Dieter Kränzlein 'Skulpturen, Wandarbeiten, Werke auf Papier'

Dieter Kränzlein 'Skulpturen, Wandarbeiten, Werke auf Papier'

ohne titel by dieter kränzlein

Dieter Kränzlein

Ohne Titel, 2012

Samstag, 13. Oktober 2012Samstag, 17. November 2012


Zurich, Switzerland

Dieter Kränzlein
Skulpturen, Wandarbeiten, Werke auf Papier

Leichtigkeit des Steins

Der Künstler ist an der Vernissage am Samstag, 13. Oktober von 16 – 18 Uhr anwesend und beantwortet auch gerne Fragen zu seinem Werk.

Mit seinen neuesten Werken reduziert der Bildhauer Dieter Kränzlein die Schwere des Steines hin zu einer unglaublichen Leichtigkeit. Seine Skulpturen und Wandarbeiten sind vom 13. Oktober bis 17. November in der Galerie ART FORUM UTE BARTH in Zürich zu entdecken.

Als ob Stein gebogen werden könnte, steigen die neuen segelartigen Werke von Dieter Kränzlein schwerelos empor. Die Grenzen des Materials werden bis an ihr Äusserstes ausgelotet. Die steinernen Segel scheinen sich in sanftem Wind zu blähen. Die schmale Form der Skulpturen verlangt ein vielseitiges Betrachten und lädt den Besucher dazu ein, um die Werke herumzugehen und sich von jeder Seite neue Imaginationsebenen eröffnen zu lassen.

In der Auseinandersetzung mit den materialtypischen Eigenheiten des von Kränzlein bevorzugten Kalksteins greift Kränzlein auf die im Stein auftretenden Formen wie Streifen und Farbflächen, Bruchstellen, Schichtungen und Einkerbungen als Bildsprache zurück. Ihn interessieren dabei die Ausdehnung und die gleichzeitige Reduktion: Striche, rostige Farbflecken und Schichtungen gruppieren sich zudem durch die vom Künstler mit der Flex geschnittenen Einkerbungen in unzähligen Wiederholungen und gleichzeitig schaffen sie eine einheitliche Struktur. Der Stein erscheint leicht und entmaterialisiert. Steinkissen scheinen zu schweben, segelartige Skulpturen wirken wie vom Wind gebogen.

Der Kalkstein ist ein aus vielen Komponenten bestehendes Sedimentgestein, das im Laufe der Zeit durch Materialablagerungen und Formung durch das Meer entstanden ist. Kränzlein verwendet für seine Arbeiten vorwiegend den Kalkstein aus den Steinbrüchen in Moos bei Würzburg und Rielingshausen. Dieser wird seiner Grundsubstanz entsprechend als Muschelkalkstein bezeichnet und zeigt eine besonders lebendige Oberflächenstruktur. Die dem Stein eigene organische Kombination aus Körnigkeit, Marmorierung, Vielschichtigkeit und Porosität, die geologischen Vorgänge widerspiegeln, wird in Kränzleins Werken in Linien und Punkte übersetzt, wobei diese in seriellen Wiederholungen und Variationen spannende Musterformen bilden. Es entsteht ein für jedes Werk einzigartiger Rhythmus.

Die sinnliche Erfahrung von Material und Textur des Muschelkalksteins spielt eine wichtige Rolle bei der Betrachtung und beim tatsächlichen Be“greifen" von Kränzleins Arbeiten. Es stellt sich aber auch die Frage nach Abstraktion, sowie künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten der Flächen und des Raumes.

Repräsentative Fragen nach dem malerischen Mittel à la Mondrian werden aufgeworfen: Wie lassen Linien eine Struktur entstehen? Wie verhält sich eine Einzelform zur ganzen Fläche? Wie wird das Gleichgewicht der Komposition durch das System der Oberflächenstruktur erreicht?

Abweichungen und Wiederholungen der Motive als sinnliches Erlebnis.

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Dieter Kraenzlein
The Lightness of Stone

Renowned for the clarity and simplicity of his limestone carvings, artist Dieter Kraenzlein reduces the severity of stone to an incredible lightness, testing the very limits of material and technique. ART FORUM UTE BARTH is delighted to present his astonishing new sculptures and mural works at the gallery in Zurich between 13th October and 17th November.

Limestone, a sedimentary rock composed of mineral crystals and skeletal particles, is formed through the action of deposition and erosion by the sea. Kraezlein exploits its natural characteris-tics, responding to the myriad stripes, spots, cracks and laminations present in every piece, to create a language of semi-organic, semi-geometric shapes and motifs.

For this exhibition Kraezlein has mainly chosen stone from Steinbruchen in Moos near Wurzburg und Rielingshausen, a region famous for limestone with an especially complex surface structure similar to that of Coquina. He manipulates this rare material with considerable dexterity to pro-duce sail-like works that appear to rise up weightlessly, as if stone could simply be carried away by the wind, as light and flexible as canvas: the thin, narrow shape and multifaceted surfaces inviting viewers to move around in search of the constantly evolving images found at every new angle.

While Kraenzlein’s sculptures make reference to organic forms, he reduces these to the verge of the geometric, simplifying visual compositions to vertical and horizontal lines and coloured spots. By constantly repeating and varying his carving action (he curves the surface of each work with a FLEX angle grinder), lines and rusty spots of colour are turned into fascinating patterns and struc-tures that in turn give each work its own unique rhythm.