bilder und Skulpturen, farbig, fast gleich und doch variiert – repetitiv und dennoch spannend. Serielle Kunst at its best.

Mehr zu den ausgewählten Künstlern:

Bei Kevin Finklea bekommt das Prinzip der Wiederholung als Stilmittel eine ganz besondere Bedeutung. Für neue Werke greift Finklea zu Holzfragmenten und bereits gemischten Farben früherer Projekte. Dieses Arbeitskonzept setzt er seit 2007 in all seinen Wandobjekten um. Schon der Arbeitsprozess ist „seriell“, insofern dieser in einer Endlosschleife immer und immer wiederholt werden kann. Seine Bildsprache basiert auf der Auseinandersetzung mit der Minimal Art und der Konkreten Kunst - sowohl in Bezug auf die reduzierten geometrischen Grundstrukturen als auch auf die Logik der variablen Kombinationsmöglichkeit, der Raum- und Kontextbezogenheit.

Das gezeichnete menschliche Gesicht ist das Leitmotiv in Lucia Corays Werk. Es taucht seit 1980 in unzähligen Variationen in ihrer Kunst auf. Die anfänglich zeichenhaften Elemente, die in einem strengen Raster aneinander gereiht wurden, entwickelten sich zu stilisierten, abstrakten Gestalten, die immer komplexer übereinander gelegt wurden. Auf diese Weise gebildete Reihungen und Verstrickungen auf den überlappenden Schichten bilden eine dichte gitterähnliche Struktur. Die intensive Auseinandersetzung mit Folge, Verknüpfung und System, die inhaltlich die Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen Einzelnem und Vielen oder zwischen Individuum und Gesellschaft berührt, führte die Künstlerin zu einer Reduktion und Abstraktion der Bildsprache. Es entsteht ein faszinierender Dialog von Repetition und Abweichung von Formelementen und rhythmischen Farbzusammenstellungen.

Iryna Pryval, geboren 1987, die als Meisterschülerin bei Professor Ottmar Hörl in Nürnberg studiert, steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Sie beschäftigt sich mit Alltagserfahrung und -wahrnehmung. In Anlehnung an vergangene Kunstbewegungen wie die Pop-Art und der Hyperrealismus, welche durch das Spiel mit der Oberfläche und der Materialentfremdung die Repräsentation von Realität in der bildenden Kunst in Frage stellten, macht die Künstlerin das Verhältnis zwischen Ästhetik und Alltag zu ihrem Gegenstand. In ihren Arbeiten zeigt sie mit einer Prise Ironie wie einfach unser Alltag durch leichte Überhöhung der Farbe und Form verfremdet werden kann. Die farbige Abbildung eines Hundes, die ähnlich wie Duan Hansons Skulpturen so real und deshalb auch so surreal aussieht, steht hier für das „Einfrieren des Blicks“, der kurzzeitlich die Wahrnehmung des Betrachters irritiert. Dies ermöglicht einen Einstieg zu einer imaginären Welt. Die pastellfarbigen, grauen oder schwarzen „Faltenformationen“ leiten sich aus Abstraktion und Transformation eines barocken Faltenentwurfs ab. Sie liegen oder räkeln sich über die Wände des Raumes und fesseln ihn.

Lucia Coray, Kevin Finklea und Iryna Pryval stellen dabei jeweils die der Serie eigenen Verfahren von Wiederholung und Variation durch verschiedene Prinzipien dar.