Die Militanz des Lichts
Michael Mayer
4. Februar 2005 Was man in der Stanley-Kubrick-Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen und zu hören bekommt, sind Filmausschnitte, Interviewsequenzen, Briefe und Notizen, Kostüme, Bücher und Drehbücher, Unterlagen und die unvermeidlichen Requisiten, deren auratische Präsentation wie von Ferne an die Reliquienverehrung in der katholischen Kirche erinnert. Das Kino als Kathedrale? Warum nicht. Das Museum als Kirche? Der Himmel hilf! Mit andächtigem Schweigen quittiert, wer diese Schau besucht, die weder herausfordert noch fordert. Das Arrangement der Ausstellungsräume ist zweifellos gelungen, manches technische Detail, manche Petitesse des Produktionsablaufs, der Realisierung wie des Scheiterns seiner Projekte erfährt man vielleicht ein erstes Mal. Vor allem aber erfährt man viel von Kubrick selbst, dem kühl Distanzierten, dem Einzelgänger, dem Eigenbrödler.
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