BLAU

BLAU

viagra 100:1 by hans thomann

Hans Thomann

VIAGRA 100:1, 2012

terrain vague by hans schnorf

Hans Schnorf

Terrain Vague, 2010

wellen by maria eitle-vozar

Maria Eitle-Vozar

Wellen, 2013

Donnerstag, 30. Mai 2013Samstag, 6. Juli 2013


Zurich, Switzerland

BLAU
Pierre Alechinsky, Ursula Baur, Francis Bott, Maria Eitle-Vozar, Esther Roth, Hans Schnorf und Hans Thomann

30. Mai - 6. Juli 2013
Vernissage Donnerstag, 30. Mai 2013 18 - 20 Uhr

Nachdem Ute Barth im Jahr 2000 „die BLAUE Ausstellung“ gezeigt hat, wo unter anderem Francis Bott, Pierre Alechinsky, aber auch Yves Klein vertreten waren, folgt nun die zweite Ausstellung zur Thematik der kühlen, tiefgründigen Farbe, die erwiesenermassen die Lieblingsfarbe von vielen Menschen ist.

Gezeigt werden Gemälde und Skulpturen der bekannten Künstler Pierre Alechinsky, Francis Bott, Maria Eitle-Vozar, Esther Roth und Hans Schnorf. Ursula Baur und Hans Thomann werden zum ersten Mal in den Galerieräumen des ART FORUM UTE BARTH ausstellen und bringen neue - teils ironische – Fragestellungen zum Thema BLAU mit ein.

Wie BLAU vielfältig Hoffnung, Sehnsucht oder Melancholie ausdrückt, so differenziert wird auch in dieser Group Show dem Thema begegnet: BLAU als Farbe, als Stimmung, als Medikament oder Süssigkeit. Eine Farbe – aber bunt.

Pierre Alechinsky (*1927 Brüssel, lebt und arbeitet in Bougival, Paris) gilt heute als einer der grossen noch lebenden "Klassiker" des 20. Jahrhunderts. Als Mitbegründer der CoBrA-Gruppe in den 60er Jahren hat er - und gibt heute noch - entscheidende Impulse für die zeitgenössische Malerei. Pierre Alechinsky malt nicht nur, er ‚erzählt‘ Bilder und Geschichten durch seine eigenständige Kombination aus Bild, Form und Text. Das Schaffen Alechinsky zeichnet sich durch eine ausdrucksstarke Linienführung aus. Die Bilder laden mit fabelhaften, skurrilen Wesen zum Entdecken ein. Die Farbe Blau ist wichtig bei ihm und die Farbkombinationen überraschen, brüskieren und verwundern.

Ursula Baur (*1944 Oensingen SO, lebt und arbeitet in Zürich) entwickelt ihre künstlerischen Arbeiten in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien, unter anderem mit Fäden, Sisal oder Stoff. Durchbrochene Kugeln und Schalenformen, die an Metamorphosen von Pflanzen erinnern, wirken in Kombination mit der Farbe Blau geheimnis- und verheissungsvoll. Ursula Baur arbeitet mit Farbpigmenten und Epoxidharz.

Francis Bott (1904 Franfurt am Main - 1998 Lugano) ist ein wichtiger Vertreter der École de Paris. Zu Beginn und zum Ende seiner Karriere arbeitet er surreal, in der Mitte seines Schaffens ist er bekannt für seine geometrischen und tachistischen Abstraktionen. Sein konzentrierter Farbauftrag mit dem Spachtel machten seine Werke berühmt. Im Zusammenhang mit seinen abstrakten Bildern ist er bekannt für sein kräftiges Blau, sodass man heute sogar von „Bott-Blau“ spricht.

Maria Eitle-Vozar (*1952 Kosice, lebt und arbeitet in Zürich) erschuf aus der Thematik BLAU einen Werkzyklus zum Thema Nordsee. Sie zeigt Wellen, Bohrtürme und Bohrkerne. Wie bei den immer wiederkehrenden Motiven wie Leitern, Wasserspeichern und Kartenhäusern geht es auch hier um Stabilität, Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit, den Menschen in der Natur und in seiner Geschichte. Die Wellen in Raku-Technik sind abstrahiert zu kleinen kompakten Einheiten, die sich nebeneinander auslegen und sogar stapeln lassen. Die „Bohrinseln“ sind abstrakte Bronzeskulpturen, prägend für das Bild der Nordsee und ein Sinnbild für die Kraft und Energie, die der Mensch der Erde entnimmt und die sein Umfeld prägt.

Der Stil von Esther Roth (*1943 Zürich, lebt und arbeitet in Zürich) hat sich langsam aber stetig von einer plakativen, gestischen Malerei hin zu einem von Ruhe und Regelmässigkeit geprägten Ausdruck entwickelt. Gleich einem „Rückzug der Sinne in die Einfachheit der sich wiederholenden Bewegungen“, beschreibt Esther Roth ihre Werke. Sie liebt das Spiel mit Material, Farbe und Form und schafft dabei ruhige, bewegende Kunstwerke.

Den leichtesten Zugang zu den Bildern von Hans Schnorf (*1961 Meilen, lebt und arbeitet in Zürich) findet man, so sagt dies der Künstler selbst, wenn man sich darin verliert. Ein bisschen so, wie wenn man einem Gedanken nachhangen würde oder in die Stille horcht. In den Bildern geht es um Raum, Weite und Stille. Sie sind Antworten auf die heute allgegenwärtige Flut von Bildern und Tönen.

Hans Thomann (*1957 Uzwil, lebt und arbeitet in St. Gallen), der bei Mario Merz in Salzburg studiert hat und renommierte Preise im In- und Ausland gewonnen hat, beschäftigt sich mit der Frage nach der Selbstrepräsentation und Wahrnehmung des Menschen. Hans Thomann zeigt in der Ausstellung neue Werke aus dem Jahr 2013 aus der Serie „Bei Risiken und Nebenwirkungen“. Ähnlich wie Damian Hirst greift Thomann sozialkritisch auf Medikamente als Darstellungsmittel zurück. Thomann giesst neben Viagra und Valium auch Smarties in Epoxydharz. Dass die blauen Pastillen lecker wirken, täuscht über die Tatsache hinweg, dass im Hintergrund giftige Pflanzen zu entdeckten sind. Thomanns Arbeiten sind frisch, verunsichern, faszinieren und begeistern, aber sie sind auch eine offene Kritik an denen, die sich heute mit Pillen von Innen her beständig neu zu designen versuchen.

Die Ausstellung im ART FORUM UTE BARTH lädt den Besucher ein, die Farbe Blau frei zu geniessen und ebenso neue Aspekte und Töne zum Thema zu entdecken und zu bestaunen.

Nachdenken, geniessen, sein.